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Ermutigendes Künstler-Trio

Drei Künstler, drei unterschiedliche Charaktere und Stilrichtungen – trotzdem bietet die neue Werkschau des Künstlerkreises auch viel Übereinstimmung.
Lara Mouvée, Sali Musliu und Herta Werlitz (von links) stellen im KunsTraum 44 des Künstlerkreises Kelkheim aus.	Foto: Maik Reuß Lara Mouvée, Sali Musliu und Herta Werlitz (von links) stellen im KunsTraum 44 des Künstlerkreises Kelkheim aus. Foto: Maik Reuß
Kelkheim. 

„Ermutigung“ ist der Titel der neuen Ausstellung im KunsTraum 44 des Künstlerkreises Kelkheim. Zwei Monate hat es gedauert, sich auf ihn zu einigen. Aber so läuft es nun einmal, wenn so starke Charaktere wie die von Künstlern zusammenkommen. Auch „Synergie“ könnte der Name lauten, denn Lara Mouvée, Herta Werlitz und Sali Musliu schaffen zusammen etwas, das weit mehr ist als die Summe seiner Teile. Am kommenden Sonntag eröffnet die Vernissage die Kunstausstellung, die bis zum Sonntag, 21. September, den Raum in der Breslauer Straße zieren wird.

Mouvée und Werlitz wollen hier einen Vorgang der „Öffnung“ betonen. Dies führte unter anderem zu Sali Musliu, einem Künstler aus dem Kosovo, als Dritten im Bunde. Außerdem wird ein Konzert am Samstag, 20. September, mit „Musik von Bach bis Tango“ und den Musikerinnen Irina Bunn und Judith Herrmann die Kunst in Bild und Form hin zur Musik öffnen.

Damit nicht genug, die Künstler öffneten auch den Raum an sich und entfernten die bekannten Stellwände, die schon auf dem Zauberberg Verwendung fanden. Dieses Vorgehen, das gewiss nicht ohne Kritik bleiben wird, schafft dennoch den gewünschten Effekt. Licht, Luft und Freiheit erfüllen den Ausstellungsraum und schaffen Platz zum Atmen sowie den Objekten ihren Freiraum. „Wir wollten aus dem Ausstellungsrhythmus ausbrechen, uns ein wenig abheben“, erläutert Mouvée. Dies ist ihnen ganz im Sinne ihrer „Ermutigung“ gelungen. Keck und mutig haben sie mit den bestehenden Strukturen gebrochen, ohne sich in irgendeiner Weise über die vorangegangenen Ausstellungen zu erheben.

Begonnen hat alles mit Mouvée und Werlitz, die seit 2005 Mitglied im Kelkheimer Künstlerkreis sind. Vor allem für Lara Mouvée lag der Sinn ihres Künstlertums schon immer darin, mit anderen Schaffenden aneinander zu geraten – im guten wie im schlechten Sinne. „Musiker brauchen auch andere Musiker, um ein Ensemble zu gestalten, um eine Jam-Session zu veranstalten. Künstler eben auch.“ Die in Weimar geborene Künstlerin trat mit Werlitz zusammen an Musliu heran. Der in Gjilan im Kosovo geborene Künstler hat an der Kunstakademie in Düsseldorf studiert und lebt derzeit in Frankfurt. Über seine Ausstellung im „Blauen Haus“ traf man sich. Musliu zeigte sich von der Kunst der beiden Frauen sehr begeistert und nahm die Einladung zu einer gemeinsamen Ausstellung gerne an. „Ich bin sehr zufrieden mit dem, was wir erreicht haben“, meint Musliu. „Wir sind drei unabhängige Künstler und haben doch etwas Gemeinsames geschaffen.“ Und das in jedem Detail. Vom Pressetext bis zum Aufbau der Objekte wurde alles im Konsens der drei Künstler entschieden. Da blieben auch heftige Diskussionen nicht aus. Das Ergebnis ist jedoch eine Ausstellung, die trotz ihrer drei verschiedenen Urheber wie aus einem Guss anmutet. Dennoch lassen sich die Kunstwerke und die Intention des Einzelnen klar unterscheiden. Mouvèe behandelt mit ihren Skulpturen in Bronze, ihren Fotografien und Fotomontagen den Lebenskreislauf des Menschen. Kraft und Verletzlichkeit, Körperlichkeit und Verspieltheit spiegeln sich in ihren Werken wider. Herta Werlitz hat sich mit ihrer Serie über Farben und Form von ihren früheren Werken wie Landschaftsmalereien und Stillleben entfernt. Die in Bad Arolsen geborene Künstlerin hat erst später den Weg in die professionelle Kunst gefunden und war in ihrem früheren Leben gelernte Bankkauffrau. Nun geht sie ganz in ihrem Schaffen auf. „Für mich steht das endgültige Bild nie vorher fest. Es entwickelt sich im Prozess des Schaffens. Mal komme ich nicht weiter, mal muss ich mich zwingen aufzuhören. Es ist viel schwieriger, als nur etwas abzubilden.“

Muslius Werke sind randvoll mit Bedeutung und Geschichte. Die auf den ersten Blick heiteren, farbenfrohen Bilder enthüllen ihr ganzes Inneres erst auf den zweiten und dritten Blick. Unter der obersten Schicht scheinen umfangreiche Inhalte zu brodeln, die sich demjenigen offenbaren, der länger betrachtet. „Für mich ist es ein Kampf“, erzählt der Künstler bedächtig, „ein Kampf zwischen dem, was geschehen ist und dem, was noch kommt.“

Die Ausstellung „Ermutigung“ wird am Sonntag, 7. September, um 11 Uhr im KunsTraum, Breslauer Straße 44, eröffnet und ist bis 21. September donnerstags und samstags von 15 bis 18 Uhr sowie sonntags von 11 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei.

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