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Gute Grundlagen fürs Studium

Eine Alternative zu Gymnasium und Lehre bietet die Paul-Ehrlich-Schule: Die Berufsschule mit Fachoberschule ermöglicht Schülern in der 11. und 12. Klasse eine weiterführende Ausbildung, die zur Fachhochschulreife führt. Angesichts der Nähe zum Industriepark liegt der Schwerpunkt im naturwissenschaftlich-technischen Bereich.
Lucas Ullrich, Schüler der 11. Klasse, erklärt beim Tag der offenen Tür den Besuchern Martin, Christina und Jan Philipp Völker (v.l.) ein Arduino-Board, einen Mikrocontroller mit analogen und digitalen Ein- und Ausgängen, wie er inzwischen in jedem technischen Gerät verbaut ist. Foto: Maik Reuß Lucas Ullrich, Schüler der 11. Klasse, erklärt beim Tag der offenen Tür den Besuchern Martin, Christina und Jan Philipp Völker (v.l.) ein Arduino-Board, einen Mikrocontroller mit analogen und digitalen Ein- und Ausgängen, wie er inzwischen in jedem technischen Gerät verbaut ist.
Höchst. 

Christian tränkt einen Fünf-Euro-Schein in einer Flüssigkeit. Dann zündet er ihn an. Der Schein brennt, ohne zu verbrennen: Für die kleine Vorführung erhielt der Schüler der Paul-Ehrlich-Schule anerkennenden Beifall. Die Experimentalschau war Höhepunkt am Infotag der Fachoberschule. Sie bildet zwar nur einen kleinen Zweig der berufsbildenden Schule mit rund 1800 Schülern; rund 90 Prozent jedoch absolvieren hier die Berufsschule im Rahmen des Dualen Systems, verbringen also auch viel Zeit in ihren Ausbildungsbetrieben. Die Fachoberschule dagegen führt in zwei Jahren zur Fachhochschulreife.

Etliche Eltern mit Kindern, die ihre Schulen demnächst mit der mittleren Reife verlassen werden, ließen sich am Samstag von Schülern zu verschiedenen Stationen führen, an denen Lehrer Einblicke in Unterrichtsinhalte gaben. Physik- und EDV-Lehrer Herbert Pfuhl etwa zeigte Bausätze, mit deren Hilfe die Schüler löten lernen und ein Verständnis für technische Zusammenhänge entwickeln. Schüler Lucas Ullrich demonstrierte Grundzüge der Steuerungstechnik anhand von „Mikrocontrollern“. „Die gibt es in allen Waschmaschinen, Haushaltsgeräten, Autos“, erläuterte er.

Er pendelt täglich von Darmstadt, um an der Höchster Paul-Ehrlich-Schule die Fachhochschulreife zu erlangen und anschließend Physik zu studieren. Weite Wege schrecken auch Jan-Philipp Völker nicht: Der junge Mann aus Bad Vilbel ist stark an Naturwissenschaften und Technik interessiert.

Alles unter einem Dach

Besonders interessant finden viele, dass Schule und praktische Übungen in Laboratorien und Werkstätten an der Brüningstraße unter einem Dach angeboten werden. So entfällt die Suche nach einem Praktikumsbetrieb. „Wir haben an drei Tagen Praktikum und an zwei Tagen Unterricht in Deutsch, Englisch, Mathematik und so weiter“, erzählen Merve, Lorena und Giota. Die drei jungen Frauen besuchen die elfte Klasse der „PES“ und führen die Besuchergruppe nun eine Etage tiefer in Chemielabor, Technikum, Schuhmacher- und Holzwerkstatt. Im Technikum, einem großen Raum voller Rohrsysteme und gläserner Behälter aller Größen, bringt ihnen Michael Wießner Grundzüge der Verfahrens- und Sicherheitstechnik bei. Dagegen wirkt das Praktikum in der Holzwerkstatt geradezu entspannend. „Die Schüler kommen gerne hierher“, sagt Leiter Wolfgang Haas. Dabei wird auch hier Wert darauf gelegt, Grundlagen zu vermitteln. „Zu wissen, wie man ein Loch in die Wand schlägt, ist heute nicht mehr selbstverständlich“, stellt der Lehrer häufig fest.

Alternativen aufzeigen

Die Schule will mit dem Infotag auf ihr Angebot hinweisen, erklärt Lehrerin Gabi Tabbert, die den Ablauf organisiert hat. Obwohl das Ziel der Fachoberschule die Studierfähigkeit ist, „wollen wir auch das Bewusstsein schärfen für Alternativen zum Studium“, sagt Leiterin Eva Kaufmann. Welche das sein könnten, wird bei regelmäßigen Berufsberatungen an der Schule vorgestellt.

In Einzelgesprächen hatten die Besucher nach den Rundgängen die Möglichkeit, sich weiter zu informieren. Dabei ging es ruhiger zu als bei der Experimentalvorführung. „Das ist ein sinnlicher Zugang zu den Naturwissenschaften“, sagte Lehrer Randolf Schücke und führte einen Effekt von Oberflächenspannung vor, der an einen Zaubertrick erinnerte. Während die Schüler in den anderen Praktika vorgegebene Aufgaben erfüllen, dürfen sie sich bei ihm selbst welche wählen. Sie suchen im Internet nach Chemieversuchen mit hohem Schauwert und setzen sie anschließend in die Tat um. Das darf dann auch mal knallen, zischen und leuchten und manchmal – wie bei Christian mit seiner brennenden Fünf-Euro-Note – verblüffen.

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