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Einsatz bei Greifvogelhändler: Lebende Habichte beschlagnahmt

In einem Schrebergarten wurden gefangene Greifvögel und eine „Leiterfalle“ entdeckt. Ein Tier musste allerdings eingeschläfert werden.
Acht Greifvögel – alle unberingt – wurden in dem Schrebergarten entdeckt. Sie wurden später wieder freigelassen. Bilder > Acht Greifvögel – alle unberingt – wurden in dem Schrebergarten entdeckt. Sie wurden später wieder freigelassen.
Okriftel. 

Mitarbeiter des „Komitees gegen den Vogelmord“ haben am Dienstag nach einem Hinweis in einem Schrebergarten in Okriftel mehrere illegale Greifvogelfallen und acht gefangene Greifvögel entdeckt und die Behörden informiert. Bei der anschließenden Durchsuchung des Geländes durch die Polizei seien ein aktiver Habichtfangkorb – das ist eine Lebendfalle für Greifvögel – sowie eine sogenannte Leiterfalle entdeckt worden.

Die Staatsanwaltschaft in Frankfurt bestätigt die Aussagen des „Komitees gegen den Vogelmord“ weitgehend. Ihre Sprecherin, Oberstaatsanwältin Nadja Niesen, sagt, dass der Zeuge, der auf die Vögel und die Fallen aufmerksam machte, zuvor wohl zum Grillen eingeladen worden war und später die Polizei informiert habe.

Die Greifvögel waren nach Angaben des Komitees alle unberingt. Es habe sich um fünf streng geschützte Habichte und drei Mäusebussarde gehandelt; bei der Staatsanwaltschaft war von sechs Bussarden und zwei Habichten die Rede. Jedenfalls wurden die Tiere alle beschlagnahmt.

„Sieben Vögel konnten später freigelassen werden, ein Mäusebussard wurde zum Aufpäppeln in eine Pflegestation gebracht, berichtete gestern das „Komitee gegen den Vogelmord“. Später sagte Nadja Niesen, dass ein Vogel eingeschläfert werden musste – sie sprach von einem Habicht.

Gegen den Besitzer des Grundstücks, bei dem es sich um einen Falkner handeln soll, wurde ein Strafverfahren wegen Verstößen gegen das Bundesnaturschutzgesetz und das Tierschutzgesetz eingeleitet. Sollte ihm nachgewiesen werden, dass er die Fallen aufgestellt hat, drohen ihm der Entzug des Jagdscheins und bis zu fünf Jahre Haft. Am Einsatz im Schrebergarten waren Polizisten aus Hofheim und Frankfurt, darunter einige Umweltexperten, sowie Mitarbeiter der Kreisverwaltung beteiligt.

Warum der Grundstücksbesitzer eine solch große Menge lebender Tiere hielt und ob er die Vögel verkaufen wollte, ist jetzt Gegenstand der Ermittlungen. Nach Angaben des „Komitees gegen den Vogelmord“ liegt der Schwarzmarktpreis für einen Habicht zwischen 1000 und 1500 Euro.

Greifvögel gehören zu den durch das Bundesnaturschutzgesetz streng geschützten Arten. Paragraf 44 dieses Gesetzes verbietet es, wildlebenden Tiere dieser Gattungen nachzustellen, sie zu fangen oder gar zu töten.

(dmk)
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