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Hans Wilhelm Gäb wird 80: Er plant für morgen und übermorgen

Von Der frühere Aufsichtsratschef der Adam Opel AG überlebte dank einer Lebertransplantation. Organspender zu sein, sei das beste Beispiel von Mitmenschlichkeit, sagt Gäb.
Hans Wilhelm Gäb
Vorsitzender des Vorstands Kinderhilfe Organtransplantation
Vorsitzender seit 2004;  Ehren-Aufsichtsratsvorsitzender Stiftung Deutsche Sporthilfe, Ehrenpräsident Deutscher Tischtennis-Bund Foto: Maik Reuß Hans Wilhelm Gäb Vorsitzender des Vorstands Kinderhilfe Organtransplantation Vorsitzender seit 2004; Ehren-Aufsichtsratsvorsitzender Stiftung Deutsche Sporthilfe, Ehrenpräsident Deutscher Tischtennis-Bund
Hofheim. 

80 wird Hans Wilhelm Gäb heute. Für ihn eigentlich kein Grund, großartig Rückblick zu halten. „Ich plan’ ja für morgen und übermorgen“, sagt der Wahl-Hofheimer. Gerade erst ist er als Vorsitzender des Vereins „Kinderhilfe Organtransplantation“ (KiO) wiedergewählt worden. Gäb hat ihn genauso gegründet wie den Verein „Sportler für Organspende.“ Ein Engagement, das aus seiner ganz persönlichen Geschichte herrührt. Eine Lebertransplantation hatte dem an Hepatitis C erkrankten früheren Spitzensportler, Manager und Sportfunktionär 1994 das Leben gerettet.

Organspender zu sein, ist für Gäb das beste Beispiel für Solidarität, Mitmenschlichkeit und Hilfsbereitschaft, das er sich vorstellen kann. „Wenn ich abtreten muss, kann ich bis zu fünf Menschen retten“, sagt er. Dass die Bereitschaft zur Organspende rückläufig ist, mache ihm Sorge. „Ich erlebe ja diese Schicksale von Menschen, die auf der Warteliste sind – vor allem die von Kindern.“ Die KiO versucht, zumindest die finanziellen Probleme, in die Familien oft in dieser Situation geraten, zu lindern.

Mann mit vielen Verdiensten

Hans Wilhelm Gäb gilt vielen als „moralisches Gewissen des Sports“. Viele Auszeichnungen und Ehrungen sind dem gebürtigen Düsseldorfer im Laufe seines Lebens zuteil geworden.

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Für die gute Sache hat Hans Wilhelm Gäb viel prominente Unterstützung gewonnen. Menschen, mit denen er im Laufe seines Lebens aus ganz anderen Gründen in Kontakt gekommen ist. Günter Jauch gehört genauso dazu wie Steffi Graf oder Karl-Heinz Rummenigge. Gerade erst hat er Thomas Müller zur Mithilfe gewonnen. Gäb sagt, er schätze den Bayern-Star, weil er „ein echter Kerl“ sei, einer, der für Fairplay und Kameradschaft und auch für Hilfsbereitschaft stehe. So wie Hans Wilhelm Gäb selbst dafür steht.

Tischtennis kann der gebürtige Düsseldorfer seit seiner Transplantation nicht mehr spielen. Der Ex- Nationalspieler und mehrfache deutsche Mannschaftsmeister mit Borussia Düsseldorf kam über den Sport zur Zeitung, als freier Mitarbeiter, dann als Volontär und Redakteur. „Ich musste mein Geld verdienen, weil ich von zu Hause nichts kriegte“, sagt er schmunzelnd. Das klappte mit der Entwicklung eines Tischtennisschlägers, von dem sich jährlich 20 000 Stück verkauften, und als Privat-Trainer von Helmut Horten, dem Inhaber der gleichnamigen Kaufhaus-Kette.

Als Sportreporter bei der Formel 1 entdeckte der junge Mann die Faszination Auto. „Eines Tages erhielt ich dann das Angebot, Mitbegründer eines Automagazins zu sein“, sagt Gäb. Das „Auto-Magazin“ mache ihn heute noch ein wenig stolz, wenn er es am Kiosk sehe. „Das ist mein Baby.“ Fünf Jahre habe er dort „Chefredakteur gespielt.“

Doch als der Heinrich Baur-Verlag das Blatt kaufte und einen Wechsel hin zu mehr Boulevard verlangte, den Gäb für ein Fachmagazin nicht für angemessen hielt, ging er 1973 gern auf das Angebot der Kölner Ford-Werke ein, dort als Pressesprecher anzufangen.

Schon bald sei er „hochgerutscht“, Vorstandsmitglied für Öffentlichkeitsarbeit und Regierungskontakte war Gäb bis 1981. Dann lockten VW und Opel. Gäb entschied sich für die Rüsselsheimer. „Da kann man sehr viel entwickeln und außerdem ist das Rhein-Main-Gebiet die Mitte von Deutschland“, nennt er die Gründe.

In Eppstein fand der zweifache Vater, der seit 54 Jahren mit Ehefrau Hella glücklich ist, 1983 ein Heim für die Familie. Seine Imagekampagnen mit Steffi Graf oder Bayern München als Werbeträgern brachten Opel weit nach vorn. „Fünf Jahre waren wir die Nummer eins in Europa. Das wissen heute nur Autofans noch“, sagt Gäb, der 1986 zum Vizepräsidenten von General Motors Europe in Zürich aufstieg. 1998 hat er den Vorsitz des Aufsichtsrats der Adam Opel AG aus Protest gegen den Kurs der amerikanischen Mutter GM niedergelegt. „Ich bin ohne goldenen Handschlag gegangen, weil ich das Zeichen setzen wollte“, sagt Gäb.

Als Kommunikations- und Marketingberater, etwa für Tischtennisstar Timo Boll, arbeitet er noch heute. „Der liebe Gott hat doch nicht gesagt, dass man mit 65 aufhören soll“, sagt der vierfache Großvater lächelnd. Auch für die Sporthilfe ist er weiter unterwegs, kämpft aktuell dafür, dass die Sportförderung des Staates nicht nur an die Zahl erreichter Medaillen gebunden wird. Einer, der für morgen und übermorgen plant eben. Und das auch mit 80.

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