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Grundstück für die neue Ländcheshalle: Exner sieht noch Fragezeichen

Von Erstaunte Gesichter gab es bei der Besichtigung der Ländcheshalle durch die Hofheimer CDU. Der Zustand der Sportstätte spricht für sich.
Marode: Die Duschen und Waschgelegenheiten wurden schon von Generationen von Sportlern genutzt. Foto: Hans Nietner Marode: Die Duschen und Waschgelegenheiten wurden schon von Generationen von Sportlern genutzt.
Wallau. 

Wenn in der Ländcheshalle die Heizung läuft, bleibt die Lüftungsanlage aus. Sollte nämlich die Heizung ein Feuer in dem Gebäude entstehen lassen, dann würde eine Lüftungsanlage in Betrieb dafür sorgen, dass in kurzer Zeit die ganze Halle in Flammen steht. Es würde wohl über eine Million Euro kosten, dies so umzubauen, dass Lüftung und Heizung gleichzeitig betrieben werden könnten, so Hofheims Erster Stadtrat Wolfgang Exner.

Und das ist nur ein Argument dafür, die gerade wieder aufkeimende Debatte um eine Sanierung des Gebäudes ganz schnell wieder zu beenden. Ein zweiter Grund sind die Parkplätze. Wird die Halle grundlegend saniert, muss eine Baugenehmigung her, es erlischt der Bestandsschutz. Dann aber wird nach heutigen Vorschriften gebaut, und dies würde bedeuten, dass die Parkplätze an der Stelle, wo sie heute sind, nicht mehr gebaut werden könnten. Oder um Punkt 22 Uhr müsste die Halle geräumt sein – das ist wohl keine realistische Option für eine Sportstätte, die so intensiv genutzt werden soll.

Nein, auch der Ausstieg des Main-Taunus-Kreises aus dem Projekt einer neuen Ländcheshalle führt nicht dazu, dass wieder über eine Sanierung des Altbaus nachgedacht wird. Aber die Verärgerung über den Rückzieher des Kreises sitzt tief. Mehrfach wies Exner bei einer Besichtigung der Halle und des Geländes für den Neubau darauf hin, welchen Nutzen das gemeinsame Projekt hätte haben können – die gemeinsame Heizzentrale für die Schule und die Halle ist nur einer davon. Der Kreis hatte seinen Rückzug damit begründet, dass er zu viel hätte investieren müssen und lieber die bestehende Schulturnhalle saniert. Mit der mittelfristig notwendigen energetischen Sanierung der Halle werde der Kreis erneut erheblich investieren müssen, ist Exner überzeugt, dass der Kreis am Ende auch nicht billiger davon kommt.

Der Erste Stadtrat ist überhaupt misstrauisch geworden in Sachen Ländcheshalle und Main-Taunus-Kreis. Bislang schien es so, als sei es ausgemachte Sache, dass der Kreis nach wie vor bereit ist, einen Teil des Schulgeländes für die neue Halle zur Verfügung zu stellen. Die Stadt hatte das dem Kreis einst kostenlos mit der Schule überlassene Gelände zurückkaufen wollen, der MTK will es nur in Erbpacht vergeben. Exner versteht das Argument des Kreises nicht, möglicherweise werde es irgendwann für die Schule gebraucht – wenn die neue Ländcheshalle darauf steht, ist dort für nichts anderes Platz.

„Wenn wir das Grundstück bekommen“ – diese Formulierung fiel auffällig oft bei der Besichtigung. Offensichtlich ist man davon im Rathaus nicht mehr so richtig überzeugt. Er vermute, so Exner auf Nachfrage, der Kreis habe irgendein Koppelgeschäft im Sinn. Das würde bedeuten, dass irgendwelche Bedingungen erfüllt werden müssen, wenn auf dem Grundstück gebaut werden soll.

Die Besichtigung des Altbaus freilich bestätigte die CDU in ihrer Einschätzung, dass etwas anderes als ein Neubau nicht in Frage kommen kann. Von den sanitären Anlagen bis zum Gastraum der ehemaligen Gaststätte macht alles zwar keinen heruntergekommen, aber doch völlig überalterten Eindruck. Vieles, so Gebhard Dick von der städtischen Bauverwaltung, wäre heute überhaupt nicht mehr genehmigungsfähig, alleine schon aus dem Blickwinkel des Brandschutzes. Neuerdings haben sich gravierende Schäden im Unterbau des Hallenbodens herausgestellt – wenn dies verstärkt auftritt, müsste die Stadt einen sechsstelligen Betrag in die Hand nehmen, um die Halle betriebsfähig zu erhalten. 30 Jahre sei dort Leistungssport betrieben worden, das sehe man der Halle an, erinnerte Exner an die glanzvollen Bundesliga-Zeiten der Wallauer Handballer. Die sind inzwischen nur noch in der Bezirksliga A aktiv, das ist die siebte Liga. Aber auch dort wird man sich mit den baulichen Verhältnissen nicht mehr ewig abfinden wollen.

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