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Ideen für Wildsachsen

Von Beim ersten deutsch-holländischen Stoff- und Tuchmarkt auf dem Kellereiplatz herrschte am Samstag bei den rund 80 Ausstellern reger Betrieb, auch wenn das Wetter schlecht war. Kein Wunder: Die Auswahl an Modestoffen, Möbel-, Deko-, Gardinen-, Fell- und Futterstoffen, an Knöpfen, Garnrollen, Nadeln, Reißverschlüssen, Gummibändern und Bordüren war einfach riesig.
Die Verkäuferin Gabi Wende (links) berät die in Wildsachsen lebenden Kundinnen Steffi Neumann und Simone Krug, während sich die Damen den mit Hühnern bedruckten Stoff ansehen. Die zwei Frauen holen sich Ideen für den nächsten Weihnachtsbasar.	Foto: Reuß Die Verkäuferin Gabi Wende (links) berät die in Wildsachsen lebenden Kundinnen Steffi Neumann und Simone Krug, während sich die Damen den mit Hühnern bedruckten Stoff ansehen. Die zwei Frauen holen sich Ideen für den nächsten Weihnachtsbasar. Foto: Reuß
Hofheim. 

Fast 800 Ballen mit je acht bis zehn Metern Stoff hat Gabi Wende aus Nettetal mit nach Hofheim gebracht. Die 59-Jährige hat sich vor 13 Jahren einen Lebenstraum erfüllt und in ihrem Wohnort an der deutsch-holländischen Grenze nahe Venlo ein Stoffgeschäft eröffnet. Vor sechs Jahren, als es im Geschäft etwas ruhiger wurde, entschied sie, als zweites Standbein an Wochenenden mit dem "Deutsch-Holländischen Tuchmarkt" durch Deutschland zu touren. In diesem Frühjahr wurde erstmals in Hofheim Halt gemacht.

Bis zu 10 Euro pro Meter

Zwischen 80 und 100 Händler sind jedes Wochenende gemeinsam unterwegs. Erst im November hat Gabi Wende wieder ein Wochenende frei. Das sei zwar anstrengend, lohne sich aber durchaus. "Und wir sind eine tolle Truppe", sagt sie. Während im Laden hauptsächlich Stammkunden zu beraten sind, wechselt die Kundschaft auf den Märkten. "Aber es überrascht mich wirklich, wie viele Kunden unserem Stand treu bleiben, uns anrufen und im nächsten Jahr gezielt wiederkommen. Der Wiedererkennungswert ist hoch. Damit habe ich nicht gerechnet."

Simone Krug und Steffi Neumann aus Wildsachsen interessieren sich für Gabi Wendes originellen Kinderschürzen, die als Näh-Vorlage und zum Verkauf ausgestellt sind. Einige davon hat Wende selbst genäht. "Das wäre was für den nächsten Weihnachtsbasar", finden die Wildsächer Basarfrauen – und kaufen am Ende auch einen mit Hühnern bedruckten Stoff. "Wir sind hier, um Ideen zu sammeln", sagt Steffi Neumann, die nicht nur für den Basar der evangelischen Kirche, sondern mit Leidenschaft für sich selbst Patchwork-Decken näht. Sie besucht gezielt Stoffmärkte in der Umgebung und fährt dafür auch schon mal weitere Strecken. "Hier hat man eine Riesenauswahl und findet alles, was man braucht, zu günstigen Preisen", sagt sie. "Läden, die das alles noch haben, sind selten geworden", hat auch Simone Krug festgestellt.

Findet man an einigen Ständen Stoffe, die sechs Euro pro Meter kosten, muss man bei Gabi Wende acht bis zehn Euro pro Meter investieren. "Billigware wollen die Kunden heute nicht mehr haben", hat sie festgestellt. "Die meisten Stoffe kommen heute aus Europa, nicht mehr aus Fernost. Hier sind die besseren Druckereien. Die Kunden legen wieder mehr Wert auf Qualität." Sie hat festgestellt, dass das Nähen mehr Anhänger findet. "Bei uns am linken Niederrhein sind die Nähkurse ausgebucht."

2013 gibt‘s ein Wiedersehen

Auch in Hofheim sind viele junge Frauen beim Bummel über den Markt zu sehen. Gordana Faust (33) aus Kelkheim kauft bei einem Kollegen von Gabi Wende günstig etliche Meter Stoff, aus denen sie Kissen und Kleider für ihre Töchter Leni (2) und Zoe (3) nähen möchte. "Einmal in der Woche treffe ich mich mit Freundinnen zu einem Nähabend", sagt sie. Das Preis-Leistungsverhältnis auf dem Stoffmarkt sei unschlagbar. "Der Stoff kostet im Laden das Doppelte." Daher ist sie heute schon zum zweiten Mal auf den Kellereiplatz gekommen.

Anbieterin Gabi Wende hat beobachtet, dass vor allem das Nähen von Handy- und Kosmetiktaschen bei den jungen Frauen im Trend liegt. "Vor einer Woche waren wir in Bad Godesberg bei Bonn", berichtet sie. "Dort kamen viele arabische Kunden, Männer und Frauen, aus Dubai an meinen Stand. Sie haben Disney-Stoffe für die Kinderzimmer gekauft."

Dass der Stoffmarkt ein deutsch-holländischer ist, habe nichts mit der Herkunft der Stoffe zu tun. "Die Holländer sind uns lediglich mit der Marktidee um Jahre voraus gewesen", sagt Gabi Wende. Toon en Lilian van der Heiden, der den Stoffmarkt mitinitiiert hat und ein paar Stände weiter Stoffe jeder Farbe und jeden Musters anbietet, kann das bestätigen. "In Holland sind Märkte sehr verbreitet."

Der fahrende Händler aus der kleinen Ortschaft Lieshout bei Eindhoven freut sich, dass Hofheim jetzt mit auf seiner Route liegt. "Der Kellereiplatz ist wirklich schön", sagt er. Genügend Kundschaft sei da. Auch 2013 werde es den Markt in Hofheim geben. "Das machen wir nicht, dass wir nur einmal kommen. Schließlich müssen sich die Kunden auf unser Kommen verlassen können."

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