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Streiks im Busverkehr: Fahrgäste wollen mehr Informationen

Von Auch am heutigen Donnerstag gibt es wieder Streiks im Busverkehr. Die Fahrgast-Proteste halten sich aber noch in Grenzen – und manche Taxifahrer bekommen mehr Kunden.
Nur einige Taxifahrer verzeichnen beim Busstreik mehr Aufträge. Den großen Run auf die Taxis gibt es aber nicht. Foto: Hans Nietner Nur einige Taxifahrer verzeichnen beim Busstreik mehr Aufträge. Den großen Run auf die Taxis gibt es aber nicht.
Main-Taunus-Kreis. 

Die Unternehmer bieten eine Tariferhöhung um sechs Prozent an, die Gewerkschaften fordern eine Anhebung um 25 Prozent – so fasst Roland Schmidt, Geschäftsführer der Main-Taunus-Verkehrsgesellschaft (MTV), die Gefechtslage im Busfahrerstreik zusammen. „Die Fronten sind verhärtet“, schildert er die aktuelle Situation, und die Schlussfolgerung ist klar: Der Streik wird auch in den nächsten Tagen fortgesetzt. Mit einem fahrplanmäßigen Busbetrieb rechnet Schmidt frühestens für das Wochenende, wenn nicht gar erst für die nächste Woche.

Dabei unterscheidet sich im Main-Taunus-Kreis die Situation nach wie vor erheblich von der Lage etwa in Frankfurt. Ist in der Großstadt der Busverkehr komplett zum Erliegen gekommen, werden im Main-Taunus-Kreis fünf Buslinien bestreikt, die die DB Busverkehr Hessen im Auftrag der MTV fährt. Deshalb funktioniert derzeit vieles im Busverkehr des Landkreises.

Am Hofheimer Busbahnhof beispielsweise herrschte gestern nach Schulschluss das gewohnte Bild – nach 20 Minuten waren alle Schüler in irgendwelchen Bussen untergebracht. Gelegentlich mussten zwar die Bahnsteige gewechselt werden, es wurde durchaus gesucht und gefragt. Dies hat aber mehr damit zu tun, dass der Hofheimer Busbahnhof ohnehin überlastet ist und zudem dort gerade auch noch Bauarbeiten stattfinden. Nicht jeder Bus fährt daher auf dem vorgesehenen Bahnsteig ab – die Fahrer weichen aus und behindern sich gegenseitig. MTV-Prokuristin Birgit Hartmann erinnert daran, dass die Stadt den Busbahnhof im nächsten Jahr umbauen möchte.

Eine Ausweitung des Streiks droht in den nächsten Tagen fürs Kreisgebiet nicht. Gestern haben sich zwar auch Fahrer des Transdev-Konzerns dem Ausstand angeschlossen. Aufgerufen waren aber die Fahrer des Tochterunternehmens Transdev Taunus, die etwa im Hochtaunuskreis unterwegs sind. Die Fahrer der Transdev Rhein-Main dagegen, die im MTK fahren, sind von Verdi bisher nicht zum Streik aufgerufen worden.

Wer weiß was?

Zurück zum Hofheimer Busbahnhof: Sparsam sind zweifellos die Informationen, die es dort über ausfallende Linien gibt. Hinweise auf bestreikte Linien findet der Fahrgast gar nicht, und die Anzeige über ankommende und abfahrende Busse richtet sich nach Aussage des RMV nur teilweise nach dem tatsächlichen Geschehen, sonst aber einfach nach dem Fahrplan. „Wie kann es sein, dass es offensichtlich keine Informationen gibt, ob ein Bus fährt oder nicht?“, fragt Kreisblatt-Leser Till Wagner. Im Bahn- und Flugverkehr erfahre man dies ja auch spätestens am Bahnhof oder am Flughafen.

„Wir wissen selbst nicht mehr“, sagt dazu MTV-Prokuristin Hartmann. Und auch die beauftragten Unternehmen könnten kaum weiteren Informationen liefern. Sie berichtete von einem Fahrer, der der DB Busverkehr Hessen zugesagt hatte, eine Schulbuslinie zu befahren. Kaum hatte er die Kinder abgeliefert, stellte er den Bus wieder im Depot ab, statt den Rest der Strecke noch mit zu bedienen.

Die Zahl der Beschwerden hält sich, so die übereinstimmende Auskunft von RMV und MTV, derzeit noch sehr in Grenzen. Auch Verdi-Streikleiter Jochen Koppel äußert sich gegenüber dem Kreisblatt überrascht darüber, wie wenig wütende Fahrgäste sich bei der Gewerkschaft meldeten.

Nutznießer des Streiks sind offenbar, wenn auch nur in begrenztem Umfang, die Taxiunternehmen. Es gebe einige Fahrgäste mehr als sonst, so gestern einzelne Taxifahrer am Hofheimer Busbahnhof zum Kreisblatt. Schüler seien kaum darunter – für die ist die Fahrt mit dem Taxi dann offenbar doch zu teuer.

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