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Krippe in Nied schafft U3-Plätze

Kita-Plätze für Unter-Dreijährige (U3) sind in der ganzen Stadt Mangelware. Im Stadtteil Nied hat eine neue große Kindertagesstätte diese Lücke nun einigermaßen geschlossen. Und den Kindern gefällt es ganz prima in ihrem neuen Zuhause.
Nisa-Eylül (2) fühlt sich wohl im neuen Kleinkindhaus Nied in der Holzlachstraße. Gina Fischer-Wasels, studentische Aushilfe, unterstützt das Team bei der Kinderbetreuung.	Foto: Maik Reuß Nisa-Eylül (2) fühlt sich wohl im neuen Kleinkindhaus Nied in der Holzlachstraße. Gina Fischer-Wasels, studentische Aushilfe, unterstützt das Team bei der Kinderbetreuung. Foto: Maik Reuß
Nied. 

Die beiden Sandkästen sind das Herzstück im neuen Garten der Kinderkrippe „Kleinkindhaus Nied“. Hier backen die Kinder gemeinsam Sandkuchen und streiten sich auch schon mal um das ein oder andere Förmchen. Aber das gehört eben dazu beim gemeinsamen spielen und toben. Eine der Erzieherinnen hat sich gerade einen Besen geschnappt und kehrt den Rand des großen Sandkastens aus, der einjährige Knirps an ihrer Seite tut es ihr gleich. Es muss ja alles seine Ordnung haben.

Freie Entscheidungen

Das ist eines von vielen Dingen, die die Kinder lernen im Kleinkindhaus, das schon seit Februar Kinder unter drei Jahren aufnimmt. Doch neben den Regeln, welche die Kinder im gemeinsamen Miteinander beachten müssen, geht es in vielen Fällen auch zwanglos zu. Die Erzieher achten darauf, dass die Kinder auch altersgerechte Entscheidungen eigenständig treffen dürfen. „Wir arbeiten nach dem Ansatz, dass ein Kind nichts machen muss, was es sich nicht bereits eigenständig erarbeitet hat“, erklärt Krippenleiterin Sabine Neumann das Konzept ihrer Einrichtung.

Eigentlich hat die Krippe ihre Pforten schon im Februar geöffnet, als der Betrieb der ersten Gruppe startete. Nach und nach kamen weitere Gruppen mit je zehn Kindern zwischen einem und drei Jahren dazu. Seit diesem Monat kommen täglich 57 Kinder in die Krippe. Auch die drei restlichen verfügbaren Plätze sind schon vergeben. Die Warteliste ist prall gefüllt, denn die U3-Plätze sind bei Eltern gerade in modernen Einrichtungen wie dieser begehrt.

„Durch den gesetzlichen Betreuungsanspruch der U3-Kinder hat sich die Kindergartenlandschaft stark verändert“, erzählt Neumann, die seit vielen Jahren Erzieherin ist. „Vor 20 Jahren noch wären Sie in Westdeutschland schief angeschaut worden, wenn Sie ihr Kind schon mit einem Jahr in die Krippe gegeben hätten. In der ehemaligen DDR hingegen war es bereits damals üblich“, erinnert sie sich. Dort hingegen sei es nicht unüblich gewesen, die Kinder bereits mit sechs Wochen abzugeben. Die aktuell gängige Praxis hat da einen guten Mittelweg gefunden.

Praktische Ausbildung

In jeder Gruppe sind drei ausgebildete Erzieher und Pädagogen für das Wohl ihrer Schützlinge zuständig. Dazu kommen noch in jeder Gruppe ein bis zwei Auszubildende. Die Einrichtung arbeitet eng mit der Berta-Jourdan-Schule zusammen, die in Frankfurt jährlich zahlreiche Erzieher ausbildet. „Gerade die praktische Ausbildung der jungen Erzieher liegt uns sehr am Herzen“, sagt Neumann. Denn nur, wer auch praktisch mit Kindern zusammenarbeiten kann, wird als Erzieher einen guten Job machen. Und gutes Personal können die Kindertagesstätten immer gebrauchen.

Das weiß auch Sabine Drexler-Wagner vom Verein zur Unterstützung berufstätiger Eltern, der Träger der neuen Erziehungseinrichtung ist. Auch hier ist man stolz auf das Ergebnis, das gestern in Nied mit einem offiziellen Festakt eröffnet wurde. Das Haus sei sowohl bei Eltern als auch beim potenziellen Personal vom ersten Moment an äußerst beliebt gewesen, unter anderem weil vielen die Einrichtung schon auf den ersten Blick besonders gut gefalle.

Beim Bau der Kinderkrippe hatte der Träger 10 500 Euro pro Platz, also insgesamt über 600 000 Euro, zur Verfügung. Und das wurde nicht nur in den großen Karten mit seinen Sandkasten und Spielgeräten investiert, sondern auch in die Hellen Gruppenräume mit der modernen Einrichtung. Zwischen kuscheligen Sofas, bunten Spielsachen und dem edlen Klavier in den hellen Räumen fühlen sich die Kinder nach nur wenigen Wochen pudelwohl – eben fast wie zu Hause.

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