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Naturschutz contra Wohnbebauung: Manfred Guder kritisiert Bauprojekt in der Niederjosbacher Obergasse

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) ist nicht glücklich mit der Eppsteiner Baupolitik – und nicht nur mit der. Die Niederjosbacher Obergasse sei nur ein Beispiel.
Der Neubau passt nicht in die Umgebung, findet Manfred Guder. Der Neubau passt nicht in die Umgebung, findet Manfred Guder.
Eppstein. 

Gut möglich, dass Manfred Guder in den kommunalen Bauämtern des Kreises den Spitznamen „Retter der Regionalen Grünzüge“ bekommen hat. Der Regionale Flächennutzungsplan gehört zu den wichtigsten Unterlagen auf seinem Schreibtisch. Dort sind die Grünzüge eingezeichnet, die verhindern sollen, dass die Orte zusammenwachsen und aus der Region ein zusammenhängender Siedlungsbrei wird. So weit ist es noch nicht. Aber aus der Sicht von BUND-Kreisvorstandsmitglied Manfred Guder wird ständig an den Regionalen Grünzügen gekratzt. Hier ein paar Quadratmeter, dort ein Bauplatz. Kreisweit gehe das so.

Über neue Häuser am oberen Ende der Niederjosbacher Obergasse wurde schon diskutiert, bevor die Wohnungsknappheit sich zugespitzt hat. Inzwischen ist dort ein Rohbau entstanden, der der Größe nach nicht zur Umgebungsbebauung passt. Für Guder steht fest, dass dort wie in anderen Ecken die Interessen der Grundeigentümer bedient werden. In Kelkheim ist aus seiner Sicht das mögliche Baugebiet „Schlämmer“ wieder auf die Tagesordnung gekommen. In Hofheim streitet man sich gerade über ein Kleinstbaugebiet in Marxheim. Dort hat Baudezernent Wolfgang Winckler unlängst erklärt, dass man nirgends mehr bauen könne, wenn man auf wirklich jede Schutzfunktion eines Gebietes Rücksicht nehmen wolle.

Skandalös, so Guder, sei, dass der Regionalverband die Kommunen gewähren lasse. In Niederjosbach habe man das Baugebiet an der Obergasse sogar noch etwas verkleinert, um die Grenze zu unterschreiten, unterhalb der sich der Planungsverband nicht weiter kümmert. Ansonsten steht für Guder fest, dass die Bürgermeister sich im Planungsverband gegenseitig die Abweichungen vom Flächennutzungsplan zubilligen. „Kungelei“ nennt der Naturschützer das.

Guder fürchtet, dass es bei der anstehenden Fortschreibung des Flächennutzungsplanes gerade so weiter geht. Eppsteins Bürgermeister Alexander Simon habe unlängst eine Erweiterung des Gewerbegebietes Bremthal vorgeschlagen. Guder geht davon aus, dass die Stadt bei den entsprechenden Stellen vorgefühlt hat, damit daraus etwas werden kann. Er kennt natürlich den extremen Druck, der auf dem Wohnungsmarkt herrscht. Vor einigen Monaten hatte er noch argumentiert, Ziel müsse sein, dass mehr Menschen in Regionen ziehen, wo es mehr Platz gibt. Allerdings dürfte sich dies nicht erzwingen lassen. Er wehre sich auch nicht komplett gegen Neubaugebiete, betont Guder jetzt. Gegen die Entwicklung des Baugebietes Hollergewann habe er nichts einzuwenden, sagt er. Eppstein verfüge in Niederjosbach noch über große bebaubare Flächen. Die könne man bebauen, um Wohnungen zu schaffen. In Eppstein möchte an dieses Gebiet so recht niemand ran. Die Begründung ist, dass das Areal jenseits der Bahnlinie liege und somit mit dem Stadtteil kaum etwas zu tun habe. Guder vermutet, dass die Stadt den Aufwand scheue, weil sie es dort mit vielen Grundeigentümern zu tun bekäme – was ein Baugebiet immer schwierig macht. Die Stadt legt es aber eher darauf an, bei der Fortschreibung des Flächennutzungsplanes dieses Areal gegen ein anderes zu tauschen. Guder wiederum sieht dazu bei der von Bergen und Wäldern umgebenen Eppstein kaum eine Chance.

(bt)
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