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Manchmal ist das Tierheim die letzte Rettung

Am Projekt „Zeitung in der Grundschule“ (ZING) nehmen nicht nur Schulklassen teil. Auch die Zeitungs-AG der Westerbachschule Niederhöchstadt unter der Leitung von Timo Becker macht mit. Die Viertklässler befassen sich ohnehin schon mit den Themen wie Recherchieren, Schreiben und Fotografieren - und jetzt sind sie auch noch für das Höchster Kreisblatt aktiv geworden. Unter dem Arbeitstitel „Warum Hasso und Mikesch so traurig sind“ berichten sie über das Sulzbacher Tierheim des Tierschutzvereins Sulzbach/Bad Soden.
Kater Tiger flirtet ein wenig mit den ZING-Reportern, er hat aber schon ein neues Zuhause gefunden.	Fotos: Timo Becker Bilder > Kater Tiger flirtet ein wenig mit den ZING-Reportern, er hat aber schon ein neues Zuhause gefunden. Fotos: Timo Becker
Sulzbach. 

Bereits seit 1959 bietet das Sulzbacher Tierheim in der Nähe des Waldparks Arboretum jährlich rund 300 Hunden, Katzen und Kleintieren Zuflucht. Momentan sind es vor allem Hunde und Katzen, um die sich die Pflegerinnen des Heims kümmern.

Das Tierheim verfügt über zwei Häuser, ein Katzen- und ein Hundehaus. Kaum nähert man sich den Gebäuden, wird man lautstark von den vierbeinigen Bewohnern begrüßt.

Das Katzenhaus ist sehr neu und modern. Zehn bis zwölf Katzen haben dort Platz. Sie können sich im Innen- und Außenbereich bewegen. Im Innenraum gibt es viele Versteckmöglichkeiten. Außerdem liegt Spielzeug herum. Für die Stubentiger gibt es sogar eine Fußbodenheizung. Will man das Katzenhaus betreten, muss man mit beiden Füßen über ein Tuch gehen, das mit Desinfektionsmittel getränkt ist. Das soll verhindern, dass Besucher an den Füßen Bakterien und Krankheitserreger ins Katzenhaus tragen.

Viele der Katzen sind sehr scheu und halten sich versteckt. In einem Raum ist immer ein Fenster geöffnet, denn manchmal streunen Besucherkatzen aus der Umgebung ins Tierheim. Auch für sie liegen Spielsachen und Futter bereit. Sie sind gerngesehene Gäste.

Auch das Hundehaus soll erneuert werden, doch dazu fehlt dem Verein das nötige Geld. Die ersten Pläne zum Ausbau des Hundehauses gibt es aber bereits.

Er bellt hell und niedlich, sein Fell ist nussbraun, und seine Augen blitzen frech. Sein puscheliger Schwanz wedelt so dolle, als hebe er gleich ab. Luke wurde ausgesetzt und gefunden. Von der Rasse her ist er ein Pekinese. Im Sulzbacher Tierheim hat er vorübergehend ein neues Zuhause gefunden und hat sogar ein eigenes Gehege nur für sich.

 

Branko sieht fast nichts

 

Im Gehege nebenan wohnt Branko. Er hat eine schlimme Vergangenheit. Auf einem Auge kann Blanko fast nichts mehr sehen, und das andere Auge ist gar nicht mehr da.

Die Tierpflegerinnen tun alles für das Wohl der Tiere. Dennoch ist ihr Ziel, dass möglichst viele Tiere ein neues Zuhause bekommen. Das Tierheim soll nicht die Endstation sein.

Aber nicht alle der Hunde haben so schlimme Dinge erlebt. Border-Collie Max zum Beispiel macht lediglich ein paar Tage Urlaub im Tierheim. Seine Herrchen sind verreist, und Max verbringt die Zeit solange im Tierheim wie in einer Hundepension.

