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Ansprechpartner für Menschen mit Migrationshintergrund: Lotsen helfen bei der Integration

Geht es nach dem Magistrat, so wird der Sozial- und Kulturausschuss am Montag die Einrichtung einer Stelle für einen ehrenamtlichen Integrationsbeauftragten beschließen.
Das ist die Idealvorstellung für den Alltag: Jugendliche verschiedener ethnischer Gruppen auf einem Schulhof. Foto: Franz Pfluegl (842631) Das ist die Idealvorstellung für den Alltag: Jugendliche verschiedener ethnischer Gruppen auf einem Schulhof.
Flörsheim. 

Nicht erst seit dem Flüchtlinge in verschiedene Gebäude in der Mainstadt sowie in Weilbach einquartiert wurden, wird das Wort „Integration“ bemüht. Vielmehr war wohl vor allem der seit einigen Jahren vermehrte Zuzug von auswärtigen Familien nach Flörsheim-Nord der Auslöser für den Wunsch des Magistrats, sogenannte Integrationslotsen, einzustellen. Diese engagieren sich ehrenamtlich. Doch nun soll es einen Integrationsbeauftragten geben. Die Vergütung dieser Position ist ein Mischmasch aus Sitzungsgeldern (20 Euro pro Sitzung soll es laut Angaben des Ersten Stadtrats Sven Heß (Galf) für den Integrationsbeauftragten geben) sowie Geld, das aus einem hessischen Förderprogramm für „wegweisende Integrationsansätze“ gezahlt wird. Dieser Zuschuss wird für die über die Sitzungsteilnahme hinausgehende Arbeit des Beauftragten bezahlt werden. „Der förderungsfähige Arbeitseinsatz kann bei maximal 46 Wochen pro Haushaltsjahr sechs Wochenstunden umfassen. Bei einem koordinierend tätigen ehrenamtlichen Integrationslotsen können maximal neun Wochenstunden gefördert werden“, heißt es dazu in der Vorlage des Magistrates. Leben kann ein ehrenamtlich arbeitender Integrationsbeauftragte also nicht von diesem Amt. Dies bestätigt der städtische Pressesprecher Andreas Wörner. Der Mann habe eine feste Arbeitsstelle und beziehe daraus ein Gehalt.

Vermittler und Vernetzer

Der neue Integrationsbeauftragte ist vom Magistrat bereits ausgewählt worden. Er heißt Hüseyin Kocak. Der Mann war von Februar 2011 bis Mai 2014 ehrenamtlicher Integrationsbeauftragter des Landkreises Kaiserslautern und bekleidete das Amt des stellvertretenden Vorsitzenden im Beirat für Migration und Integration des Landkreises. Im Rahmen dieser Tätigkeit hat er sich unter anderem für die Integration von Menschen mit Migrationshintergrund in der Verbandsgemeinde Landstuhl engagiert. Bisher sind in der Mainstadt bereits zwei Integrationslotsen tätig. Der Magistrat begründet die Verpflichtung eines weiteren ehrenamtlichen Mitarbeiters für das Aufgabengebiet Integration mit folgenden Worten: „Integration ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe mit Querschnittsfunktion. Im Lichte der zunehmenden Zahl von Menschen mit Migrationshintergrund und einer immer bunter werdenden Gesellschaft kommt ihr eine wachsende Bedeutung zu.“ Als „Vermittler, Vernetzer und Veranstalter“ soll der ehrenamtliche Integrationsbeauftragte im Namen der Stadt tätig werden und „dazu beitragen, dass die in unserer Stadt lebenden Menschen verschiedener Nationalitäten, Kulturen und Religionen mehr voneinander wissen und miteinander das kommunale Geschehen gestalten“. Außerdem soll durch den „Abbau von Vorurteilen oder mangelndem Verständnis füreinander einem möglicherweise entstehenden Konfliktpotential im Zusammenleben unterschiedlicher Kulturen in ihren vielfältigen Lebens- und Verhaltensweisen entgegengewirkt werden“.

Zu den Aufgaben des Integrationsbeauftragten zählt der Magistrat in seiner Vorlage folgende Arbeitsbereiche sowie Tätigkeitsmerkmale auf:

„Kontakt zu Ausländerbeirat, Migrantenvereinen, Ahmadiyya-Gemeinde, Vereinen, Verbänden, Asylkreisen und andere mit regelmäßigem, gegebenenfalls institutionalisiertem Informationsaustausch;

Teilnahme an den öffentlichen Sitzungen des Ausländerbeirates und des Sozial- und Kulturausschusses;

Vermittlung von Informationen, Wissen, Hintergründen zum Thema Integration an Betroffene und die breite Öffentlichkeit;

Konzeption von Aktionen, Festen, Vorträgen, usw. gemeinsam und in Abstimmung mit den beteiligten Institutionen (unter anderem Ausländerbeirat), Verbänden, Vereinen und andere;

Mithilfe bei der Erarbeitung eines (dynamischen) Integrationskonzeptes für die Stadt Flörsheim am Main; dabei kann auf den Erkenntnissen des Projekts ,Willkommenskonzept für Neubürgerinnen und Neubürger’ aufgebaut und dieses weiterentwickelt werden;

generelle Unterstützung der Stabsstelle ,Integration und Ausländerbeirat’;

Ausbau des Integrationslotsenprojektes und Koordinierung des Einsatzes“.

(meh)
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