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Prozess: "Familienausflug" mit Reizgas endet vor Gericht

Jede Menge teure Schrauberbits, dazu Seitenschneider, Zangen und Autopflege - das alles ließ ein Steinbacher Ehepaar im Toom-Baumarkt in Münster mitgehen. Ohne zu bezahlen. Reizgas war auch noch im Spiel, was die Sache schwierig macht - Diebstahl mit Waffen: Vom Königsteiner Amtsgericht gab es dafür jetzt Haft auf Bewährung.
Foto: Peter Steffen (dpa)
Münster. 

Ein Ehepaar aus Steinbach wurde vom Königsteiner Amtsgericht insgesamt zu 14 Monaten Haft verurteilt, die 28 Jahre alte Ehefrau zu sechs, ihr Ehemann (35) zu acht Monaten. Ins Gefängnis muss das Paar nicht, denn das Gericht setzte die Strafe zur Bewährung aus, warnte aber vor weiteren Straftaten. Sollten solche ruchbar werden, werde die Bewährung widerrufen. Beide müssen außerdem 80 Stunden gemeinnützig arbeiten.

Für den Weiterverkauf?

Das Gericht hatte es als erwiesen angesehen, dass die beiden am 21. Oktober 2016 gegen 11.30 Uhr im Toom-Baumarkt in Münster Werkzeug und Autopflegemittel im Wert von 235 Euro gemeinschaftlich handelnd gestohlen haben. Da es sich nach Auffassung der Staatsanwaltschaft bei der Beute kaum um Eigenbedarf gehandelt haben dürfte, sondern um Ware für den Weiterverkauf, wäre als Strafvorwurf eigentlich die strafverschärfende gewerbsmäßige Variante des Ladendiebstahls in Frage gekommen. In der offenen Tasche der Frau war vom Ladendetektiv jedoch eine Sprühdose mit CS-Reizgas gefunden worden. Zwar unterliegt das der Tierabwehr dienende Gas nicht dem Waffengesetz, dennoch war das Gericht von einem Diebstahl mit Waffen ausgegangen, da die Dose zugriffsbereit war. Das wiegt dann vor dem Gesetz schwerer als gewerbsmäßiger Diebstahl.

Die Frau hatte bei ihrer damaligen polizeilichen Vernehmung alle Schuld auf sich genommen. Dieses Geständnis wiederholte sie in der Gerichtsverhandlung aber nur pauschal durch Kopfnicken und ließ auch keine ergänzenden Fragen des Gerichts zu. So kam sie mit nur sechs Monaten günstiger davon als ihr Mann. Sie hatte aber auch „nur“ drei Vorstrafen, ausschließlich Diebstahlsdelikte, im Register stehen, der Gatte aber deren 13. Bei ihm waren zu diversen Diebstählen noch Urkundenfälschung und Betrug hinzugekommen.

Mit Kinderwagen

Staatsanwältin und Richterin gingen von einer gewissen Gewohnheit aus, wobei die letzte Tat, so die Vertreterin der Anklage, als „Famili-enausflug“ getarnt war. Ein Kind des Diebespaars war nämlich mit dabei, im Kinderwagen.

Gestohlen und zunächst an der Kasse vorbeigeschmuggelt haben die beiden Angeklagten mehrere hochwertige Bit-Boxen, zwei Seitenschneider, ein Bohrersortiment, eine Elektroisolierzange sowie einen „Autoduft“. Die Gegenstände wurden teils in der mitgeführten, oben offenen Tasche und in der Hosentasche des Mannes verstaut. Dorthin war zunächst auch ein Pflegetuch fürs Auto verschwunden, das der Mann aber vor der Kasse wieder abgelegt hat. Einem der von der Leitung des Baumarktes gerufenen Polizisten hatte der Angeklagte gesagt, er habe die Sachen nicht gestohlen, sondern bezahlt. Der Kassenbon liege im Auto. Dort war er aber nicht, wie sich gleich darauf bei der Durchsuchung des Wagens herausgestellt hat.

(as)

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