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Rundgang in Neuenhain: Gegen viele Leiden ist ein Kraut gewachsen

Von Es lohnt sich, die Bad Sodener Wiesen und Felder einmal genauer unter die Lupe zu nehmen. Bei einem Rundgang in Neuenhain stellte Fachfrau Regine Ebert vor, was den Menschen dort alles blüht – und wie es ihnen helfen kann.
Regine Ebert (oben) verriet bei ihrer Führung, wie Kräuter wirken. Scharbockskraut ist zum Beispiel reich an Vitamin C. Foto: Maik Reuß Regine Ebert (oben) verriet bei ihrer Führung, wie Kräuter wirken. Scharbockskraut ist zum Beispiel reich an Vitamin C.
Neuenhain. 

Führungen mit der Kräuterexpertin Regine Ebert wirken auf mehrere Weisen. Sie erden und öffnen die Augen für manches Gewächs am Wegesrand, das mehr Beachtung verdient hätte. Umso besser, wenn es dazu noch lecker schmeckt oder helfen kann, Unpässlichkeiten loszuwerden. Am Ende ihrer rund anderthalbstündigen Führung durch die Felder Neuenhains wunderte es keinen der rund 30 Teilnehmer mehr, dass etwa der Kautschuk des Löwenzahns mittlerweile von der Reifenindustrie entdeckt wurde: „Es steckt eben viel mehr in Pflanzen, als wir uns vorstellen können.“

Los ging es am Hangelstein in Richtung Süßes Gründchen. Bereits nach wenigen Metern wurde Ebert fündig: „Das Scharbockskraut, damit beginnt der Frühling.“ Sein Name leitet sich von der Mangelerkrankung Skorbut ab, die man in früheren Zeiten mit dem Vitamin C-reichen Gewächs bekämpfte. Frische, junge Blätter machen sich beispielsweise gut in einem Salat. Vorsicht ist aber geboten: Mit der Blüte bildet die Pflanze verstärkt einen Stoff aus, der sie unbekömmlich macht.

Pflanzliches Antibiotikum

Es sei auch heutzutage noch sinnvoll, dem Körper im Frühjahr einen kleinen Stups zu geben, findet Ebert. Beim Wort „entschlacken“ lächelten manche Ärzte milde, weiß sie: „Wir sind kein Bergwerk, das ist richtig.“ Es sei vielmehr als Bild zu verstehen: In der Regel muteten die Menschen ihren Entgiftungsorganen schlicht zu viel zu. Kann der Körper die Toxine nicht loswerden, lagert er sie ab – und Krankheiten können entstehen. Ein wenig Unterstützung für den Körper bei der Bewältigung seiner Aufgaben ist da willkommen.

Dafür bietet sich beispielsweise der Bärlauch an, der sich in diesen Tagen immer öfter auf den Neuenhainer Feldern blicken lässt. Oft werde ihr die Frage nach der Verwechslungsgefahr mit den giftigen Maiglöckchen gestellt, sagte Ebert. Erstes Merkmal: Bärlauch riecht stark nach Knoblauch. Diese Unterscheidung allein reicht aber nicht, wenn etwa die Finger bereits vorher mit dem Kraut in Berührung kamen. Bärlauch-Blätter sind außerdem weich und oftmals am Rand ein wenig gewellt. Die Unterseite ist meist etwas heller, während sie beim Maiglöckchen glänzt. „Lassen Sie bitte mindestens ein, zwei Blätter stehen, damit die Pflanze weiter wachsen kann“, mahnte Ebert. Wer zu viel Bärlauch im Garten habe, könne die Wurzeln als Appetithappen einlegen.

„Das Ding da?“, entfuhr es einem Teilnehmer, als Ebert einen Spitzwegerich vorstellte. Ihr Urteil fiel positiv aus: „Gut für das Immunsystem, ein pflanzliches Antibiotikum.“ Zu Sirup verarbeitet, könne man mit ihm sehr effektiv Husten oder Bronchitis bekämpfen. Zudem leistet er gute Dienste bei der Wundheilung. Noch hält sich manches Wildgewächs bedeckt, doch auch Taubnesseln („Aus den Blüten kann man wunderbaren Tee machen“), Löwenzahn („gut für Leber und Niere“) und Springkraut („eine Bereicherung für jeden Salat“) wurden am Freitag bereits gesichtet.

Immer wieder wechselten die Blicke zwischen der ausgebildeten Phytotherapeutin und dem Boden hin und her. Die Rückkehr auf die asphaltierte Straße fühlte sich nach diesem Ausflug zu manchem Wunder der Natur fast ein wenig enttäuschend an.

 

Die nächsten Führungen mit Regine Ebert finden am Freitag, 22. April, statt. Treffpunkt ist jeweils um 16 oder 17.30 Uhr auf dem Parkplatz am Ende der Kelkheimer Straße (Altenhainer Tal). Die Teilnahme ist kostenfrei, eine Anmeldung ist nicht nötig.

 

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