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LESERMEINUNG

Der Wille an Gestaltung fehlt Zum Leserbrief „Heiße Luft und Phrasen“ (Kreisblatt vom 24.

Der Wille an Gestaltung fehlt

Zum Leserbrief „Heiße Luft und Phrasen“ (Kreisblatt vom 24. Mai) schreibt eine ehemalige SPD-Stadtverordnete:

Die Kunstrasenoffensive wurde 2008 gestartet. Die Vereine konnten sich dafür bewerben. Klar war von Anfang an, dass dies nur mit einer finanziellen Kostenbeteiligung möglich ist. Klar war ebenfalls, dass nicht alle Plätze zugleich einen Kunstrasen bekommen können, sondern immer ein Platz nach dem anderen. Am 2. September 2009 wurde eine Anfrage in der Stadtverordnetenversammlung dahingehend beantwortet, dass für die bis dahin sich beworbenen Vereine in Lorsbach, Diedenbergen und Marxheim eine Inanspruchnahme auch von Landesfördermitteln möglich ist. Dann ist erst der TV Wallau aus seiner Schlafmützigkeit erwacht und hat sich am 17. 9. 2009 als letzter Verein beworben.

Eine Kostenbeteiligungszusage, wie von den anderen Vereinen, gab es zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Am 3. 2. 2010 wurde in der Stadtverordnetenversammlung beschlossen, dass über eine „Umwandlung des Wallauer Sportplatzes in einen Kunstrasen entschieden wird, wenn eine Erklärung des TV Wallaus hinsichtlich einer Kostenbeteiligung vorliegt“.

In der Priorisierung kam damit Wallau an die letzte Stelle, und daran sind nicht die Verantwortlichen aus dem Hofheimer Rathaus schuld. Nachdem nun Mitte letzten Jahres der Kunstrasenplatz in Diedenbergen fertiggestellt wurde, stehen jetzt noch die Plätze in Marxheim und Wallau an. Dabei geht es ja keineswegs in Wallau nur um den Kunstrasen, sondern ich glaube, es ist allen Beteiligten sehr daran gelegen, dass die Umkleiden und was sonst noch dazu gehört, auch in Angriff genommen werden. Die Behauptung, solch eine Umgestaltung des Sportplatzes wäre unabhängig vom Neubau der Ländcheshalle möglich, wo man eben noch nicht weiß, wo Baustellenzufahrten sein werden, wo auch noch ein Schulbetrieb inklusive Pausenhof in unmittelbarer Nähe zu regeln ist, halte ich für ziemlich gewagt. Ich weiß nicht, ob diesen „Fachleuten“ wirklich alle Umstände bekannt sind. Wenn man sieht, mit welchem Engagement und mit wie vielen Ideen sich andere Vereine einbringen, dann kann man sich des Eindrucks nicht erwehren, dass in Wallau der Wille an Gestaltung völlig fehlt. Daher sollte man vielleicht nicht immer reflexartig von Hinhaltetaktiken und fehlendem Investitionswillen sprechen. Ich jedenfalls bin auch enttäuscht, dass es anscheinend wichtiger ist, immer wieder Stimmung in Wallau zu machen, anstatt konstruktiv an der Sache zu arbeiten.

Cornelia Koall, Hofheim

Wir Wallauer feiern gerne

Zu: „Eine tolle Turnhalle, Kreisblatt vom 25. Mai):

Erstmal: Herzlichen Glückwunsch, liebe Sportkameraden vom TV 1860 zum Richtfest und weiter gutes Gelingen bei der Hallensanierung! Ja, wir Wallauer sind neidisch, wenn wir Berichte wie den lesen: Da wird die Bürgermeisterin von Herrn Blume mit folgenden Worten zitiert „Warum saniert ihr nicht die alte Halle und baut mit uns und dem Kreis eine neue Halle?“

Liebe Frau Bürgermeister, fragen Sie das doch mal die Wallauer! Auf so ein großzügiges Angebot könnte der TV Wallau sicher guten Gewissens eingehen. Der Seitenhieb in Richtung Wallau - Zitat Frau Bürgermeister Stang: „Wir haben hier (mit dem TV 1860) einen Verein, der genau weiß, was er will und wie das umzusetzen ist“, ist weder fair, noch gerechtfertigt - und steht einer Bürgermeisterin für alle Hofheimer, wenn sie ihn denn so gemeint hat, auch nicht gut zu Gesicht. Aus Wallauer Sicht könnte man auch sagen „wir Wallauer hätten gerne eine Verwaltung, die weiß, was im Sinne einer großen Zahl ihrer Bürger nötig ist und das auch realistisch plant und umsetzt.“

