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Harmlose Raupe: Gespinstmotte spinnt einen Schleier gegen Fressfeinde

Auffällig viele Raupen der Gespinnstmotte tauchen in diesem Jahr in Hattersheim sowie in anderen Gebieten des Main-Taunus-Kreises auf. Sie legen einen großen weißen Schleier über Pflanzen, sind aber weder für den Menschen noch für das Holz schädlich.
Gespinnstmotten-Raupen schützen sich mit seidigen Fäden vor Fressfeinden und Regen. Gespinnstmotten-Raupen schützen sich mit seidigen Fäden vor Fressfeinden und Regen.
Hattersheim. 

Mit einem weißen Schleier umwobene Büsche und Bäumchen sehen bizarr aus und würden perfekt als Dekoration zu einer Halloween-Party passen. Sie stehen allerdings jetzt in der Landschaft rum – und es sind in diesem Jahr auffallend viele Pflanzen, die eingesponnen sind. Verantwortlich für die seidigen Schleier sind die harmlosen Raupen der Gespinnstmotte. Sie schützen sich mit dem Geflecht von Fäden vor Fressfeinden.

Seit einigen Tagen erhält die Hattersheimer Stadtverwaltung wegen der umwobenen Pflanzen vermehrt Anrufe und E-Mails, berichtet Sabrina Saur aus dem Büro von Bürgermeister Klaus Schindling. Bekämpft würden die Raupen der Gespinnstmotte aber nicht. Sie seien für Mensch und Gehölz unschädlich. „Gehölze reagieren auf Kahlfraß mit Neuaustrieb, dem sogenannten Johannistrieb.“

Anders sei das beim Eichenprozessionsspinner: Wegen der Gesundheitsgefahr für Menschen wurde gegen sie, so wie vor einigen Tagen, gespritzt – zumindest an sensiblen Standorten wie Sportplätzen, Friedhöfen und Spielplätzen, heißt es in einer Pressemitteilung der Stadt Hattersheim.

Im denkmalgeschützten Nassauer-Hof-Garten werde außerdem – auch dort mit biologischem Schädlingsbekämpfungsmittel – gegen den Buchsbaumzünsler vorgegangen, um den alten Baumbestand im Garten zu erhalten.

Zurück zu den zurzeit verstärkt auftretenden Gespinstmotten: Sie ernähren sich hauptsächlich von Sträuchern und Obstbäumen – an denen sie keine großen Schäden hinterlassen und nur zu einem geringen Zuwachsverlust führen. Gespinnstmotten sind an ihrem hellen Körper mit vielen einzelnen kleinen schwarzen Punkten zu erkennen. Ohne die Tiere gesehen zu haben, erkennt der Beobachter an den weißen Schleiern, dass eine Pflanze voll mit Gespinstmotten ist.

Leicht haben es die Raupen der Gespinnstmotte nicht. Da sie sich über die Blätter von nur ein oder zwei Baum- oder Straucharten hermachen, laufen die Raupen Gefahr, zu verhungern, wenn sie auf der Suche nach einem noch nicht kahl gefressenen Strauch alles – also auch Gräser, Kräuter, Zaunpfosten oder ganze Bänke – einspinnen.

„Den seidigen ,Schleier‘ spinnen die kleinen Raupen, um sich vor Fressfeinden wie Vögeln oder Witterungseinflüssen wie Regen zu schützen“, erklärt Karl-Heinz Jelinek vom Naturschutzbund (Nabu). Unter dem Schleier fräßen die Raupen bis Mitte Juni den befallenen Baum kahl. Dann wanderten sie zum Stammfuß, wo sie sich im Schutz des Gespinsts verpuppen würden.

„Anfang Juli schlüpfen bereits die weißen, schwarz gepunkteten Falter“, so der Nabu-Insektenfachmann weiter. Nach der Paarung legten die Falter ihre Eier wieder ab, wo sie bis zum nächsten Frühjahr geschützt überdauerten.

(isa,dmk)

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