E-Paper Abo & Service Immo Stellen Trauer
Anzeige Hofheim am Taunus 22°C

Private Einrichtung: „Glückskinder“: Ein Glücksfall für die Kinderbetreuung?

Von Ist die Einrichtung Glückskinder ein Glücksfall für die Kinderbetreuung in Sulzbach oder macht sich die Gemeinde von einem privaten Anbieter abhängig? Die Meinungen gehen bei den Parlamentariern auseinander.
Symbolbild Foto: Julian Stratenschulte (dpa) Symbolbild
Sulzbach. 

Der private Anbieter Glückskinder GmbH will in der Sulzbacher Otto- Volger-Straße 19 eine zweite Kinderbetreuungseinrichtung für bis zu 75 Kinder von sechs Monaten bis zum Schuleintritt eröffnen. Wenn der Vertrag zustande kommt, soll die Gemeinde 132 000 Euro Betriebskosten zahlen, die als überplanmäßige Bereitstellung von Haushaltsmitteln am Donnerstag dieser Woche von der Gemeindevertretung genehmigt werden sollen. Zudem wird von der Gemeinde ein Investitionszuschuss in Höhe von 148 000 Euro gefordert. 100 000 Euro im Haushalt 2017, die als Planungskosten für einen Kita-Neubau vorgesehen waren, will die Gemeinde zu diesem Zuschuss umwidmen. Die restlichen 48 000 Euro sollen in den Haushalt 2018 eingestellt werden.

Während vor allem Bürgermeister Elmar Bociek und die CDU-Fraktion damit die Chance sehen – auch angesichts eines beschlossenen Zuschusses für Sulzbacher Eltern – die Wartelisten abzubauen, befürchten SPD, Bündnis90/Die Grünen und die Freien Wähler, die Gemeinde mache sich zu sehr von einem privaten Betreiber abhängig.

Größerer Bedarf

Die Freien Wähler lehnen den Vertrag mit der Glückskinder GmbH kategorisch ab, bei der SPD und den Grünen gibt es bis Donnerstag noch Beratungsbedarf.

Die private Einrichtung Glückskinder mit höheren Preisen als die Kindertagesstätten der Gemeinde und der Kirchengemeinden ist für Sulzbacher Eltern deshalb interessant geworden, weil die Gemeindevertretung dafür ebenso einen Zuschuss beschlossen hat wie für eine Betreuung bei Sulzbacher Tagesmüttern. Seitdem gibt es bei der Kita Glückskinder sogar eine Warteliste mit Sulzbacher Interessenten.

Odo Klais (CDU) verwies auf einen künftigen größeren Bedarf an Kinder-Betreuungsplätzen, wenn neuer Wohnraum in Sulzbach entsteht. Mit der neuen Einrichtung Glückskinder könnten dann genügend Plätze angeboten werden.

Dabei stieß Klais aber auf Widerspruch. Martin Lissmann (SPD): „Die Glückskinder können nur eine Ergänzung sein und kein Ersatz. Es ist die Pflicht der Gemeinde, Kinderbetreuungsplätze zur Verfügung zu stellen.“ Deshalb fordert die SPD, die Planungskosten in Höhe von 100 000 Euro für einen Kindergarten-Neubau erneut in den Haushalt 2019 einzustellen.

Ein wenig Zauberei

Jörg Sydow (FDP) sieht das genauso: „Die Probleme sind nicht mit einem Glücksgriff und ein wenig Zauberei zu lösen. Die Einrichtung Glückskinder kann keine Dauerlösung sein.“ Sydow fragte, was im Jahr 2020 sein wird: „Kinder fallen nicht vom Himmel, sondern ziehen mit dem Umzugswagen hier ein.“ Auch Christian Mathé von den Grünen fordert: „Weiter machen mit den Planungen unserer Einrichtungen.“ Er sieht die Unterstützung der Glückskinder auch als ein Stück Wirtschaftsförderung, weil der Standort Sulzbach für Unternehmen und deren Mitarbeiter durch das Angebot der Kinderbetreuung interessanter wird. Fraktionschef Manfred Reccius von den Freien Wählern: „Wir haben kein Vertrauen in diesen Vertrag. Der Betreiber kommt immer vor Weihnachten, fordert Geld und droht, dass er ohne eine Bezuschussung die Einrichtung schließen müsste.“

Zur Startseite Mehr aus Main-Taunus

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutz Über unsere WerbungRSS

© 2018 Frankfurter Neue Presse

Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen