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Kommunalpolitik hautnah

Von Der Bürgermeister bringt 12 000  Euro für Gestaltung des Platzes an der Dorfwaage mit.
Am Steyer-Kreuz an der Königsteiner Straße lobt Dieter Trippe (Mitte) die guten Restaurierungsarbeiten. Bilder > Am Steyer-Kreuz an der Königsteiner Straße lobt Dieter Trippe (Mitte) die guten Restaurierungsarbeiten.
Hornau. 

Kaum hat sich das muntere Grüppchen freudig begrüßt, die aktuellen Neuigkeiten ausgetauscht und ein wenig über „Gott und die Welt“ geplaudert, da zückt Bürgermeister Thomas Horn einen Brief. Er übergebe ihn nicht nur gerne persönlich an Dieter Trippe, den Vorsitzenden des Vereins „Bürger für Hornau“, um das Porto zu sparen. Es ist auch eine tolle Botschaft darin enthalten: Wie der Magistrat vor wenigen Wochen beschlossen hat, wird sich die Stadt mit 12 000  Euro an der Umgestaltung des Platzes an der ehemaligen Hornauer Dorfwaage beteiligen. Trippe ist ganz baff, während die anderen Bürger applaudieren. Dann findet der Vorsitzende doch rasch seine Worte wieder und betont: „Das ist eine Bestätigung unserer Arbeit.“

Engagement - das zeigen die „Bürger für Hornau“ eine ganze Menge. Und ein wichtiger Bestandteil ist der jährliche Rundgang durch den Stadtteil mit interessierten Gästen, Mitgliedern, dem Bürgermeister sowie Bauamtsleiter Patrick Büttner. „Es ist sehr gut, dass Sie sich um unseren Stadtteil sorgen und sagen, was ist wichtig. Sie bestimmen die Politik, wir sind Ihre Dienstleister“, stellt Horn klar. Zwar seien die Wunschlisten oft größer als das Budget der Stadt, doch „direkter geht’s nicht“, sagt Horn mit Blick auf diese Form der Stadtgestaltung. Einen ähnlichen Rundgang gebe es auch in Münster, fügt er an - und hofft insgeheim sicher, dass auch die Bürger der anderen Stadtteile ähnliches Engagement zeigen.

Mit Odenwald-Blick

In Hornau geht es beim Rundgang auch - oder gerade - um Kleinigkeiten. Trippe führt den Tross von gut 15 Personen etwa zu einer Bank unterhalb der Sportanlage „Am Reis“. Dort wartet Heinz Rothenbächer schon. Er kümmert sich um diese Ecke mit dem kleinen Schotterweg durchs Feld. Schnell ist sich die Gruppe einig, dass die neue, von den Hornauer Jagdgenossen gespendete Bank falsch herum aufgestellt wurde. Normalerweise könne man hier bis in den Odenwald schauen, betont Rothenbächer - wenn die Bank richtig stünde. Also wird sie wieder verlegt und der Vorschlag der Bürgermeister, doch eine zweite Sitzgelegenheit aufzustellen, gleich wieder verworfen. Schließlich wollen auch die Hornauer sparen.

Von Steyer für Steyer

Ein richtiges Schmuckstück nach seiner Sanierung ist das Sandstein-Kreuz an der alten Königsteiner Straße geworden. Hier macht der Tross die nächste Station. Vor zwei Jahren hat es der Eppsteiner Restaurator Matthias Steyer hergerichtet - dank der Namensgleichheit mit Erbauer Peter Steyer sogar einen Nachlass gewährt, freut sich Trippe. Für die gute Arbeit gibt’s spontan noch einen Applaus der Gruppe, die sich auch über eine zweite, von der Familie Maag gespendete Bank im Feld gleich um die Ecke freut.

Doch besonders groß ist der Jubel darüber, dass die „Bürger für Hornau“ ihr spezielles Vorhaben an der Waage endlich umsetzen können. Insgesamt rund 45 000  Euro sind dafür nötig - da leistet die städtische Summe einen wichtigen Beitrag. Was genau wird gemacht? Der Platz an der alten Platane am Liederbach soll neu gestaltet werden, mit dem Muster eines Posthorns im Kelkheimer Wappen. Vor allem aber will der Verein den Rest des alten Hornauer Hofguts retten. Übrig geblieben ist ein Sandsteinpfosten mit Mauerstück. Bei Planungsarbeiten für den Bachweg sei er teilweise eingeebnet worden, bedauert Trippe.

Dieser Hofgut-Bestand soll als Kleindenkmal erhalten bleiben, der Denkmalschutz habe bereits zugestimmt, betont Trippe. Auch die Wasserschutzbehörde habe wegen der Lage direkt am Liederbach ein Wort mitzureden. Diese Genehmigung sei aber auf einem guten Weg, berichtet der Bürgermeister. Das alles verursache Mehrkosten, die wiederum die weiteren Bauabschnitte gefährden würden, erklärt Trippe und hofft nun auf weitere Sponsoren. Kaum ausgesprochen, spendet Michael Jung beim Rundgang 500  Euro. Vereinschef Trippe schließt sich spontan an. Ihre Namen werden dann auf einer Messingtafel an einem zweiten Pfosten verewigt. Beide Mauerstücke zusammen sollen in den Plänen des Künstlers Joachim Menke dann einen Tordurchgang symbolisieren. Die Arbeiten sollen laut Trippe bald beginnen, drei Bauabschnitte sind geplant. Angebote von drei Firmen liegen vor. Sollten sich dann noch Sponsoren finden, könnten die „Bürger für Hornau“ den neuen Platz vielleicht noch 2013 einweihen.

Container in die Erde

Ebenfalls in diesem Jahr wird sich am Vereinshaus etwas tun. Wie Horn beim Rundgang erklärt, verschwinden die Abfallcontainer an der Hornauer Straße und wandern unter die Erde. Hier werden Unterflurbehälter installiert. Nach und nach sollen auf diese Weise in den kommenden Jahren zumindest die Container in Wohngebiet abtauchen. Kommen soll auch eine Lautsprecheranlage auf dem Hornauer Friedhof - denn Strom gibt es dort nicht. Mehr als 30 000  Euro - da sind sich alle einig  - darf so etwas aber nicht kosten. Nun will der Verein fragen, ob nicht in der Nachbarschaft bei Beerdigungen der Strom angezapft werden kann, eventuell mit separatem Zähler. Und schließlich gibt’s immer mal wieder Ärger mit parkenden Kleinlastern von Firmen, vor allem rund um die Kirche. Doch hier seien der Stadt die Hände gebunden, so lange die Wagen richtig abgestellt sind, betont Horn und fügt an: „Wir sind hier eben nicht in Wyoming, wo der nächste Nachbar 20 Meilen weg ist.“ Letzte Station vor der Vesper ist eine alte Weide am Liederbach in Höhe der Parkanlage am Mühlgrund. „Sie sieht aus wie ein toter Riese“, sagt Trippe. Der kaputte Baum soll ausgetauscht werden - vermutlich im Herbst will der Verein drei Nachfolger setzen.

Die „Bürger für Hornau“ treffen sich an jedem ersten Donnerstag im Monat um 19.30 Uhr zum Stammtisch im Gasthaus „Zum Taunus“, Hornauer Straße 146. Informationen gibt es bei Dieter Trippe unter (0 6195) 6 44 36 oder info@buerger-fuer-hornau.de .

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