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Delegiertenparteitag: Glückwunsch Norbert Altenkamp

Von Das Interesse an der Kür des Bundestagsdirektkandidaten der CDU im Wahlkreis 181 war groß. Gab es zum Vorschlag des Kreisvorstands, dem Bad Sodener Bürgermeister Norbert Altenkamp, doch noch einen weiteren Interessenten an der Nachfolge von Heinz Riesenhuber.
Händeschütteln unmittelbar nach der Bekanntgabe des Ergebnisses. Martin Heipertz (Mitte) gratuliert Norbert Altenkamp, der 21 Stimmen mehr als sein Herausforderer bekommen hatte. Der Applaus von Heinz Riesenhuber gilt wohl beiden Kandidaten. Foto: Knapp Händeschütteln unmittelbar nach der Bekanntgabe des Ergebnisses. Martin Heipertz (Mitte) gratuliert Norbert Altenkamp, der 21 Stimmen mehr als sein Herausforderer bekommen hatte. Der Applaus von Heinz Riesenhuber gilt wohl beiden Kandidaten.
Main-Taunus. 

Als Versammlungsleiter Frank Blasch gestern Abend gegen 21 Uhr das Ergebnis bekanntgab, ging ein Raunen durch die Hofheimer Stadthalle. Zwar war Bad Sodens Bürgermeister Norbert Altenkamp wie erwartet zum Bundestagsdirektkandidaten der CDU im Wahlkreis 181 (Main-Taunus sowie die Hochtaunuskommunen Königstein, Kronberg und Steinbach) gewählt worden. Das Ergebnis war aber alles andere als wirklich eindeutig. 104 Delegierte hatten für den 44 Jahre alten Rathauschef gestimmt, immerhin 83 für Martin Heipertz.

Es war ein Rennen zwischen dem „bekennenden Beute-Hessen“ und Vereinsmenschen Altenkamp sowie dem in Berlin lebenden, aber im MTK, in Kelkheim aufgewachsenen Martin Heipertz. Der eine, Altenkamp, machte in seiner Bewerberrede deutlich, dass er als Lobbyist, als Wasserträger der „kommunalen Familie“ nach Berlin gehen möchte. Heipertz dagegen sieht seine Kompetenzen in der Geld-, in der Sicherheits- und in der Außenpolitik. Diese wolle er mit der lokalen Kompetenz der Christdemokraten im Wahlkreis zusammenbringen.

Die Bewerbungsreden von Altenkamp wie von Heipertz kamen bei den 188 anwesenden Delegierten sowie zahlreichen weiteren Gästen wie Main-Taunus-Landrat Michael Cyriax und dessen Hochtaunus-Kollege Ulrich Krebs durchaus an. Bei Altenkamp fehlte einigen der Blick auf Themen über den Wahlkreis hinaus, Heipertz kam anderen dagegen etwas zu theatralisch daher, als er von einer Stimme erzählte, die ihm „Vertrauen“ zuflüsterte, als er einen Rosenkranz betete.

Trotz der extrem unterschiedlichen Ausgangspositionen gab es in den beiden Bewerbungsreden auch Gemeinsamkeiten. Beide betonten ihren Glauben, beide hoben die Leistung von Heinz Riesenhuber hervor, beide kritisierten die Bundesregierung bezüglich der Bewältigung der Flüchtlingskrise.

Auffallend war, dass Norbert Altenkamp deutlich mehr Applaus bekam als Martin Heipertz. Erkennbare Unterstützung gab es für Letzteren nur aus dem Kelkheimer Delegiertenlager sowie aus dem der Königsteiner. (In der Hochtaunus-Stadt hatte der Parteivorstand seinen Vertretern bei der Versammlung wie berichtet empfohlen, für Heipertz zu stimmen.)

Der Unterschied beim Applaus war schon bei den Kandidaten-Vorschlägen hörbar. Kreischef und Staatsminister Axel Wintermeyer hatte Altenkamp ins Rennen geschickt. Er sei würdig, das große Erbe von Heinz Riesenhuber anzutreten. Mit Altenkamp mache der Kreisvorstand ein „junges, dynamisches“ Angebot. Er sei präsent, kompetent und integer, fleißig, aber auch locker. Er sei ein Mann der Basis, kenne den Wahlkreis und sei in ihm verwurzelt. Altenkamp werde das Vertrauen der Delegierten nicht enttäuschen.

Birgit Brause, stellvertretende Fraktionsvorsitzende der CDU im Kelkheimer Stadtparlament und Erzieherin im Ruhestand, verwies bei ihrem Wahlvorschlag darauf, dass Heipertz „mein Kindergartenkind“ war. Er sei kein angepasster Mann, kein Kopfnicker. Er sei ein hochintelligenter Mann, der zuhören und einem in die Augen schauen könne. Empathie sei für ihn kein Fremdwort. Den Delegierten sagte sie: „Sie haben das Recht, ihrem Gewissen zu folgen.“

Viele Delegierte folgten schließlich tatsächlich nicht der Empfehlung des Parteivorstands. Auch wenn die Applauskurve einen klaren Sieg Altenkamps erwarten ließ, stimmten immerhin 83 für Heipertz. Heinz Riesenhuber sprach ihm dafür später seinen Respekt aus – und plötzlich gab es auch für den unterlegenen Kandidaten, der sich durchaus Chancen ausgerechnet hatte, reichlich Beifall.

Bundestags-Alterspräsident Riesenhuber, der extra für die Delegiertenversammlung aus Berlin eingeflogen war, sprach zum Abschluss von einem „soliden und guten Ergebnis“ und wünschte Norbert Altenkamp einen „fröhlichen Wahlkampf“. An die CDU-Familie appellierte er, zusammenzustehen und Altenkamp in den nächsten zehn Monaten bis zur Bundestagswahl zu unterstützen.

Altenkamp sah derweil in der gestrigen Wahl ein „Signal an alle“ und kündigte an, dass nun seine bereits vereinbarten Termine „scharf geschaltet“ werden. „Ich freue mich“, sagte er.

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