Hans Mohr soll Munck-Nachfolger werden

Der erste Wahlgang bei der Bürgermeisterdirektwahl in Hochheim wird mit mindestens vier Bewerbern über die Bühne gehen.
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Hochheim. 

Es ist keine Überraschung, dass sich nach Informationen unserer Zeitung das Wahlvorbereitungsgremium der Hochheimer Christdemokraten für die Nominierung ihres ehrenamtlichen Ersten Stadtrats Hans Mohr (61 Jahre) ausgesprochen hat. Der Jurist soll am 11. Dezember auf einer CDU-Versammlung den Mitgliedern als Bürgermeisterkandidat für die Wahl am 11. Mai 2014 vorgeschlagen und – nach einer geplanten Abstimmung – dann auch nominiert werden.

Sollte der 61-Jährige tatsächlich für die Christdemokraten ins Rennen um die Bürgermeisterdirektwahl geschickt werden, dann trifft er auf die Konkurrenten Klaus-Peter König, Dirk Westedt sowie Gerrit Hohmann. Während König und Westedt zwar FDP-Mitglieder sind, bei der Bürgermeisterwahl aber als parteilose Bewerber antreten, ist der ehemalige stellvertretende CDU-Vorsitzende Hohmann Mitglied bei Bündnis 90/Die Grünen.

Während in der Bundespolitik wie auch in der Landespolitik das einst favorisierte Rot-Grüne Bündnis wegen der fehlenden Mehrheiten nicht zustande gekommen ist, sieht es in der Wein- und Sektstadt ganz anders aus. In der Zwischenzeit haben sich nämlich die Hochheimer Sozialdemokraten entschlossen, den Grünen-Kandidaten Gerrit Hohmann zu unterstützen und – mangels geeigneter Parteimitglieder – keinen eigenen Bewerber zu berufen. Hohmann soll nicht nur mit einer lapidaren Wahlempfehlung der SPD in den Wahlkampf gehen. Vielmehr wollen die Sozialdemokraten aktiv ins Wahlkampfgeschehen eingreifen und an Infoständen sowie mit Aktionen Werbung für Gerrit Hohmann betreiben. SPD-Fraktionschef Marcus Hesse hatte zuvor klipp und klar zwei Dinge nach der Mitgliederversammlung verkündet: Erstens stimme die Hochheimer SPD inhaltlich in allen Punkten mit dem Wahlprogramm von Gerrit Hohmann überein. Zweitens werde die SPD künftig enger mit der Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen in der Stadtverordnetenversammlung zusammenarbeiten.

 

Spannung ist angesagt

 

Brisanz erhält die Aussage von Marcus Hesse dadurch, weil wie berichtet, zwei CDU-Stadtverordnete der Fraktion sowie der Partei inzwischen den Rücken gekehrt, aber ihre Mandate behalten haben. Wie die beiden Ex-CDU-Stadtverordneten künftig abstimmen werden, kann noch niemand sagen. Sicher ist aber, dass die bisher doch eigentlich kommod vor sich hin regierende CDU/FWG-Koalition (bisher 20, jetzt nur noch 18 Sitze) ihre Mehrheit in der Stadtverordnetenversammlung (insgesamt 37 Sitze) verloren hat. SPD, Grüne, FDP, GAL (17 Mandate) sowie die beiden aus der CDU ausgetretenen Stadtverordneten Stephanie Kappen sowie Johannes Helders könnten bei den Abstimmungen theoretisch auf 19 Stimmen kommen – und hätten damit die Mehrheit. Spannend dürfte bei der Nominierungsversammlung der Christdemokraten auch sein, ob die Austritte von Stephanie Kappen sowie Johannes Helders eine Diskussion bei den CDU-Mitgliedern auslösen werden oder ob nur über den Kandidaten Hans Mohr debattiert wird, der zum Zeitpunkt der Bürgermeisterwahl 62 Jahre alt sein wird. Für Spannung ist gesorgt. Bis zur letzten Stadtverordnetenversammlung in diesem Jahr am 12. Dezember gibt es also noch reichlich Diskussionsstoff.

(meh)
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