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Höchst wird Station des Jakobswegs

Von Die Justinuskirche wird wieder, wie in früheren Jahrhunderten, Station des Jakobswegs. Schon im Mai gibt es ein erstes „Schnupperpilgern“.
Die Justinuskirche ist eine der ältesten Kirchen Deutschlands. Im Mittelalter war sie Pilgerstation auf dem Jakobsweg zwischen Frankfurt und Mainz – und das soll sie nun wieder werden.	Fotos: Maik Reuß Bilder > Die Justinuskirche ist eine der ältesten Kirchen Deutschlands. Im Mittelalter war sie Pilgerstation auf dem Jakobsweg zwischen Frankfurt und Mainz – und das soll sie nun wieder werden. Fotos: Maik Reuß
Höchst. 

Die Justinuskirche ist ein Schmuckkästchen nicht nur der Höchster Geschichte, sondern auch der deutschen Glaubens- und Mentalitätsgeschichte: Seit mehr als 1150 Jahren wird die Kirche als Gotteshaus genutzt. Sie ist eine der ältesten erhaltenen Kirchen in Deutschland und das älteste Bauwerk Frankfurts. Jetzt wird an eine alte Bedeutung angeknüpft, die lange in Vergessenheit geraten war: Die Kirche war im Mittelalter Station auf dem Jakobsweg.

„Im vergangenen Jahr haben wir im Vorstand der Stiftergemeinschaft beschlossen, vor der Justinuskirche eine Stele mit dem Bild der karolingischen Kirche von 830–850 aufzustellen“, sagt Ernst-Josef-Robiné, der Vorsitzende der Stiftergemeinschaft. Die Vorarbeiten zur Aufstellung der Stele laufen; die Aktion ist mit dem Denkmalschutz und anderen Gremien abgestimmt. An dieser Stele, welche das ursprüngliche Erscheinungsbild der Kirche zeigen soll, soll eine Jakobsmuschel angebracht werden, das Zeichen der Pilger.

Vergessenes Wegenetz

Als Jakobsweg (spanisch Camino de Santiago) wird eine Anzahl von Pilgerwegen durch ganz Europa bezeichnet, die alle zum Grab des Apostels Jakobus in Santiago de Compostela in Galicien (Spanien) führen. 1987 hat der Europäische Rat dazu aufgerufen, die Jakobswege neu zu beleben. Das jahrhundertealte und teilweise schon vergessene europaweite Wegenetz des Jakobsweges rückte damit verstärkt in das Blickfeld von Institutionen, Initiativen und Vereinen. Zahlreiche Pilger machen sich seither vermehrt wieder auf, den Jakobsweg abzulaufen – der Jakobsweg boomt. Auf dem Weg nach Santiago, von Osten kommend, führt der Pilgerweg von Frankfurt aus über den Rhein nach Mainz. „Meine damalige Idee war, dann auch an der Stele durch die Pilgermuschel deutlich zu machen, dass die Justinuskirche eine Station am Jakobuspilgerweg auf der Querverbindung Mainz–Frankfurt war, und damit neue Besucher für Höchst anzusprechen“, sagt Robiné. Die Grundidee, an diese alte Pilgerverbindung anzuknüpfen, hat nun ein neuer Verein aufgegriffen – die Hessische Jakobusgesellschaft, die sich erst Ende März in Frankfurt gegründet hat. Sie will die reiche Frankfurter Jakobusgeschichte aufgreifen und ausdrücklich auch Höchst und die Justinuskirche bei der noch umzusetzenden Beschilderung der Roue berücksichtigen.

Ökumenisches Angebot

Die erste „Schnupper“-Pilgerrunde des neuen Vereins wird am Samstag, 10. Mai, in Höchst in der Justinuskirche enden. Pfarrer Martin Sauer will die Pilger begrüßen; Gabriele Rahmann, Vorstandsmitglied der Stiftergemeinschaft und Kirchenführerin, wird sie durch die Kirche führen. Das „Schnupperpilgern“ beginnt um 10 Uhr mit einem Segensgottesdienst in der Baustelle von St. Leonhard, gehalten von Stadtdekan Johannes zu Eltz. Die Leonhardskirche am Main war schon im Mittelalter Zwischenstation und Pilgerkirche auf zwei bedeutenden Wallfahrtspfaden war, dem vor allem zur Zeit der Kreuzzüge wichtigen Weg nach Jerusalem und eben dem historischen Jakobsweg. Sichtbares Zeichen dieser Funktion ist das Tympanon (Giebelschmuck) des romanischen Pilgertors aus dem Jahr 1220, das im Zuge der umfassenden Restaurierung von St. Leonhard derzeit ebenfalls wieder aufgefrischt wird. Von 11 bis 13 Uhr geht es dann über Deutschorden und den Frankfurter Jakobsweg bis zur Kirche Mutter vom Guten Rat in Niederrad, wo eine Pause zur Besichtigung der Kirche eingelegt wird. Ab 14 Uhr wird die Pilgertour über Schwanheim nach Höchst fortgesetzt, wo ab 16 Uhr die Besichtigung der Kirche und des Antonitergartens den Abschluss bilden.

Die Tour gehört zum ökumenischen Angebot des „Hessischen Pilgersommers 2014“, in dem auf weiteren Samstagstouren andere Etappen des Jakobswegs zwischen Frankfurt und Mainz vorgestellt werden. Anmeldungen für das „Schnupperpilgern“ gehen an die Katholische Erwachsenenbildung Frankfurt im Haus am Dom, Dr. Hans Prömper, Telefon (0 69) 80 08 71 84 60, E-Mail info@keb-frankfurt.de, oder an die Hessische Jakobusgesellschaft, zu Händen von Karlheinz Kohn, E-Mail jakobus-hessen@gmx.de.

Besichtigt werden kann die Justinuskirche seit diesem Monat an allen Tagen (außer montags) von 14 bis 17 Uhr. Mehr Infos gibt es im Kirchenführer (3 Euro) oder auf www.justinuskirche.de.

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