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„Bürgern für Hornau“: Eine „Kur“ für zwei zentrale Treffpunkte

Beim Rundgang mit den „Bürger für Hornau“ wurden viele Projekte angesprochen. Geld dafür steht bereit.
Treffpunkt Bushaltestelle: Michael Jung, Vorsitzender der „Bürger für Hornau“, erklärt, wie das Areal gestaltet werden kann. Foto: Hans Nietner Treffpunkt Bushaltestelle: Michael Jung, Vorsitzender der „Bürger für Hornau“, erklärt, wie das Areal gestaltet werden kann.
Hornau. 

In Münster gibt es die Bürgervereinigung. „In Eppenhain bildet sich jetzt etwas“, weiß Bürgermeister Albrecht Kündiger. Auch der Fischbacher Vereinsring sei aktiv. „Aber so gut organisiert wie die Hornauer sind die Anderen nicht“, betont Kündiger und fügt an: „Wir können so viel Geld einstellen, wie wir wollen. Aber wenn die Bürger nicht mitmachen, funktioniert das alles nicht.“ Der Ortsrundgang mit den „Bürgern für Hornau“ bestätigt das einmal mehr. Mehr als zwei Dutzend Menschen haben sich am Vereinshaus versammelt – Vertreter der Politik, von Vereinen, der Kirchen und interessierte Bürger. In zwei Stunden sprechen sie Probleme und Projekte im Stadtteil an – und verdienen sich so den Abschluss im Gasthaus „Schäfer Jakob“.

Info: Ein Traum - 400 Mitglieder

Die „Bürger für Hornau“ haben auch personell die Weichen für die Zukunft gestellt. Michael Jung wurde bei der Jahreshauptversammlung ebenso einstimmig zum Vorsitzenden gewählt wie seine Mitstreiter:

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Für das erste Vorhaben müssen sie sich nur umdrehen: „In eine Sache kommt Bewegung“, sagt der gerade wiedergewählte Vorsitzende Michael Jung (siehe „Info“) und zeigt auf die Hornauer Straße. Sie wird in diesem Jahr unter anderem mit Mitteln aus der Landesförderung saniert. Das hat das Stadtparlament gerade beschlossen. Da auch die Bushaltestelle barrierefrei umgebaut wird, „hoffen wir, den Platz ebenfalls umgestalten zu können“, sagt Jung. Er hätte es allemal nötig: Schön ist die Fläche vor der Einfahrt in die Rotlintallee wahrlich nicht. Die Parkplätze sollen und müssen aber bleiben, möglichst alle Neune. Doch könnte es einen neuen, ansehnlicheren Pflasterbelag geben, zudem sollen das Kreuz und die „Blutlinde“ erhalten bleiben und in Szene gesetzt werden. Auch einen Schaukasten des Vereins wird es geben.

Fakt ist für die „Bürger für Hornau“: Wenn die Straße gemacht wird, soll der Platz ebenfalls an der Reihe sein. Es ergebe Sinn, beide Projekte in einem Zug anzugehen. Der Verein wird dazu Gelder beisteuern. Auch die Anwohner der Hornauer Straße werden eine gewisse Summe in die Hand nehmen müssen, sagt der Bürgermeister. „Ich halte nichts davon, wenn man einfach eine Teerdecke drüber macht.“ Die Straße müsse grundhaft erneuert werden – und dann sind laut Straßenbeitragssatzung die Anwohner finanziell zu beteiligen. Kündiger will eine Bürgerversammlung anbieten und sieht Kosten „im überschaubaren Rahmen“ auf die Nachbarn zukommen. Die Bushaltestelle wird entsprechend barrierefrei umgebaut, dazu muss auf der anderen Seite der Gehweg etwas verbreitert werden. Etwas weiter unten soll auch die Madonna an der Straße bei den Arbeiten keinen Schaden nehmen, betont Jung.

Einig sind sich die Teilnehmer der Tour darüber, dass der Gagernplatz nur wenige hundert Meter weiter ebenfalls eine Auffrischung nötig hat. Zum Teil ist er zugewachsen, zum Teil heben die Baumwurzeln die Bodenplatten an, die alten Bänke seien nicht mehr zeitgemäß, findet Jung. Hier sollen Planken auf den Steinelementen angebracht werden. Eine große Mulde muss trockengelegt werden. Und für die Pflege des Rosenbeetes vor dem Gagernhaus wird ein Helfer gesucht, nachdem Hartmut Wittekind das nicht mehr übernehmen kann. Die „Bürger für Hornau“ wollen mit den Dampfstrahler anrücken und den Grünbelag auf den Platten entfernen. Und ein Stromanschluss werde hier ebenfalls benötigt. Alles in allem besteht für Jung also „Handlungsbedarf“ auf diesem „grauen Platz“. Ebenso wie bei den beiden gelockerten Pfosten auf der Brücke, die offensichtlich von Vandalen „bearbeitet“ wurden.

Gehandelt haben Verein und die Katholische Kirchengemeinde schon direkt am Liederbach. Der dunkle Abschnitt des Fußwegs hinter dem neuen Pfarrheim wird jetzt von drei, an der Hauswand angebrachten LED-Strahlern beleuchtet. An den Kosten von 1700 Euro haben sich die „Bürger für Hornau“ erheblich beteiligt – ein weiteres Beispiel für unbürokratisches Bürgerengagement, finden die Teilnehmer der Tour.

Die führt sie am Bach entlang zur Fuchshöhle und dann zum „Schäfer Jakob“. Dort wird das Kopfsteinpflaster Thema, das von großen Lastwagen ramponiert wird. Immer wieder werden außerdem die Dreckecken und die fehlenden Mülleimer angesprochen. Für den Kirchplatz wird zum Beispiel eine Dog-Station mit Tüten für den Hundekot und ein Hinweisschild angeregt. Auch sollte der Fußweg am Liederbach in Richtung Stadtmitte weiter ausgeleuchtet werden, schlägt Heinz Kunz, im Magistrat zuständiger Stadtrat für Stadtteilangelegenheiten, vor. Die Bäume hinter dem Pfarrheim könnten deutlich zurückgeschnitten, wenn nicht zum Teil gefällt werden, regen einige Bürger an. Und so gibt es noch viele Vorschläge, die Bauamtsleiter Patrick Büttner notiert. Was umsetzbar ist, wird die Stadt sehen – manches muss auf die politische Schiene, manches kann auf dem kleinen Dienstweg erledigt werden.

(wein)
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