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Erst die Reserve-Bank: Etappensieg für die Senioren-Initiative: Bunte Sitzgelegenheiten sollen bis zur endgültigen Lösung bleiben

Von Mit buntem Design und frechen Sprüchen laden sie zum Ausruhen und Verweilen ein: Die Ruhebänke, die gestern auf der Königsteiner Straße aufgestellt wurden. Zufrieden sind die Senioren jedoch noch nicht – und die Anwohner auch nicht.
Ursula Schmidt (l.) ist sich mit 102 Jahren nicht zu alt dafür aufzubegehren, wenn ihr etwas nicht passt – etwa, wenn es für Ältere keine Ruhebänke in der Fußgängerzone gibt. Brigitta Matthes (r.) und die anderen Mitstreiter der Senioren-Initiative unterstützen sie. Foto: Maik Reuß Ursula Schmidt (l.) ist sich mit 102 Jahren nicht zu alt dafür aufzubegehren, wenn ihr etwas nicht passt – etwa, wenn es für Ältere keine Ruhebänke in der Fußgängerzone gibt. Brigitta Matthes (r.) und die anderen Mitstreiter der Senioren-Initiative unterstützen sie.
Höchst. 

Sie sind kritisch, die Mitglieder der Senioren-Initiative Höchst, und sie lassen sich nicht gerne abspeisen. Zu oft haben sie mächtig Druck machen müssen, um etwas zu erreichen, was ihrer Ansicht nach selbstverständlich sein sollte. Und wenn sich die Stadt dann bewegt, ist trotzdem nicht alles so, wie es sein sollte: „Die Bank steht viel zu nah am Haus, da kommt ja keiner durch“, kritisiert Waltraud Beck.

Verhärtete Fronten

Sie gehört zu den Älteren, die seit vergangenem Jahr für Ruhebänke in der Höchster Fußgängerzone protestieren – und damit eine Grundsatzdiskussion entfacht haben. Denn die Stadt hatte – bis auf zwei – alle Sitzbänke in der Fußgängerzone abbauen lassen, weil sich Anwohner und Geschäftsinhaber darüber beschwert hatten, dass diese Bänke oft bis tief in die Nacht von Trinkern belagert waren. Die Senioren, die darauf pochen, dass Sitzgelegenheiten zum Pausieren ihre Mobilität erhöhen, ließen sich das nicht gefallen: Die Senioren-Initiative protestierte an mehreren Tagen im vergangenen Jahr und stellte schließlich selbst eine (provisorische) Gartenbank auf, die allerdings bald gestohlen wurde.

Wegen des Protests musste sich die Stadt bewegen: Zuständig ist das Stadtplanungsamt, das seinerseits das Quartiersmanagement der NH-Projektstadt beauftragte. Vorschläge, wie man die verfahrene Situation lösen könnte, gibt es viele. Allerdings: Anwohner und Gewerbetreibende, die zuvor gegen die Bänke gewettert hatten, folgten der Einladung des Stadtplanungsamts, sich an einem Gedankenaustausch zu beteiligen, nicht. Deswegen soll es jetzt am 28. August einen neuen Workshop geben. Dann soll über die jüngst im Ortsbeirat 6 (Frankfurter Westen) vorgestellten Ideen diskutiert werden.

Diese Vorschläge orientieren sich daran, wie man ein ähnliches Problem anderswo löst – etwa über die „verrückten Stühle“ im Nordend, wo Ladenbesitzer jeden Tag Stühle herausgeben und abends wieder einschließen. Oder durch Klappmobiliar, das abends mit einem Sperrriegel gegen nächtliche Nutzung gesichert werden kann.

Die beidem Bänke, die gestern auf der Königsteiner Straße montiert wurden, sind nur eine Übergangslösung. Mit ihrem bunten Erscheinungsbild und ihren frechen Mundart-Sprüchen sollen sie auf das Problem aufmerksam machen: „Hier ned rumbrülle, saufe, Dreck mache, brunze, kloppe“ steht etwa auf den Latten. Für die Interims-Bänke wurde eigens vom in Höchst ansässigen Büro für Typographie und Gestaltung „ffj“ ein buntes Design erarbeitet. Mit Humor wird um Rücksichtnahme auf die Anwohner gebeten. Das allerdings, so argwöhnen die Mitglieder der Senioren-Initiative, dürfte das angesprochene Klientel kaum verstehen.

Mehr Kontrolle gefordert

Planungsdezernent Mike Josef (SPD) ist bei einem Stadtspaziergang im vergangenen September auf das Thema aufmerksam gemacht worden. „Die Aufenthaltsqualität im öffentlichen Raum spiegelt sich auch an den Sitzmöglichkeiten wider, die zum Verweilen einladen sollen“, sagt er. Eine Patentlösung gibt es noch nicht. Zur Montage der Bänke gestern hatte die NH-Projektstadt einen Pavillon aufgestellt, um über kreative, flexible Sitzkonzepte aus Frankfurt und anderen Städten zu informieren.

Die Senioren-Initiative sieht das Problem weiterhin nicht in den Bänken, sondern darin, dass der Supermarkt auf der Kö bis 24 Uhr Alkohol verkauft und es keine Kontrolle gibt. Sie plädiert für eine Verlegung der Wache der Stadtpolizei in die Fußgängerzone – und sie ebenfalls bis 24 Uhr zu öffnen.

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