Auf der gleichen Seite berichtet das Kreisblatt über die Hofheimer Sparbemühungen und auch aus diesem Artikel lässt sich prima zitieren: „Bekannt ist: Wenn übergroße Sparsamkeit etwa an Gebäuden die Substanz schädigt, wird es später um so teurer“. Eine Binsenweisheit, die jeder Hausbesitzer kennt. Jeder Euro, auf den die Stadt in den letzten Jahren zugunsten des Erhaltes des Hotelbetriebs im Hotel Rosenberg bewusst verzichtet hat, schmerzt angesichts leerer Kassen alle Hofheimer - und uns Wallauer angesichts der aktuellen Diskussion um die Ländcheshalle um ein Vielfaches. Allein mit diesem Geld, rechtzeitig in die Sanierung investiert, würde nicht nur die Wallauer Ländcheshalle inzwischen super dastehen.

Abschließend bleibt mir nur zu wünschen, dass wir Frau Bürgermeister Stang auch bald in Wallau zum Richtfest einer Sporthalle begrüßen dürfen! Und: Wir Wallauer feiern gerne, wir könnten wahrscheinlich auch ein Richtfest organisieren, wenn denn der langersehnte Kunstrasen in Wallau endlich verlegt wurde.

Gabi Schuchardt, Wallau

Profitablerer Wohnungsbau

Zu: „Erleuchtung im Fall Rosenberg?“, Kreisblatt vom 24. Mai:
Da muss man dem Hofheimer Bau- und Liegenschaftsdezernenten Winckler (SPD) Recht geben: Es ist der Stadt am Rosenberg „nie darum gegangen, mit dem Hotelgrundstück Geschäfte zu machen“. Das hat man dem Immobilienkaufmann Vogler überlassen, der sich nunmehr, nach dem Willen des Magistrats, mit dem „Rosenberg-Deal“ eine goldene Nase verdienen soll. Und die Stadt Hofheim hat seit Anfang der 90er Jahre, wie die nunmehr vom Magistrat vorgelegten Zahlen belegen, nicht etwa den Hotelbetrieb subventioniert, sondern den Immobilienkaufmann Vogler, dem das Hotelgrundstück gehört. Dieser Herr Vogler bekam das Grundstück von der Stadt für einen „Appel und ein Ei“ und hat die hohe Subventionierung durch die Stadt nicht etwa an den Hotelbetreiber weitergegeben, sondern in die eigene Tasche gesteckt und seinem Hotelpächter auch noch eine deutlich überdurchschnittliche Pacht abgeknöpft. Nur dank der hohen Bettenauslastung, mit der die motivierte Hotelmannschaft glänzen kann (41 Prozent am „Rosenberg“ gegenüber 30 Prozent im Durchschnitt des Main-Taunus-Kreises) hält sich das Hotel über Wasser.

Doch wenn Herr Winckler fortfährt: „Stattdessen war es immer das Anliegen der Stadt, das Hotel zu erhalten“, so muss man leider feststellen: Von irgendwelchen zielgerichteten Bemühungen der Stadt, das Hotel zu erhalten, ist in ihrem praktischen Handeln nichts, aber auch gar nichts zu erkennen. Ganz im Gegenteil: Der Zweck dieser Subventionierung, nämlich den Erhalt des Hotels, wurde vom Magistrat in keiner Weise vertraglich oder planungsrechtlich gesichert. So wurde das Hotelgrundstück auch in dem neu aufgestellten Bebauungsplan nicht etwa als „Sondergebiet für die Fremdenbeherbergung“ ausgewiesen, sondern als „Gebiet, das dem Wohnen dient und der Unterbringung von Gewerbebetrieben, die das Wohnen nicht wesentlich stören“ (Mischgebiet): Geradezu eine Einladung an den Eigentümer, dort statt eines Hotels sehr viel profitableren Wohnungsbau zu betreiben - und das auch noch bei einer extrem hohen zulässigen Grundstücksausnutzung. Auch das Millionengeschenk an Vogler anlässlich des Verzichts der Stadt auf die eigentlich laut Vertrag fällige Nachzahlung erfolgte ohne jede Bedingung, die Hotelnutzung zu erhalten. Die Stadt schrieb Vogler lediglich in einem Brief: „Wir erklären dies (den Verzicht auf die 1 Million Euro) in der Erwartung, dass das Hotel Am Rosenberg wie von Ihnen erklärtermaßen beabsichtigt, im vorhandenen baulichen Bestand weiter betrieben wird. Mit freundlichen Grüßen Winckler Stadtrat.“ Wie rührend!

Bernd Hausmann, Hofheim

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