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Misereor-Wallfahrt: Hungertuch macht Station in Höchst

Von Pilger der Hungertuch-Wallfahrt von Misereor machen auf ihrem Weg ins Bistum Würzburg Halt in der katholischen Kirche St. Josef in Höchst. Mit der Aktion soll die Fastenzeit eingeleitet und auf die globalen Ursachen von Armut aufmerksam gemacht werden.
Sie gehen gemeinsam den Weg der Hoffnung: Gestern um 9 Uhr zogen die Hungertuch-Wallfahrer aus dem Taunus kommend in die Höchster St. Josefskirche ein. Foto: Maik Reuß Sie gehen gemeinsam den Weg der Hoffnung: Gestern um 9 Uhr zogen die Hungertuch-Wallfahrer aus dem Taunus kommend in die Höchster St. Josefskirche ein.
Höchst. 

Waltraud Zehnder-Liedke hat in den vergangenen Tagen nur wenig geschlafen. Bereits zum vierten Mal nimmt sie an der Misereor-Hungertuch-Wallfahrt teil. Dieses Mal führt der Weg die katholischen Pilger vom Bistum Osnabrück ins Bistum Würzburg. Das ist eine Strecke von 550 Kilometern, die auch über Frankfurt führt. 64 Teilnehmer, verteilt auf vier Gruppen, tragen das von dem chinesischen Künstler Dao Zi gestaltete Hungertuch abwechselnd über Teilstrecken von bis zu 25 Kilometern am Tag – mal tagsüber, mal nachts. Längere Strecken werden zwischendurch mit dem Auto zurückgelegt. Seit Dienstag sind die Pilger unterwegs, gestartet sind sie in Salzbergen, einer Gemeinde an der Ems.

Zwölf Kilometer

Als Zehnder-Liedke und ihre Mitstreiter aus der Gruppe C gestern um kurz nach 9 Uhr in der katholische Kirche St. Josef in der Hostatostraße eintreffen, haben sie bereits einen morgendlichen Marsch von zwölf Kilometern hinter sich gebracht.

Pastoralreferent Franz-Karl Klug erwartet sie schon. Um 5.30 Uhr ist die Gruppe in Kronberg aufgebrochen, war in den nächtlichen Stunden zuvor bereits mehr als 300 Kilometer mit dem Auto von Bad Rothenfelde dorthin gefahren. In der Kirche warten die Pilger auf die Teilnehmer der Gruppe D, die das Hungertuch übernehmen und es zum Römer und schließlich nach Fechenheim bringen sollen.

„Ich mache bei der HungertuchWallfahrt mit, weil ich die Anliegen von Misereor unterstützen möchte“, sagt Waltraud Zehnder-Liedke. Das bischöfliche Hilfswerk Misereor setzt sich seit vielen Jahren für mehr Gerechtigkeit und Solidarität in Afrika, Asien und Lateinamerika ein, fördert dort selbstbestimmte Initiativen und Projekte. In Deutschland tritt Misereor unter anderem dafür ein, die globalen Ursachen von Armut und damit verbundenen anderen Missständen verstärkt ins Bewusstsein der Öffentlichkeit zu tragen.

Die Zeit des Fastens, die nach dem christlichen Glauben mit dem Aschermittwoch beginnt, ist auch eine Zeit der Reflexion, der Besinnung. Bereits seit 1986 begeben sich Pilger auf die Hungertuch-Wallfahrt, leiten hiermit nicht nur die Fastenzeit für sich ein, sondern machen auf ihrem Weg auf die Anliegen der Ärmsten in Afrika, Asien und Lateinamerika aufmerksam – und kommen mit anderen Gemeinden in Kontakt, sprechen mit Menschen, die ihnen während ihrer Wanderung auf der Straße begegnen. Auch die Darstellung auf dem Hungertuch thematisiert die Frage „Wie viel ist genug?“ Im Zentrum steht die Darstellung eines großen und sieben kleinerer Goldklumpen. Hiermit wird unter anderem die Frage aufgegriffen, warum die Verteilung der Güter auf der Welt so ungleich und ungerecht ist. Während die einen im Überfluss leben, mangelt es anderen am Allernötigsten zum Überleben.

Der Weg, auf dem das Hungertuch getragen wird, ist vorgegeben. Startpunkt ist die Diözese, die jeweils im Jahr zuvor die Fastenaktion eröffnet hat; dieses Mal das Bistum Osnabrück. Diese Aufgabe übernimmt 2016 das Bistum Würzburg, das daher Endpunkt der aktuellen Hungertuch-Wallfahrt ist.

Das Anliegen der Fastenaktion, die Misereor gemeinsam mit dem Rat der christlichen Kirchen in Brasilien durchführt, steht dieses Mal unter dem Motto „Das Recht ströme wie Wasser“. Misereor-Partner in Brasilien setzen sich unter anderen für das indigene Volk der Munduruku und ihr Recht auf Leben und kulturelle Selbstbestimmung ein. Die Munduruku leben im brasilianischen Amazonas-Gebiet.

Seit 30 Jahren dabei

Die Teilnehmer der Gruppe D haben mittlerweile das Hungertuch übernommen. Mit dabei sind auch Alexandra Holze und Andreas Holzapfel. Beide sind Pilger der ersten Stunden, haben sich bereits 1986 als Teenager an der Wallfahrt beteiligt. Es geht ihnen darum, „Solidarität mit den Menschen zu zeigen, um den Glauben und darum, im christlichen Sinn zu leben“, sagen sie einhellig. Es ist ihr Weg.

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