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Keine Spur von Zukunftsangst: Friedrich-Ebert-Schüler gewinnen Innovationspreis beim HR-Filmwettbewerb

Von Eine Projektgruppe der Schwalbacher Friedrich-Ebert-Schule hat beim Wettbewerb „Meine Ausbildung“ des Hessischen Rundfunks den Innovationspreis gewonnen. Der Kurzfilm „Whispering Voices“ überzeugte die Jury mit ungewöhnlichen Ideen und wird bald sogar im Fernsehen gezeigt.
Die Betreuer Kim Bucher (links) und Achim Lürtzener (rechts) rahmen die erfolgreichen Filmemacher ein: Parisa, Andjela, Michel und Elena (vorne, von links), Gabriel, Paul, Lisa und Tim (hinten, von links). Foto: Hans Nietner Die Betreuer Kim Bucher (links) und Achim Lürtzener (rechts) rahmen die erfolgreichen Filmemacher ein: Parisa, Andjela, Michel und Elena (vorne, von links), Gabriel, Paul, Lisa und Tim (hinten, von links).
Schwalbach. 

„Starke Bild- und Tonmontagen“ sowie „ein kreativer Einblick in das menschliche Unterbewusstsein“, der „mittels Kostüm, Sounds, Greenscreen und einem Spiel von Licht und Dunkel“ erschaffen wurde: Nein, die Rede ist nicht vom neuen Spielberg-Streifen. Mit „Whispering Voices“ hat eine Projektgruppe aus drei neunten Klassen der Schwalbacher Friedrich-Ebert-Schule (FES) den Innovationspreis beim HR-Filmwettbewerb „Meine Ausbildung“ gewonnen. Den Auszügen aus der Jurybegründung, in der unter anderem YouTube-Star Coldmirror saß, ist kaum etwas hinzuzufügen. Belohnt wurden die zehn Schüler mit vielen neuen Erfahrungen, 2000 Euro Preisgeld und einer TV-Ausstrahlung ihres Films.

Viel Arbeit, wenig Freizeit

Lehrerin Kim Bucher war Initiatorin des Projekts. Bei einer Informationsveranstaltung warb sie für die Teilnahme, für die ihre Schüler viel Freizeit opfern mussten. Der Film entstand zwischen Januar und April, lediglich an zwei Tagen wurden die Jugendlichen freigestellt. „Ich wollte es ausprobieren“, sagt Gabriel zu seiner Motivation, während Michel zunächst „nur aus Spaß“ dabei war.

Eine Szene aus den Dreharbeiten Bild-Zoom
Eine Szene aus den Dreharbeiten

Viel gelernt haben sie in der Umsetzung vor allem von Khalid Asalati, Medienpädagoge beim Jugendbildungswerk des Main-Taunus-Kreises, das dieses Schwalbacher Projekt ebenso unterstützte wie das Jugendbildungswerk der Stadt Schwalbach in Person von Achim Lürtzener.

Die Schüler wählten einen ungewöhnlichen Ansatz, indem sie Selbstzweifeln ein Gesicht gaben – und bedrohlich wirkende, flüsternde Stimmen: die „Whispering Voices“. Ihnen wird ein lichtdurchfluteter Hintergrund entgegengestellt, vor dem Freunde die Zweifel auflösen, Alternativen aufzeigen und Mut machen. Die Ideen – wie etwa die, Zukunftsängste mit Elementen eines Horrorthrillers einmal aus einer anderen Perspektive zu zeigen – kamen allesamt von den Schülern, unterstreicht Bucher.

Lehrstelle gefunden

Der nun preisgekrönte Film ist nicht nur dafür geeignet, andere Schüler in ähnlicher Situation zu inspirieren. Auch die Teilnehmer selbst hat die Produktion weitergebracht. Andjela hat mittlerweile eine Ausbildungsstelle gefunden, erzählt sie, was mit Applaus ihrer Kollegen vor und hinter der Kamera bedacht wird. Zudem lernten sie viel über Filmtechnik, und auch die inhaltliche Auseinandersetzung mit dem Thema hat sie zum Nachdenken gebracht.

Das Projekt ist mit den Schülern gewachsen. „Das wird grauenvoll“, habe sie anfangs gedacht, räumt Kim Bucher lachend ein: Zu krude waren manche Ideen wie jene, sprechende Esel und Außerirdische einzubauen. Die Gruppe habe aber zunehmend selbst die Einsicht gewonnen, dass ein ernsthafter Film mehr erreichen könnte. „Es hat so viel Spaß gemacht, dass es für mich schon Belohnung genug war, den Film beim Wettbewerb einreichen zu können“, sagt Parisa.

Einen kleinen Wermutstropfen gab es: Die Preisverleihung im Sendesaal des Hessischen Rundfunks fiel auf einen Tag, an dem sich der Jahrgang in Weimar befand. Elena war die einzige Schülerin, die bei der Siegerehrung die Fahne der Schwalbacher hochhalten konnte: „Ich fand’s gut! Es waren rund 150 Menschen da, und ich musste viele Fragen beantworten“, berichtet sie.

Geld für AG-Technik

Was mit dem Preisgeld geschieht, das ist noch nicht entschieden. Ein Besuch im Eiscafé ist auf jeden Fall drin, und Kim Bucher denkt schon einen Schritt weiter: Es gibt an der Schule keine Video-AG. Sie könnte sich vorstellen, mit dem Betrag eine Grundausstattung an technischer Ausrüstung anzuschaffen. Für „Whispering Voices“ hatte das Jugendbildungswerk die Technik gestellt. Das Fazit von Asalati fällt deutlich aus: „Das war ein rundum tolles Projekt mit super kreativen Menschen!“

Filmschau in TV und Internet

Der Film der FES-Schüler ist auf YouTube unter dem Suchbegriff „Whispering Voices Schwalbach“ abrufbar. Zudem wird er am Mittwoch, 28. Juni, um 10.50 Uhr im HR-Fernsehen gezeigt.

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