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Literatur in Scheunen und Maschinenhallen

Von Die Reihe „5 Bücher – 5 Lesungen – 5 Orte“ lockte Bücherfreunde an ungewöhnliche Orte und schaffte Kontraste zwischen Lesung und Umfeld. Nun ziehen die Veranstalter Bilanz.
Spannendes Buch, ungewöhnliche Kulisse: Sabine Schabicki las in der Möbel- und Innenausbau Gesellschaft aus „Nur Tim und das Meer“.	Foto: nie Spannendes Buch, ungewöhnliche Kulisse: Sabine Schabicki las in der Möbel- und Innenausbau Gesellschaft aus „Nur Tim und das Meer“. Foto: nie
Bremthal. 

Hell strahlen die Leuchtröhren die Mitte der riesigen Werkshalle aus. Tagsüber wird hier gearbeitet – mit Holz, dessen herber, kräftiger Geruch deutlich in der Luft liegt. Zwei, drei schöne und große Holzschränke stehen hinter den Autorinnen Sabine Schabicki und Susanne Kronenberg, während sie lesen. Die Möbel vermitteln einen Hauch Wohnlichkeit in dieser handwerklich geprägten Umgebung.

Die Werkstätte der Bremthaler Möbel- und Innenausbau Gesellschaft erwies sich als spannender Ort für eine Lesung. Die Größe des Raumes und die Maschinen schufen einen interessanten Kontrast zu der für eine Lesung typischen Stimmung, die sich sofort einstellte, als die Bremthalerin Sabine Schabicki die ersten Worte aus ihrem Buch „Nur Tim und das Meer“ las. Die einfühlsame Abenteuergeschichte von Tim Weltermann, der versucht, in einem Kajak den Atlantik zu überqueren, zog die Zuhörer in den Bann. Auch, weil es Schabicki gelang, die wahre, mit dem Tod von Tim endende Geschichte nicht von der Traurigkeit erdrücken zu lassen.

Schabicki war gewissermaßen das Vorprogramm für die Krimi-Autorin Susanne Kronenberg, die aus ihrem Roman „Totengruft“ las. Er spielt in Wiesbaden und geht gleich in die Vollen: Bei Renovierungsarbeiten in einem Biebricher Frauenhaus wird die seit einem Jahrhundert verborgene Leiche eines Mannes gefunden. Für die Privatdetektivin Norma Tann beginnt eine höchst verwickelte Ermittlung.

„Absolut positiv“

Etwa 30 Besucher hatten sich auf den Weg gemacht, um die letzte Kulturkreis-Veranstaltung in der Reihe „5 Bücher – 5 Lesungen – 5 Orte“ zu erleben. Horst Winterer, der Vorsitzende des Vereins, ist mit dem Verlauf der diesjährigen Lesungen rund um die Buchmesse sehr zufrieden. „Das Fazit ist absolut positiv“, erklärt er. Die Idee, die Lesungen an ungewöhnlichen Orten stattfinden zu lassen, sei sowohl bei den ehrenamtlichen Helfern als auch bei den Besuchern sehr gut angekommen.

Stühle schleppen

Über 160 Gäste waren nach Angaben der Veranstalter bei den fünf Lesungen dabei. Damit wurden die Besucherzahlen der Vorjahre überstiegen – allerdings seien es da auch weniger Lesungen gewesen. Froh ist Vereinschef darüber, dass sich das Organisationsteam so auf die jeweiligen Gastgeber verlassen konnte. Schon bei der ersten Lesung im „Nassauer Hof“ seien sie „rührend empfangen“ worden, und alles sei bestens vorbereitet gewesen, lobt er. Sehr gut besucht waren laut Winterer die Lesungen von Gregor Weber in der Pfarrscheune in Ehlhalten sowie die von Stefan Nink in der Foils-Fabrik.

Die Veranstaltungsreihe stellte den Kulturkreis allerdings auch vor viel Arbeit, da die Lesungen eben nicht an städtischen oder anderen öffentlichen Orten gehalten wurden, die für solche Veranstaltungen eingerichtet sind: Stühle, Getränke, Gläser und die Technik mussten jeweils erst zu dem Veranstaltungsorten transportiert, dort auf- und wieder abgebaut werden.

Finanziert wurde die Reihe, die Teil des Projektes „Leseland Hessen“ ist, aus Vereinsmitteln, mit Hilfe des Kulturamtes der Stadt sowie aus dem Zuschuss des hessischen Ministeriums für Wissenschaft und Kunst, das das Projekt „Leseland Hessen“ ins Leben gerufen hatte.

Ziel der Lesereihe war es, den Eppsteinern ein möglichst breites Spektrum an aktueller Literatur zu zeigen. Man habe nicht auf die ganz großen Namen oder den einen Knaller gesetzt, erklärt Winterer. Überdies wollte der Verein Autoren aus Eppstein die Gelegenheit geben, sich einem größeren Publikum vorzustellen.

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