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Hoher Besuch im Heimatmuseum

Von Der Heimat- und Geschichtsverein Schwanheim lud Peter Feldmann zu einem Besuch ein. Gestern folgte der Oberbürgermeister der Einladung und lernte die Geschichte des Stadtteils kennen.
Agnes Rummeleit vom Heimat- und Geschichtsverein zeigte Oberbürgermeister Peter Feldmann die historischen Fundstücke im Heimatmuseum im Schwanheim. Der Oberbürgermeister besuchte den Verein und schaute sich die Ausstellung an. 
Foto: Michael Faust Agnes Rummeleit vom Heimat- und Geschichtsverein zeigte Oberbürgermeister Peter Feldmann die historischen Fundstücke im Heimatmuseum im Schwanheim. Der Oberbürgermeister besuchte den Verein und schaute sich die Ausstellung an. Foto: Michael Faust
Schwanheim. 

„Wir zeigen hier nur rund zehn Prozent der tatsächlichen Funde“, erklärt Agnes Rummeleit und zeigt auf zerbrochene Krüge und Schalen, Werkzeuge aus Blei und Bronze oder Glas. Gestern begrüßte die Vorsitzende des Heimat- und Geschichtsvereins einen besonderen Gast in Schwanheim: Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) hatte einen Besuch angekündigt. Rund eine Stunde führte Rummeleit den Oberbürgermeister durch die Ausstellung im Wilhelm-Kobelt-Haus und zeigte ihm einige der wichtigen historischen Funde.

Ein Herz gefasst

Dass der Oberbürgermeister nach Schwanheim kommt, haben die Mitglieder einem spontanen Entschluss zu verdanken; Bei der Verleihung der Ehrenamtscard, mit der die Stadt Frankfurt besonderes bürgerschaftliches Engagement auszeichnet, fassten sich die Vorstandsmitglieder des Heimat- und Geschichtsvereins ein Herz. „Ich habe zu meinen Kollegen gesagt, dass wir diese Gelegenheit einfach nutzen müssen“, erzählt Rummeleit. Nach der Vergabe der ehrenamtlichen Auszeichnung sprachen die Mitglieder den Oberbürgermeister direkt an: „Wir haben einfach gefragt, ob er uns besuchen möchte.“

Rund sechs Wochen nach der Feier in der Frankfurter Innenstadt ist Feldmann nun nach Schwanheim gekommen. „Es passiert nicht so oft, dass sich jemand in einem so offiziellen Rahmen traut, mich direkt anzusprechen“, sagt der Oberbürgermeister. „Ich freue mich, dass sich der Heimat- und Geschichtsverein ein Herz gefasst hat.“ Die inhaltliche Seite der Ausstellung, so Feldmann, sei besonders wichtig. „Schwanheim ist ein alter Siedlungsort. Der Verein schafft mit seiner Arbeit wichtige Verbindungen, die es in der Stadt braucht“, so Feldmann. Durch die dokumentierte Geschichte eines Ortes fänden die Menschen einen Halt, der ihnen zeige, wo sie beheimatet seien.

Der Heimat- und Geschichtsverein wurde 1973 gegründet. Er hat derzeit rund 300 Mitglieder. Das Museum in Alt-Schwanheim wurde von 2003 bis 2009 umfassend renoviert und umgestaltet. Dort haben die Mitglieder die Geschichte des Dorfes Schwanheim, das 880 erstmals urkundlich erwähnt wurde, dokumentiert und auf Tafeln, in Vitrinen und in Schaukästen veranschaulicht. „Bei dem Umbau war uns wichtig, dass wir den Besuchern anschaulich vermitteln, wie sich Schwanheim entwickelt hat“, erklärt Agnes Rummeleit. Regelmäßig führen die Mitglieder des Vereins Schulklassen durch die Ausstellung.

Schmuckstück im Museum

„Ich hatte auch mal überlegt, Archäologie zu studieren“, verrät Peter Feldmann bei dem Rundgang durch das kleine Museum in Alt-Schwanheim. Der Oberbürgermeister liest sich die Texte auf den großen Tafeln aufmerksam durch. Im zweiten Abschnitt des Museums zeigt Rummeleit dem Oberbürgermeister ein besonderes Schmuckstück der Ausstellung; ein Brunnen der zu den baulichen Resten der „Villa Rustica“ gehörte. Vor rund 40 Jahren wurden im Schwanheimer Wald Reste der Fundamente einer römischen Villa freigelegt. Im Brunnen der Anlage wurden auch eine Bestattung aus römischer Zeit mit Beifunden gefunden, darunter auch Knochen, Ziegelplatten, Glas und Lederreste. „Das ist der schönste Fund“, erklärt Rummeleit dem Oberbürgermeister, „denn es ist ein sehr außergewöhnlicher Fund.“ Hinter einer Glasscheibe haben die Mitglieder des Vereins die Fundstücke gut sichtbar für alle Besucher ausgestellt und kurz beschrieben.

„Ich habe leider keinen Scheck mitgebracht“, bedauert Feldmann. „Das war uns nicht wichtig“, betont Rummeleit. „Für uns ist es eine große Ehre, wenn der Oberbürgermeister zu uns kommt.“

„Ich habe viel über Schwanheim gelernt“, sagt Feldmann nach dem Rundgang. „Der lokale Bezug ist sehr wichtig. „Davon braucht es mehr in einer Stadt wie Frankfurt.“

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