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Höchster freuen sich, dass die Sanierung 2017 startet: Licht für den Bolongaropalast

Von Jahrelang war die Sanierung des Bolongaropalasts immer wieder verschoben worden. In Höchst ist man nun erleichtert, dass es endlich damit losgeht. Und auch mit den Plänen für das künftige Innenleben sind die Akteure aus dem Stadtteil zufrieden.
Von außen ist kaum zu  erkennen, welch ein Sanierungsfall der Bolongaropalast ist. In Höchst ist man froh, dass es nun endlich losgeht. Von außen ist kaum zu erkennen, welch ein Sanierungsfall der Bolongaropalast ist. In Höchst ist man froh, dass es nun endlich losgeht.
Höchst. 

Claus Cromm, stellvertretender Vorsitzender des Vereinsrings Höchst, ist froh: „Das ist ein wichtiges Zeichen für Höchst“, sagt er in Bezug auf die Sanierung des Bolongaropalasts, die im Frühsommer 2017 beginnen und dreieinhalb Jahre dauern soll. „Das hätten wir schon vor Jahren haben können. Es muss jetzt einfach mal passieren“, sagt auch Markus Grossbach, Vorsitzender des Kultur- und Museumsvereins Bolongaro. Schließlich gingen die Kosten immer weiter hoch. Schon jetzt wird es deutlich teurer als bisher geplant: 38,6 Millionen Euro soll die Sanierung kosten. Damit steigt der Betrag um gut zehn Millionen Euro (wir berichteten).

Vieles umgesetzt

„Der Baubeginn war uns immer wichtig“, betont Cromm. Denn dann gibt es kein Zurück mehr. Cromm rechnet bei dem Barockbau, der 1772 bis 1775 errichtet wurde, nämlich durchaus mit Überraschungen – inklusive Kostensteigerungen und Verschiebung der Fertigstellung. Grossbach dagegen ist guter Dinge, „dass es nun auch so klappt“. Verwaltungsstellenleiter Henning Brandt ist ebenfalls froh, „dass wir zu einem guten Ergebnis gekommen sind, das die schwarz-rot-grüne Koalition auch mitträgt“. Allerdings muss der Magistrat am Freitag, 25. November, formal noch zustimmen. Er tagt dann passenderweise in Höchst. „Die Mühen der Vergangenheit haben sich gelohnt“, sagt Brandt. Cromm ist zudem froh, dass sich „das ehrenamtliche Engagement in den Planungswerkstätten gelohnt hat“. Dort waren viele Vorschläge für die Nutzung des Palasts nach der Sanierung erarbeitet worden. Und viele davon werden nun auch umgesetzt. „Das Raumkonzept hat unsere Zustimmung“, sagt Claus Cromm.

„Es ist weitgehend so, wie wir uns das vorgestellt haben“, sagt auch Grossbach. Sein Kultur- und Museumsverein Bolongaro war maßgeblich an der Erarbeitung des Museumskonzepts beteiligt. „Wir haben genug Platz“, sagt er. 452 Quadratmeter werden es laut der Magistratsvorlage im ersten Obergeschoss des Westflügels sein. „Das künftige Museum soll den Besuchern ein Bild über Höchster Geschichte vermitteln“, heißt es dort. Zum Leben der Familie Bolongaro soll es im ersten Stock des Mittelbaus einen weiteren 32 Quadratmeter großen Raum geben. Flächen, um Material einzulagern, sind im Keller vorgesehen. Außerdem kann das Museum 40 Quadratmeter hinter dem Empfang für Wechselausstellungen nutzen. Hier sind aber andere Nutzer denkbar.

Ob ein anderer Nutzer, der eingeplant ist, tatsächlich wieder einziehen wird, ist dagegen unklar. Das Filmtheater Valentin hatte bereits im Sommer dieses Jahres aus finanziellen Gründen seine Pforten geschlossen. „Wir bemühen uns, das Valentin zu erhalten, auch wenn es schwierig ist“, sagt Werner Rosmaity, Geschäftsführer der Medienwerkstatt Frankfurt, die das Programmkino betreibt. Noch gebe es Verhandlungen mit Investoren. „Wir eröffnen frühestens im Januar 2017 wieder“, erklärt er. Allerdings macht er sich wegen der Baustelle dann auch gleich wieder Sorgen, obwohl das Kino als einziges im Palast bleiben könnte, während alle anderen derzeitigen Nutzer während der dreieinhalbjährigen Bauphase ausziehen müssen. „Die Frage ist, ob das Publikum während der Bauphase kommt.“

Besser wahrnehmbar

Daher könne es auch sein, dass das Filmtheater Valentin erst nach der Sanierung zurückkehrt. Dann sind auch die wirtschaftlichen Perspektiven wieder besser. „Bisher waren die Räume einfach zu klein und zu eng“, sagt Rosmaity. Doch die Sanierungspläne sehen eine Erweiterung im Erdgeschoss des Ostflügels vor. Zudem sollen sie barrierefrei erschlossen werden, und es soll ein Zugang direkt zur Bolongarostraße geschaffen werden. „Da sind wir besser wahrnehmbar. Es ist gut, nicht mehr über den Hinterhof zu müssen.“

Aber nicht nur das Kino erhält mehr Platz, wenn die Sanierung des Bolongaropalasts abgeschlossen ist. Im ersten Stock des Ostflügels werden zwei Projekträume für die Arbeit mit Kindern von Kita Frankfurt und Atelierräume für das Jugend- und Kulturzentrum Höchst für Projekte und Workshops eingerichtet. Im zweiten Obergeschoss wird die Musikschule Frankfurt Unterrichts- und Büroräume bekommen. Sie kann damit ihr Angebot in den westlichen Stadtteilen zentralisieren.

Zentral für das Gebäude ist die Gastronomie, auch wenn der Betreiber des Restaurants erst in zwei Jahren gesucht werden soll. Der Haupteingang dazu ist über den sogenannten Musikbau geplant. Außerdem soll es einen barrierefreien Zugang über den Garten geben, wo auch eine Außenbewirtschaftung möglich sein wird. Der Veranstaltungssaal im Westflügel kann bei Bedarf ebenfalls als Gastraum genutzt werden.

Der Innenhof des Westflügels wiederum wird überdacht und zu einem Veranstaltungssaal mit einer Fläche von 145 Quadratmetern ausgebaut. Bis zu 117 Sitzplätze sind hier möglich. „Das alles ist ein großer Gewinn“, sagt Werner Rosmaity. Die Stadt habe sehr ehrgeizige und aufwendige Pläne für den Bolongaropalast. „Das Ganze bietet einfach eine große Chance.“ Zumindest ist nun Licht am Ende des Tunnels.

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