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Eine Arbeit, die nie endet

Wer die Justinuskirche betritt, findet einen kulturhistorischen Schatz in bestem Zustand vor. Ermöglicht hat dies die Stiftergemeinschaft Justinuskirche, die sich seit 30 Jahren mit unermüdlichem Einsatz um den Erhalt der ältesten Kirche Frankfurts kümmert.
Die Altarfiguren wurden im vergangenen Jahr restauriert. Die Altarfiguren wurden im vergangenen Jahr restauriert.
Höchst. 

Eigentlich kennt er sie in- und auswendig. Seit 30 Jahren ist Ernst-Josef Robiné über die Stiftergemeinschaft Justinuskirche mit dem karolingischen Bauwerk hoch über dem Main bestens vertraut. Doch auch nach drei Jahrzehnten gibt es auch für Robiné immer wieder Neues zu entdecken. "Erst kürzlich haben wir eine eingemeißelte Eidechse gefunden. Die hatte bisher keiner gesehen."

Seit Februar 1983 kümmern sich die Stifter als Verein um den Erhalt der Justinuskirche. Den Anstoß dazu hatte der Kreuzaltar aus dem Jahr 1485 gegeben, erinnert sich der heutige Vorsitzende. "Das Kreuz war wirklich in einem schlechten Zustand. Aber die Pfarrei hatte selbst nicht genügend Geld, um die Restaurierung des Altars zu übernehmen." Auf Initiative von Erhard Bouillon, Vorstandsmitglied der Hoechst AG, fanden sich 20 Mitglieder zusammen und gründeten die Stiftergemeinschaft.

25 000 Mark von Hoechst

Mit der ersten großen Spende – 25 000 Mark von der Hoechst AG – nahmen sie ihr erstes Projekt in Angriff: Der wertvolle Altar wurde komplett abgebaut, zum Landesdenkmalamt nach Wiesbaden gebracht, dort untersucht und gesichert . "Für uns war das eine wirklich große Geschichte damals."

Das war der Beginn einer nun 30 Jahre währenden Rettungsaktion. Mit geschärftem Blick entdeckten die Stifter immer neue Aufgaben. Robiné zählt auf: Die Luftfeuchtigkeit in der Kirche, die Heizungsanlage, marode Elektrizität, das defekte Dach, undichte Fenster, Wasserschäden oder auch Holzwürmer am Hochaltar. Immer länger wurde die Liste, immer höher die notwendigen Ausgaben. "Man kann sagen, dass zwischen 1984 und 1988 die gesamte Kirche komplett auf den Kopf gestellt wurde. Den Hochaltar zum Beispiel habe ich selbst in Einzelteile zerlegt in Lagern und Garagen eines Restaurators in der Eifel gesehen." Erst 28 Jahre später kann die Restaurierung des Altars mittlerweile als abgeschlossen bezeichnet werden: Im vergangenen Jahr wurden alle sieben Figuren des Altars fachgerecht restauriert.

Tourismus-Faktor

Mehr als zweieinhalb Millionen Euro hat die Stiftergemeinschaft seit ihrer Gründung über Spenden und Beiträge für die Restaurierungsarbeiten zusammen getragen. "Wer heute die Justinuskirche betritt, findet eine top-restaurierte Kirche vor", schwärmt Robiné. Als größter touristischer Faktor ziehe die Kirche jährlich rund 14 000 Menschen nach Höchst, berichtet Robiné. Trotz allem: "Die Restaurierung der Justinuskirche ist ein Projekt, dass eigentlich nie endet. Was vor 20 Jahren bereits erledigt wurde, wird heute wieder fällig." Und so arbeiten die Stifter unermüdlich weiter. Gerade erst wurden die Arbeiten am ältesten Altargerät der Kirche, der Turmmonstranz aus der Anfangszeit der Antoniter in Höchst um 1450, abgeschlossen. Und auch der Schlussstein mit vier Eichhörnchen erstrahlt wieder in der Farbe, die er bei seiner Entstehung vor 500 Jahren hatte. ehm

Die Mitgliederversammlung der Stiftergemeinschaft Justinuskirche beginnt am Do., 14. Februar, um 18.30 Uhr im Pfarrheim St. Josef, Schleifergasse 2–4.

Spendenkonto: Volksbank Höchst, BLZ 501 903 00, Konto 653 705.

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