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Freie Bahn für den „Glücksgriff“

Der Erste Stadtrat möchte Bürgermeister in seinem Wohnort werden. Welche Konsequenzen das für die Möbelstadt hat, ist noch offen. Das hängt auch davon ab, wie die Koalition mit der CDU fortgeführt wird.
Kelkheim. 
Dirk Westedt Bild-Zoom
Dirk Westedt

Als FDP-Politiker hofft Heinz Kunz, Fraktionsvorsitzender der Liberalen in der Stadtverordnetenversammlung, natürlich auf einen Sieg von Dirk Westedt bei der Hochheimer Bürgermeisterwahl im nächsten Jahr. Über die Chancen des Parteifreundes will er nicht unbedingt spekulieren – und wenn Westedt als FDP-Kandidat antreten würde, wäre das im Wettbewerb zu den großen Parteien sicher ein aussichtsloses Unterfangen. Aber Westedt wolle sich ja als Kandidat des bürgerlichen Lagers in Hochheim profilieren, weiß Kunz. Und dann ist die Situation nicht ganz so klar, zumal es keinen Mitbewerber mit Amtsbonus gibt. Westedt selbst hatte ja erklärt, in seinem Wohnort zumindest die Stichwahl erreichen zu wollen.

Als Kelkheimer kann er, wenn er seine Einschätzung von Westedts Arbeit ernst meint, diesem kaum die Daumen drücken. Denn Kunz bezeichnet Westedt als „Glücksgriff für Kelkheim“, stuft dessen Arbeit als Kämmerer und Sozialdezernent als erfolgreich ein und freut sich, dass der zweite Mann im Rathaus hinter Bürgermeister Thomas Horn (CDU) als gelernter Architekt auch noch Ahnung vom Bauwesen habe.

Steine in den Weg legen werde die Partei ihm sicher nicht, betont Kunz – was soll er auch anders machen. Natürlich sei er von der Kandidatur nicht überrascht worden, erklärt der Fraktionsvorsitzende. Westedt habe die Partei schon vor einem halben Jahr informiert, dass er auf das Thema angesprochen worden sei.

Nun ist es auch noch längst nicht der richtige Zeitpunkt, um über einen Nachfolger zu spekulieren, und auch Kunz hat sich darüber nach eigenem Bekunden noch keine Gedanken gemacht. „Wir werden schon einen guten Nachfolger präsentieren“, kündigt er immerhin für den Fall der Fälle an. Das wird dann im nächsten Jahr personalpolitisch interessant in Kelkheim, denn im übernächsten Jahr ist dort Bürgermeisterwahl. Tritt Amtsinhaber Thomas Horn noch einmal an? Wird er von der FDP unterstützt, oder schicken die Liberalen gar einen eigenen Kandidaten ins Rennen?

Hält das Bündnis mit der CDU, wird es sicher keinen FDP-Bürgermeisterkandidaten geben. Bei den Christdemokraten hat es bekanntlich in der Fraktionsführung einen Wechsel von Alexander Furtwängler zu Markus Bock gegeben. Natürlich kenne man sich lange, sagt Kunz einerseits. Die Haushaltsberatungen würden zeigen, wie weit das Bündnis funktioniere, betont Kunz andererseits.

Seit Bock CDU-Fraktionschef, ist hat die Koalition, die so ja nicht heißen darf, also noch keine echte Bewährungsprobe erlebt. Kunz strebt an, dass es zum Haushaltsplan gemeinsame Anträge mit den Christdemokraten gibt. Andernfalls gebe es eben Anträge von der FDP alleine, kündigt er an. In dem Fall müsste er natürlich darauf setzen, die Zustimmung von SPD und UKW zu gewinnen. Überspannen können die Kelkheimer Freidemokraten diesen Bogen allerdings – auch mit Blick auf eine mögliche Wahl des Ersten Stadtrats – sicherlich nicht.

(Manfred Becht)
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