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Ländcheshalle: Kreis bleibt bei seiner Absage

Von Das Tischtuch zwischen Stadt und Main-Taunus-Kreis bleibt zerschnitten. Muss der Neubau der Sporthalle neu geplant werden?
Wallau. 

Das Landratsamt tut so, als gäbe es gar keinen Grund für Verstimmungen zwischen Stadt und Kreis. Man sei als Kreis daran interessiert, heißt es auf eine Kreisblatt-Anfrage hin, „dass auch unter den jetzt geschaffenen Bedingungen Stadt, Kreis, Schule und Verein gut zusammenarbeiten“. Zur Nutzung der dann sanierten Halle der Taunusblickschule solle es ein Gespräch mit dem TV Wallau und der Schule geben.

Nicht hinnehmbar

Freilich ist der Kreis für die „jetzt geschaffenen Bedingungen verantwortlich“. Vor zwei Wochen nämlich hat er verlauten lassen, aus dem Projekt einer gemeinsamen neuen Ländcheshalle für Stadt, Schule und Verein auszusteigen. Diese Halle sollte sowohl den Altbau als auch die sanierungsbedürftige Schulturnhalle ersetzen. Schon im vergangenen Jahr hatte Landrat Michael Cyriax (CDU) gedroht, aus dem Projekt auszusteigen, wenn es nicht in absehbarer Zeit Fortschritte gebe. Jetzt hat die Kreisspitze diesen Schritt vollzogen, allerdings mit der Begründung, die vorgesehene Kostenbeteiligung in Höhe von zwei Millionen Euro sei nicht hinnehmbar. Im Kreishaus geht man davon aus, die Schulturnhalle mit einem Aufwand von etwa 650 000 Euro sanieren zu können. In einer ersten Reaktion hatte die Hofheimer Rathausspitze nicht über die Folgen dieses Schritts spekulieren wollen, sondern die Hoffnung geäußert, den Kreis noch davon überzeugen zu können, bei der Stange zu bleiben.

Konkret hatte man die Möglichkeiten dazu bei einem längst vereinbarten Gesprächstermin in den letzten Tagen ausloten wollen. „Der Kreis war eingeladen, hat aber nicht teilgenommen“, berichtete Bürgermeisterin Gisela Stang (SPD) auf Anfrage des Kreisblattes. Die Teilnahme des Kreises sei entbehrlich gewesen, da es um speziell Hofheimer Themen gehen sollte, entgegnet Kreishaus-Pressesprecher Johannes Latsch. Erster Kreisbeigeordneter Wolfgang Kollmeier (CDU) habe die Stadt darüber auch informiert.

„Die Entscheidung für die Sanierung der Sporthalle der Taunusblickschule ist auf Dezernenten-Ebene gefallen“, bekräftigt Latsch den Beschluss des Kreises. Natürlich entscheiden beim Kreis endgültig nicht der Landrat und die Kreisbeigeordneten, das erledigt der Kreistag. Aber dass die Mehrheit dort die politische Führung des Kreises, die den gleichen Parteien angehört, noch einmal zurückpfeift, ist nicht sehr wahrscheinlich.

Neu denken

Das schätzt auch Bürgermeisterin Stang so ein. „Die Grundlage hat sich verändert, und daher müssen wir neu denken“, so die Rathauschefin zum Kreisblatt. Man müsse eine abgespeckte, aber doch tragbare Lösung suchen. Das kommt zum denkbar schlechtesten Zeitpunkt, war ein Entwurf einer Dreifeldhalle mit angeschlossener Mehrzweckhalle schon fertig zur Präsentation. Nun werde der Architekt Vorschläge machen.

Darauf ist man nun in Wallau sehr gespannt. Die Wählergemeinschaft Wallau hatte schon gejubelt, die Sanierung der Schulurnhalle sei eine gute Nachricht, weil mit einer neuen Ländcheshalle dann die bisherige Hallenkapazität im Ort erhalten werden könnte. Ob das tatsächlich so ist, wird sich zeigen, wenn sich Stadt und Verein über eine „abgespeckte, aber doch tragbare Lösung“ geeinigt haben.

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