Lade Login-Box.
E-Paper
Abo & Service Immo Stellen

Hier geht Herr Kopp in Ruhestand

Donnerstagmorgen, der Eschenplatz ist rappelvoll. Was ist los? Schüler überraschen einen Lehrer – und wie!
Armin Kopp Armin Kopp
Eschborn. 

Was mag Religions- und Musiklehrer Armin Kopp gestern Morgen wohl gedacht haben, als er pflichtgemäß einer Einladung ins Stadtarchiv folgte? Dort erwarteten ihn Stadtarchivar Gerhard Raiss und Kulturreferentin Johanna Kiesel. Sie wollten mit ihm – im Beisein von Adnan Shaikh (Leiter der Heinrich-von-Kleist-Schule) – mal darüber sprechen, welche Kapazitäten er denn in seinem Ruhestand, der am Samstag beginnt, noch habe und ob sie ihn denn für die eine oder andere ehrenamtliche Aufgabe gewinnen könnten.

Dass Kopp der Musik treu bleiben würde und zum einen oder anderen Anlass musizieren wird, ist klar. Immerhin war er seit 1992 Religions- und Musiklehrer an der Heinrich-von-Kleist-Schule, hat Generationen von Kindern unterrichtet und die Schule geprägt. Durch sein Engagement erhielt die Schule die Auszeichnung „Schule mit Schwerpunkt Musik“ des Hessischen Kultusministeriums. Adnan Shaikh beschreibt Kopp als „musikalischen Godfather aller Musicals der Kleistschule“ und fügt an: „Durch seine kontinuierliche Arbeit und sein pädagogisches Feingefühl verfügt die Schule nun über mehrere erfolgreiche und qualitativ hochwertige Musikensembles.“ Außerdem ist Kopp bei den Schülern beliebt.

Dass man so jemanden auch von städtischer Seite nur ungern ziehen lassen möchte, ist naheliegend. So machte der Vorwand für die Überraschung halbwegs Sinn. Tatsächlich aber braute sich draußen auf dem Eschenplatz etwas zusammen, während drinnen, im Stadtarchiv, Raiss und Kiesel mit Kopp sprachen. Die Rollläden der Fenster hatte Raiss unter dem Vorwand der großen Hitze heruntergelassen, damit Kopp nicht sah, was vor dem Gebäude vorbereitet wurde. Dorthin hatte Schulleiter Shaikh alle 1300 Schüler eingeladen. Die kamen innerhalb von Minuten angelaufen.

Als es draußen ein wenig lauter wurde, lenkte Raiss den Lehrer mit wortreichen Reden ab. So war es für Kopp tatsächlich überraschend, als er schließlich vor die Tür trat, die gesamte Schulgemeinde vor ihm stand – inklusive vieler Ehemaliger – und die musizierenden Schüler für ihn das Lied „Vida La Vida“ anstimmten. Kopp strahlte, schüttelte ungläubig den Kopf und schlug lachend die Hände ineinander. Die Überraschung – der kurze Flashmob vor dem Museum – ist gelungen. Nebenbei bemerkt: Kopp zeigte sich – wie Raiss verriet – nicht abgeneigt, sich weiter in Eschborn zu engagieren.

(elle)
Zur Startseite Mehr aus Main-Taunus

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutzRSS

© 2016 Frankfurter Neue Presse