Die Polizei besitzt übrigens auch einen Schlüssel für das Tierheim, damit sie jederzeit dort reingehen kann. In einer sogenannten Polizei-Box im Heim können die Polizisten beispielsweise „Streuner“ einschließen, die sie mitten in der Nacht, wenn niemand im Heim ist, gefunden haben. Die Pfleger finden den Findling dann am nächsten Morgen und kümmern sich um ihn. Das kann eine große Rettung für die aufgefundenen Hunde sein.

 

Sogar der Friseur kommt

 

Dass all das jede Menge Arbeit macht, ist klar. Das Tierheim hat fünf Angestellte, die Geld für ihre Arbeit bekommen. Wer im Tierheim arbeiten möchte, muss vor allem tierlieb sein. Einige der Mitarbeiter haben außerdem eine Tierpflegerinnen-Ausbildung absolviert und sind echte Experten.

Bis 20 Uhr werden die Tiere von den Mitarbeitern versorgt. Nachts sind die Vierbeiner unter sich. Vor allem die Entwicklung der Tiere zu beobachten macht den Angestellten des Tierheims großen Spaß. Manchmal wird aus einem anfangs ängstlichen Streuner ein verspielter Kinderliebhaber. Die Pfleger kennen alle Namen der Tiere auswendig. Viele der Mitarbeiter haben Haustiere.

Es gibt auch viele ehrenamtliche Personen, die im Tierheim mitarbeiten. Sie gehen zum Beispiel mit den Hunden Gassi. Für diese Tätigkeit muss man allerdings schon volljährig und mit den Hunden vertraut sein.

Will man einen Hund aus dem Tierheim fest mit nach Hause nehmen, so sollte man sich im Voraus mit ihm angefreundet haben, damit man nicht erst anschließend merkt, dass man sich vielleicht doch nicht so gut mit dem Hund versteht. Einfach umtauschen kann man ein Tier nämlich nicht.

Die Hunde bekommen sogar regelmäßig Besuch von einem Friseur. Bei den Katzen übernehmen die Aufgabe der Haar- und Fellpflege die Mitarbeiter.

Den Pflegern liegt das Tierheim sehr am Herzen. Über Futterspenden und finanzielle Unterstützung zum Ausbau des Heims freuen sie sich sehr.

 

Ziemlich beste Freunde

 

Kiron und Shay sind beste Freunde. Sie haben sich erst im Tierheim kennengelernt. Der Fundhund Kiron ist sieben Jahre alt, Shay ist erst fünf. Der Arzt hat dieses Alter geschätzt. Wann sie genau geboren sind, weiß man nicht.

Shay fordert den ruhigen Kiron immer zum Spielen auf. Sie ist die Chefin im gemeinsamen Gehege. Erst vor ein paar Monaten haben die Pflegerinnen des Tierheims die beiden Hunde zusammengelegt und festgestellt, dass die Freundschaft beiden sehr gut tut. Die beiden leben nicht nur zusammen, sondern gehen auch gemeinsam Gassi. Regelmäßig werden sie von ehrenamtlichen Helfern ausgeführt.

 

Zuhause gesucht

 

Vom Verhalten der Tiere kann man manches ableiten. Kiron muss etwas Schlimmes erlebt haben, denn bei hastigen Bewegungen wird er unruhig. Auch gegenüber Kindern ist der Mischling sehr vorsichtig. Nur seine Freundin Shay darf ihm jederzeit nahe kommen, ohne dass es ihn stört. Durch „Liebesbisse“ holt sie sich die verspielte Hündin die Aufmerksamkeit von Kiron.

Wie alle anderen Hunde und Katzen im Tierheim freuen sich auch Kiron und Shay, wenn sie irgendwann ein festes Herrchen und ein neues Zuhause haben.

Sarah-Johanna Helmich, Esther Pipperek, Sarang Kim, Hannah Gill, Lina Hackenberg, Martha Badenhop, Ella Gut, Cara Meyer, Sebastian Beckmann, Simon Kruske, Julius Depping, Jacob Kallert, Timon Möller, Sophie Glazinski, Johanna Kremer und Lina Achenbach

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