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Neues Gesetz für "Kampfhunde": Gefährliche Hunde werden viel teuerer

Foto: Jagodka
Hofheim. 

20 Hundebesitzer in Hofheim werden künftig deutlich tiefer in die Tasche greifen müssen. Der Grund: Bislang wurden in Hofheim die sogenannten „Kampfhunde“ nicht gesondert besteuert. Ihre Besitzer mussten wie die anderen Hundehalter für ihren Vierbeiner jährlich jeweils 92 Euro zahlen – außer sie hatten mehrere Exemplare zu Hause. Die Steuer wird jetzt – so empfahl es der Haupt- und Finanzausschuss – kräftig aufgestockt: Künftig fallen für gefährliche Hunde 736 Euro im Jahr an. Dazu gehören neben den Tieren, die durch ihr schlechtes Verhalten aufgefallen sind, entsprechend der Hessischen Gefahrenabwehrverordnung folgende Rassen: Rottweiler, Pitbull-Terrier, Staffordshire Terrier, Staffordshire Bullterrier, American Bulldog, Dogo Argentino, Kangal sowie Kaukasischer Owtscharka.

Der Hintergrund: In den Kommunen rundherum wird die erhöhte Steuer für die Hunde verlangt, die auf der Liste stehen. Da besteht die Gefahr, dass gewitzte Zeitgenossen ihren Kaukasischen Owtscharka beim Onkel in der Kreisstadt anmelden, um die Abgaben zu sparen. Zwar heißt es in der Vorlage, dass Hofheim noch die einzige Kommune im MTK sei, in der es keinen erhöhten Steuersatz für gefährliche Hunde gebe, aber das stimmt nicht ganz: In Eschborn wird gar keine Steuer für die Vierbeiner erhoben – egal ob die nun lieb oder gefährlich sind.

Ein bisschen Irritationen gab es im Ausschuss dann noch über die Feststellung, wer nun zu den gefährlichen Hunden gehört. „Ich habe nur eine Schildkröte und kenne mich nicht so aus“, sagte der Linke Bernd Hausmann. Er wollte wissen, wie beispielsweise ein Kangal oder Owtscharka zu erkennen sei. „Das steht im Hundepass“, erklärte Erster Stadtrat Wolfgang Exner. Ganz so einfach sei das aber nicht, merkte Hundebesitzer Werner Steinmann (FDP) an: „Bei Mischlingen ist das schwieriger.“ Er störte sich daran, wie Hunde anderer Rassen als „gefährlich“ eingestuft werden. So könne er sich beispielsweise beim Hundespaziergang mit dem Grünen Daniel Philipp nicht unterhalten, weil sich ihre Vierbeiner einfach nicht leiden können und deshalb gar nicht freundlich verhalten. Gefährlich seien sie trotzdem nicht. Da fürchtet der Liberale, dass Hunde schnell als gefährlich eingestuft werden könnten.

Offensichtlich teilten die anderen Mitglieder des Gremiums diese Sorge nicht: Zwar gab es bei einer Gegenstimme von Steinmann auch zwei Enthaltungen von Andreas Nickel (FWG) und Christian Matz (SPD), die Mehrheit in der Stadtverordnetenversammlung am Mittwoch, 30. September, dürfte aber sicher sein. Mit anderen Worten: Die Stadtkasse wird künftig pro Jahr etwa 13 000 Euro mehr einnehmen.

(mg)
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