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Autorinnengruppe „Bloody Maries“: Gänsehaut unterm Weihnachtsbaum

Von Wie kommt die Urne mit Asche in Omas Schrank? Eine Antwort darauf gibt Ingrid Reidel – Neuzugang bei den „Bloody Maries“ – in ihrem Krimi, der Teil einer gerade erschienen Anthologie ist, die „mörderischen“ Autorinnen nun präsentierten.
Die „Bloody Maries“ Chris Silber-Klein (links) und Ingrid Reidel präsentieren ihre neuste Krimi-Anthologie . Foto: Hans Nietner Die „Bloody Maries“ Chris Silber-Klein (links) und Ingrid Reidel präsentieren ihre neuste Krimi-Anthologie .
Schwalbach. 

Eine Frau erbt das alte Bauernhaus ihrer Oma. Im Licht einer schwachen Funzel geht die Enkelin mit einer Freundin durch die Räume, um zu sehen, was die Oma hinterlassen hat. Schemenhaft wirft betagtes Mobiliar seine Schatten. Im Schlafzimmer steht ein großer Schrank, der beim Öffnen ächzt. Im Schrank sind zwei Kartons. Als die Frauen in den ersten Karton schauen, starren ihnen tote Augen entgegen. Sie schrecken zurück, aber der Karton ist nur voller Puppenköpfe. Als sie dem zweiten Karton sein Geheimnis entlocken wollen, lassen sie ihn schreiend fallen. Im zweiten Karton war eine Urne. Eine Urne mit menschlicher Asche. Warum hatte die Oma eine Leiche im Schrank?

Na – schon Gänsehaut bekommen? Diese Szene könnte der Anfang eines Krimis der „Bloody Maries“ sein, der Autorinnengruppe um die Schwalbacher Verlegerin und Schriftstellerin Chris Silberer-Klein, die seit 2012 ihr mörderisches Handwerk betreibt. Ist sie aber nicht. Diese Szene hat das Leben geschrieben. Ingrid Reidel – der hochkarätige Neuzugang bei den „Bloody Maries“ – hat das selbst erlebt.

„Da hatte ich gerade mit dem Schreiben angefangen. Eigentlich wollte ich Kinderbücher machen, aber von da an war mein Genre klar. Es mussten Krimis sein“, sagt die 57Jährige, die als Erzieherin arbeitet. Ingrid Reidel, hat gerade den Deutschen Kurzkrimi-Preis 2017 im Rahmen des „Tatort Eifel“-Festivals gewonnen. Auch bei den „Bloody Maries“ ist sie jetzt so richtig eingestiegen. Im „crimetime-Verlag“ von Chris Silberer-Klein ist aktuell die lange erwartete dritte Kurzkrimi-Anthologie der „Bloody Maries“ mit dem Titel „Killer for one“ erschienen.

Assoziation gewollt

Die Assoziation zum Silvesterklassiker „Diner for one“ ist gewollt, denn die „Bloody Maries“ servieren zu ihren Morden stets auch kulinarische Rezepte. Ingrid Reidel hat nicht nur den Umschlag des neuen „Bloody Maries“-Buches gestaltet: Sie hat mit „Die Rotweinprobe“, „Liebstöckel“ und „Blutwurst“ auch gleich drei Kurzkrimis beigesteuert. Die Buchillustrationen stammen wieder von Roxana Ené, die ebenfalls einen Beitrag im Buch hat. Weitere Krimis in „Killer for one“ stammen von Rita Hausen, Tanja Konopka und Chris Silberer selbst sowie von der bisher einzigen männlichen „Bloody Marie“, von Fritz M. Grün.

Blut und Äppelwoi

Die „Bloody Maries“ haben sich den „Krimis, aus dem Land, wo Blut und Äppelwoi fließen“, wie es auch im Untertitel des neusten Werkes heißt, verschrieben. Hessisches Lokalkolorit und Schauplätze aus der Region sind vielfach die Zutaten. Die Autorinnen leben selbst in Hessen und vorwiegend im Main-Taunus-Kreis. Jedoch auch Krimi-Schreiberinnen aus den hessischen Grenzgebieten sind auf die „Bloody Maries“ aufmerksam geworden, die sich bei einem wachsenden Fanclub einen Namen machen. So lebt Ingrid Reidel in Weinheim im grenznahen Baden-Württemberg. Die beiden ersten Krimibände „Mordsmomente“ und „Haarscharf und „Zabbeduuster“ sind praktisch schon vergriffen. „Die Premierenlesung des neuen Buches „Killer for one“ vor einigen Tagen in der Alten Schule in Schwalbach war ein voller Erfolg“, freut sich Chris Silberer-Klein. Im schwarzen Outfit mit Hut und Brille treten die „Bloody Maries“ bei Lesungen auf.

Und wie das nun mit Ingrid Reidels Oma? „Es hat sich aufgeklärt, dass die Asche von ihrer Schwester stammte, die über den Niagara-Wasserfällen verstreut werden wollte. Das wurde auch mit einem Teil der Asche getan, den Rest hat meine Oma behalten“, sagt Ingrid Reidel. Der Krimiband „Killer for one“ von den „Bloody Maries“ passt nicht nur vom Titel her in die Weihnachts- und Silvesterzeit – er ist ein zudem ein originelles Weihnachtsgeschenk. Auch „Die Rotweinprobe“ spielt übrigens unterm Tannenbaum.

 

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