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Nicht genug Stellplätze: Im Frankfurter Westen parken die Autos Heck an Heck im Halteverbot

Von Keine Ortsbeiratssitzung kommt ohne Diskussionen ums Parken aus: Immer mehr Autos verstopfen die Straßen. Jeder will vor der eigenen Tür oder beim Sportverein parken. Und immer mehr Autofahrer interessieren Verbotsschilder nicht.
Diese Situation ist auch schon mehrfach Thema im Ortsbeirat gewesen, allerdings ohne Erfolg: In der engen Melchiorstraße herrscht zwischen der Fußgängerzone und der Albanusstraße absolutes Halteverbot; oft kommt die Müllabfuhr kaum durch. Das Foto stammt von gestern Vormittag. Diese Situation ist auch schon mehrfach Thema im Ortsbeirat gewesen, allerdings ohne Erfolg: In der engen Melchiorstraße herrscht zwischen der Fußgängerzone und der Albanusstraße absolutes Halteverbot; oft kommt die Müllabfuhr kaum durch. Das Foto stammt von gestern Vormittag.
Frankfurter Westen. 

Es ist Sommer, und alle wollen ins Schwimmbad. Am Silobad gibt es kaum noch Parkplätze, und weil das Privatbad des Höchster Schwimmvereins hoch im Kurs steht, steigen dort die Mitgliederzahlen. Allerdings liegt das Strandbad im Grüngebiet, und auch dort gibt es kaum reguläre Parkplätze. Weil immer wieder Autos auf der Wiese vor dem Gelände des Schwimmvereins abgestellt werden, haben jetzt die Grünen im Ortsbeirat 6 (Frankfurter Westen) per Antrag gefordert, das zu unterbinden: entweder mit Kontrollen oder mit Pollern. Weil der Boden unbefestigt ist, seien Umweltschäden zu erwarten, und es bestünde Brandgefahr, wenn heiße Auspuffrohre auf trockenes Gras treffen.

Parkplatz reaktivieren?

Die SPD im Ortsbeirat begrüßte den Vorstoß der Grünen, fügte aber an, es solle geprüft werden, den früheren Parkplatz des aufgegebenen städtischen Tillybads direkt nebenan zu reaktivieren. Das fand die Zustimmung aller Fraktionen.

Das Park-Problem dominiert immer wieder viele Ortsbeiratsanträge wie auch die Bürgerfragestunde. Bürger Robert Schmalhofer etwa beschwerte sich über die Wegnahme der Parkplätze am Höchster Stadtpark (wir berichteten): „Davon sind 1000 Kleingärtner betroffen. Viele davon sind älter und können nicht weit laufen!“ Auch auf der anderen Seite des Stadtparks, rund um die Straße Am Leisrain, seien für Anwohner kaum Parkplätze zu finden – zugeparkt werde alles von Bewohnern aus dem Westpark auf der anderen Seite der Kurmainzer Straße, die sich das Geld für einen Stellplatz in der Tiefgarage sparen wollten.

Wir haben berichtet: Während allerorts kostenpflichtige Tiefgaragen und Parkdecks leerstehen oder – damit Geld in die Kassen kommt – an Flughafen-Parkdienste vermietet werden, ist in vielen Siedlungen abends kaum noch ein Parkplatz zu finden. Das Problem, dass viele Firmen ihren Angestellten Dienstfahrzeuge mit nach Hause geben, verschärft die Situation noch: So sparen die Firmen Stellplätze, aber die Fiat Ducatos oder sogar Sprinter blockieren in den Wohngebieten nötigen Parkraum.

Die Stadt weigert sich, neue Anwohner-Parkgebiete auszuweisen, weil Personal zur Kontrolle fehlt. Gleichzeitig sinkt generell die Bereitschaft der Autofahrer, sich an Regeln zu halten: Jeden Tag kann man Dutzende Autos beobachten, die im Dalbergkreisel auf der Straße parken, weil die Fahrer „nur mal schnell was holen“ wollen, und auch andernorts werden Parkverbote ignoriert und sogar Einmündungen zugestellt. Auch schmale Straßen mit Halteverbot wie die Melchiorstraße in Höchst werden zugeparkt, so dass die Müllabfuhr oft kaum noch durchkommt.

Bizarre Situationen

Das führt zu bizarren Situationen: Im Bereich Hunsrückstraße / Heimchenweg in Unterliederbach steht etwa ein rot-weißer Poller. Oder – liegt ein rot-weißer Poller. Denn: „Der wird alle zwei Tage umgefahren“, sagt Günter Schneider, beim Straßenbauamt für den Baubezirk West zuständig. Umgefahren wird er, weil Leute im Heimchenweg auf der Seite der Metzgerei parken und damit die schmale Straße noch schmaler machen. Deshalb reißen dann Lkw-Lenker oder auch rasantere Autofahrer den Poller um. Wenn er wieder aufgestellt wird, werden am Kiosk nebenan schon Wetten abgeschlossen, wann er wieder umgefahren wird.

Zumindest im Denisweg, der zum Parken und als Schleichweg zwischen Nied und Griesheim genutzt wird, soll nun etwas Ordnung Einzug halten. Bevor der Ortsbeirat einen Poller fordert, will er eine Verkehrszählung. Und der Magistrat soll ein Konzept erstellen, den Verkehr zwischen Waldschulstraße und Linnegraben zu beruhigen. Untersucht werden soll, wie es mit versetztem Parken bei Zweirichtungsverkehr läuft – oder aber mit versetztem Parken, wenn nur in Richtung der Waldschulstraße gefahren wird. Die CDU versuchte, die Untersuchung zur zweiten Variante zu verhindern, wurde aber überstimmt.

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