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Ausstellung des Künstlerkreises Kelkheim: Heimat wo? In Fotos, Stoffresten, Nägeln und dem Struwwelpeter-Buch

Mit Plastiken, Gemälden, Collagen, Installationen, Fotos und Objekten nähert sich der Künstlerkreis dem Begriff Heimat. Die Themen reichen von der persönlichen Heimat und dem individuellen Heimatgefühl bis hin zur Situation der Flüchtlinge in Europa.
„Heimat wo?“ steht auf dem Zelt der Installation von Barbara Heier-Rainer. Foto: Knapp „Heimat wo?“ steht auf dem Zelt der Installation von Barbara Heier-Rainer.
Kelkheim. 

Aus einem der hinteren Ausstellungsbereiche dringen Alltagsgeräusche. In dem kleinen, mit grauem Linoleum ausgelegten Raum mit weißen Wänden ist ein kleines Zelt aufgestellt, darin liegen auf einer alten Decke persönliche Gegenstände. Schwarz-Weiß-Fotos, eine Blockflöte, ein Rucksack und eine Ausgabe des Struwwelpeters regen an, sich die aktuelle Lebenswirklichkeit vieler Flüchtlinge vor Augen zu führen und sich gedanklich selbst in die missliche Lage zu versetzen. Der Betrachter spürt sofort: „Das will ich nicht erleben.“ Von außen hat die Kelkheimerin Barbara Heier-Reiner mit weißer Farbe „Heimat wo?“ aufgemalt. An der Wand gegenüber hat Viktoria Heinz-Auth ihre Collagen angebracht. Sie nähert sich dem philosophischen Begriff Ernst Blochs, der Heimat als einen Prozess zwischen Herkunft und Ankunft beschreibt. Hier fällt vor allem das Zitat „Heimat sind Leute, zu denen man zu Fuß gehen kann, und bei denen man dann einfach nur rumsitzt und nicht geistreich sein muss“ von Fanny Müller ins Auge.

Die Brasilianerin Annita Romano arbeitet mit Stoffresten, die für sie die Fragmente ihrer Träume, Wünsche und Erinnerungen und Verluste sind. Die Eschborner Künstlerin lässt die Stoffe zu interessanten Bildern mit einer geheimnisvollen Struktur werden. Ganz anders spannend erscheint die fünfteilige Elektro-Installation von Lizzy Theissen aus Bonn. Auf vier magentafarbenen Tafeln montiert sie die „Über-Lebensmittel“ Weißbrot und Handy gleich neben fiktiven E-Mails an die daheim Zurückgebliebenen und einem Bericht über das Schicksal zweier Geflüchteter. Auri Neuroth arbeitet diesmal mit Nägeln. Die Sodenerin regt an, Heimat als Fluchtpunkt zu sehen, der Sicherheit gibt, Emotionen bindet und mit dem sich Menschen gerne identifizieren möchten. Doris Brunner aus Kelkheim hat Fotos, Postkarten alte Feldpostbriefe – also letztlich Erinnerungen an die eigene Kindheit – zu anziehenden Bildern, Collagen gestaltet, die durch die Überlagerungen und eine Schicht aus alter Asche und Acrylbinder stellenweise verwischt oder gänzlich verborgen bleiben – Erinnerungen eben. Wieder anders wirkt die „Herzwand“ von Hans-Uwe Hoffmann aus Seeheim-Jugenheim. Er fragt nach dem Ort, wo Heimat eigentlich stattfindet – im Gehirn oder im Herzen.

Die Objektkünstlerin Marlies Pufahl sieht Heimat vordergründig als etwas Geographisches und beschäftigt sich mit ihrem tatsächlichen Zuhause. Aus dem Grundriss des elterlichen Grundstücks hat sie ein Regal gebaut und mit persönlichen Gegenständen gefüllt. Ein Wandrelief und ein Bild ergänzen den Beitrag der Liederbacherin. Die Kelkheimer Autorin Uta Franck beteiligt sich mit zwei Gedichten an der eindrucksvollen Schau.

Zur Eröffnung der Ausstellung des Künstlerkreises Kelkheim spricht am Sonntag, 13. März, um 15 Uhr Autor und Journalist Paul-Herrmann Gruner aus Darmstadt. Am 22. März betrachtet Rüdiger Kraatz Heimat, Freude und Identität. Und am 3. April liest die Kelkheimer Autorengruppe in der Galerie zum Thema „Flucht“, umrahmt von Paul Pfeffer am Saxophon. Geöffnet ist die Schau im „Kunstraum 44“ an der Breslauer Straße 44 jeweils donnerstags und samstags von 15 bis 18 Uhr und sonntags von 11 bis 18 Uhr. Der Eintritt ist frei.

(mkn)
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