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Erstes inklusives Spielfest sollim Stadtteil keine Eintagsfliege sein: Eine Vorstellung, was Behinderte leisten

Von Zum ersten Mal hat die SG Nied ein inklusives Spielfest für behinderte und nichtbehinderte Kinder und Jugendliche gefeiert. Dabei kam es nicht auf sportliche Höchstleistungen an, sondern auf Spaß und die Erfahrung, sich in einen Rollentausch zu begeben.
Damian (5) hat Spaß beim Rollstuhl-Parcours; Mama Aneta Olewnik muss aufpassen, dass es der quirlige Knirps nicht übertreibt. Beim ersten inklusiven Spielfest auf dem Sportgelände der SG Nied konnten auch nicht behinderte Kinder ausprobieren, wie es ist, mit einem Rollstuhl zurechtkommen zu müssen. Foto: Maik Reuß Damian (5) hat Spaß beim Rollstuhl-Parcours; Mama Aneta Olewnik muss aufpassen, dass es der quirlige Knirps nicht übertreibt. Beim ersten inklusiven Spielfest auf dem Sportgelände der SG Nied konnten auch nicht behinderte Kinder ausprobieren, wie es ist, mit einem Rollstuhl zurechtkommen zu müssen.
Nied. 

Lars (8), David (6) oder Damian (5) müssen sich ganz schön anstrengen, um den Rollstuhlparcours über mehrere Hindernisse zu bewältigen – Kurven, eine schiefe Ebene, Wippen und Wippbretter. „Das war ganz schön schwer“, findet Lars und ist doch ganz froh, als er seinen Rollstuhl wieder verlassen kann. „Eine wichtige Erfahrung“, stellt seine Mutter Antje Wenzel fest. „So kriegt man auch eine Vorstellung, was es heißt, im Rollstuhl einen nicht abgesenkten Bürgersteig zu überwinden“, ergänzt Davids Mutter Annette Boden.

Riesen-Andrang

Mehr als 200 Kinder und Jugendliche kamen gestern zum ersten inklusiven Spielfest in Nied, das vor allem nicht behinderten Kindern eine andere Perspektive ermöglichte. Dazu gehörten neben dem Rollstuhlparcours auch eine Station mit einem Basketballkorb, der vom Rollstuhl aus getroffen werden sollte, außerdem Blasrohrschießen, Discgolf mit Frisbeescheiben, ein Zelt zum Kinderschminken und eine Hüpfburg.

Gar nicht so einfach für Lenny (12), aus der für ihn ungewohnten Haltung im Rollstuhl mit dem Basketball einen Korb zu werfen. Bild-Zoom Foto: Maik Reuß
Gar nicht so einfach für Lenny (12), aus der für ihn ungewohnten Haltung im Rollstuhl mit dem Basketball einen Korb zu werfen.

Der Anstoß zu diesem Spielfest kam vor mehr als einem Jahr von VdK und der CDU in Nied. „Eine Mutter mit einem schwerbehinderten Kind hatte mich angesprochen und beklagt, dass ihr schwerbehindertes Kind kaum eine Möglichkeit hat, um mit anderen Kindern zu spielen“, berichtet die VdK-Vorsitzende Gisela Steinkrauss. Die SG Nied erklärte sich gerne dazu bereit, das Fest auf ihrer Sportanlage an der Oeserstraße auszurichten. Beteiligt waren auch die Frankfurt Skyliners, die Panoramaschule und der Sportkreis Frankfurt, der Landtagsabgeordnete Uwe Serke übernahm die Schirmherrschaft.

Spielgeräte sollte man einfach einmal ausprobieren: Malina (5), hier mit Mama Janine Eckert, versucht sich mit der Frisbee im Discgolf. Bild-Zoom Foto: Maik Reuß
Spielgeräte sollte man einfach einmal ausprobieren: Malina (5), hier mit Mama Janine Eckert, versucht sich mit der Frisbee im Discgolf.

„Dank einiger Spenden unter anderem durch die Stiftung Nassauische Sparkasse können wir auch die Kosten von rund 2500 Euro gut bewältigen“, freut sich Heiko Walldorf, Geschäftsführer der SG Nied. „Mindestens genauso wichtig ist es aber, dass aus diesem Fest eine inklusive und nachhaltige Sportgruppe entsteht, die behinderte und nichtbehinderte Kinder und Jugendliche gleichermaßen anspricht“, betont der erste Vorsitzende Niko Föller.

Inklusive Gruppe gründen

Deshalb haben sich die beiden Sportleiterinnen Sabrina Hommel und Vivienne Graber dazu bereiterklärt, eine inklusive Gruppe aufzubauen: „Das Spielfest war dabei für uns so etwas wie ein Testlauf, um zu sehen, welche Spiel- und Sportarten besonders gut ankommen und wo wir vielleicht etwas variieren sollten“, sagt Sabrina Hommel. Beide Leiterinnen studieren Sport an der Goethe-Universität und habe bereits ein Seminar zum Thema Inklusion im Sport absolviert.

Juliana Toro bindet Rafael (2) einen Ballon an den Hosenbund. Bild-Zoom Foto: Maik Reuß
Juliana Toro bindet Rafael (2) einen Ballon an den Hosenbund.

So wurden etwa mit Blasrohrschießen und Discgolf zwei Turniersportarten ausgewählt, die sich auch gut auf die Bedürfnisse von Sportlern mit Handicaps anpassen lassen. Beim Nieder Spielfest galt es, in fünf Würfen möglichst viele Frisbees zielgenau in einen Fangkorb zu werfen. Und beim Blasrohrschießen konnten die Kinder sogar vorher ihre Zielscheiben selbst bemalen. „Ich habe vier Mal geschossen und gut getroffen“, freute sich Samuel (9) und zeigte stolz seine Scheibe mit den ziemlich mittig platzierten Farbklecksen.

„Das Fest war sogar noch viel besser besucht, als wir gedacht hatten, und hat allen einen Riesenspaß gemacht“, freut sich Föller. Auf jeden Fall soll es nächstes Jahr wieder stattfinden. Einziger Wermutstropfen: Der benachbarte Reitclub Georgshof war kurzfristig an der Teilnahme verhindert – was einige doch etwas schade fanden.

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