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Koreanerin fliegt elf Stunden, um in der Eppsteiner Talkirche Orgel zu spielen

Das Orgelspiel der Koreanerin Sang-Myeong Lee erfüllt die Eppsteiner Talkirche mit Stücken von Albright, Bach, Vierne und Vivaldi. Begleitet wird die Organistin dabei von Johannes Liebig.
Sang-Myeong Lee freut sich, regelmäßig an der Orgel in der Thalkirchengemeinde in die Tasten greifen zu können. Sang-Myeong Lee freut sich, regelmäßig an der Orgel in der Thalkirchengemeinde in die Tasten greifen zu können.
Eppstein. 

Wenn die zweite Heimat ruft, legt Organistin Sang-Myeong gerne eine Reise von gut elf Stunden Flugzeit zurück. „Für das Konzert in der Talkirche komme ich sehr gerne nach Eppstein zurück“, sagt Sang-Myeong Lee. „Das ist mittlerweile eine Tradition.“ Drei Jahre lang (2004 bis 2007) war die Koreanerin, die mittlerweile wieder in Seoul lebt, als Chorleiterin und Organistin in der Talkirchengemeinde tätig – und ist den Eppsteinern in guter Erinnerung geblieben.

„Ihr Name hat in Eppstein noch eine gewisse Bekanntheit“, sagt Heike Schuffenhauer und blickt über die gut gefüllten Kirchenbänke. Mit der Besucherzahl ist die Pfarrerin zufrieden, sie freue sich vor allem auch über die Gäste aus den Partnerstädten. „Musik ist international und jeder versteht sie.“

„Wenn ich will, kann ich in Deutschland eine Stunde nur Bach spielen und fände dafür Zuhörer“, erzählt Organistin Lee. In Korea sei das anders. „Orgelmusik ist eben in Europa beheimatet“, hält sie fest. Großartig weitere Unterschiede gebe es allerdings ansonsten nicht. Auch in Korea sei die Orgel ein Begleitinstrument für Gottesdienste. Die Vorliebe für ihren Lieblingskomponisten Johann Sebastian Bach teilt die Koreanerin dabei mit Pfarrerin Heike Schuffenhauer. „Uns verbindet aber natürlich auch eine gute Freundschaft!“, unterstreicht Schuffenhauer. Nach Lees Umzug zurück nach Seoul habe sie die Organistin auch schon in Korea besucht.

Ein Stück zu Zweit

Tatkräftige Unterstützung bekommt Lee bereits zum zweiten Mal von Johannes Liebig. „Wir kennen uns schon seit bestimmt 14 Jahren“, erzählt die Organistin. Über ein paar Ecken sei dann vergangenes Jahr eine Zusammenarbeit entstanden. Die Aufgabe des 17-Jährigen bei dem Konzert: „Ich ziehe heute Abend die Register“, sagt der Schüler der Bischof-Neumann-Schule. Zudem führen Lee und Liebig das Stück „The King of Instruments“ des Komponisten und Organisten William Albright auf. Hierbei handelt es sich um ein Stück, das die Orgel von vorne bis hinten, von „the manuals“ bis zu „the organist“ vorstellt – aufgeteilt in Textabschnitte und Musikeinlagen.

Pläne für 2019

Ihr Besuch 2019 sei schon in Planung, sagt Lee, die an der Kölner Musikhochschule das Orgeldiplom erwarb. Dann verbinde sie gleich mehrere Auftritte in Deutschland mit ihrem Stopp in ihrer zweiten Heimat. So spiele sie nächstes Jahr unter anderem auch im Fuldaer Dom. Damit sich die lange Reise nach Europa auch dieses Jahr lohnt, hängt sie gemeinsam mit ihrem Mann noch einen Kurztrip in die Schweiz dran. Einen genauen Termin für 2019 stehe noch nicht fest, ergänzt Heike Schuffenhauer. „Koreaner planen immer etwas kurzfristiger.“ Daher fänden die Orgelkonzerte immer außerhalb der normalen Konzertreihen statt.

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