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Keine Zwei-Klassen-Gesellschaft: Grüne stellen sich gegen Pläne fürs Wiesenbad

Von Die Grünen wollen eine neue Halle für das Wiesenbad bauen, aber die bestehende Halle abreißen. Die Mehrheit hat bekanntlich andere Pläne.
Die bestehende Halle des Wiesenbads soll nach Ansicht der Grünen abgerissen und durch einen Neubau ersetzt werden. Die bestehende Halle des Wiesenbads soll nach Ansicht der Grünen abgerissen und durch einen Neubau ersetzt werden.
Eschborn. 

Der Stadt Eschborn könnte es mit dem Wiesenbad so gehen wie ihr mit ihrem privaten Drucker, fürchtet die Grünen-Fraktionsvorsitzende Bärbel Grade. Das Teil war in der Anschaffung preiswert, aber die Druckerpatronen sind teuer. Und so könnte die Stadt jetzt wohl den Bau einer zweiten Schwimmhalle stemmen, wie es das Viererbündnis geplant hat. Aber die dauerhaften Folgekosten könnten eine zu hohe Belastung bedeuten. Mit zwei Hallen bräuchte man erheblich mehr Personal, erläutert Joachim Blomberg, der sich die Fraktionsführung mit Grade teilt.

Klassen-Gesellschaft

Die Grünen lehnen das, was die Parlamentsmehrheit möchte, auch noch aus anderen Gründen ab. Sie fürchten, dass die Zwei-Hallen-Lösung zu einer Zwei-Klassen-Gesellschaft führt. Die neue Halle mit ihren 50-Meter-Bahnen, die könnte vor allem den Vereinsschwimmern und den Schulen vorbehalten sein. In die alte Halle, die nach Einschätzung Blombergs baulich nicht mehr im besten Zustand ist, werden dann die Freizeitschwimmer geschickt. „Das geht gar nicht“, findet Grade. Sie weist darauf hin, dass nach den vorliegenden Zahlen unter 200 000 Nutzern im Jahr 50 000 Vereinsschwimmer sind – das heißt, dass die anderen in der Merhrheit sind.

Daraus ziehen die Grünen den Schluss, dass das Wiesenbad vor allem als Familienbad ausgebaut werden muss. „Wir wollen keinen Spaßtempel“, stellt Grade klar. Aber es müsse genug Platz zum Schwimmen für den ganz normalen Schwimmbadbesucher geben, und zwar im Winter wie auch im Sommer. Momentan sei in den Sommermonaten sowohl die Liegewiese als auch die Wasserfläche völlig überfüllt.

Was heißt das konkret? Nach den Vorstellungen der Grünen soll eine neue Schwimmhalle mit 50-Meter-Bahnen gebaut werden. Die wären doppelt so lang wie das Becken in der vorhandenen Halle und würden auch Schwimmwettkämpfe zulassen. Dazu sollte ein größerer Nichtschwimmerbereich kommen, ein Kleinkinderbereich, ein Sprungbecken und ein Saunabereich. Besonders attraktiv sei für viele Badegäste auch Gastronomie, das von außen und innen zugänglich ist. Wenn diese neue Halle fertig sei, solle die alte Halle abgerissen werden.

Neue Rutsche

Das sei auch notwendig, um das Außengelände nicht immer mehr zuzubauen. Überhaupt soll auch der Außenbereich aufgewertet werden. Die Grünen stellen sich eine neue Wasserrutsche vor, einen neuen Eltern-Kind-Bereich und die Erweiterung des bestehenden Beckens auf acht 50-Meter-Bahnen. Das Umkleide- und Technikgebäude soll neu gebaut werden, ebenso ein Parkdeck.

In weiten Teilen entspricht dies dem Programm, was vorgesehen war, bis die neue Mehrheit die alten Beschlüsse kippte und sich für den Bau einer zweiten Halle entschied.

Wie die weitere Vorgehensweise sein soll, das will Baudezernent Adolf Kannengießer heute vorstellen. Über den Antrag der Grünen wird dann am nächsten Mittwoch, 26. April, im Bauausschuss der Stadtverordnetenversammlung gesprochen.

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