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Ganz wichtig: Aufklärung für Eltern: Masern: Impfen statt Party

Von Die gesundheitspolitische Sprecherin der Grünen im Bundestag, Kordula Schulz-Asche, kam zu einem Infoabend in die Kurstadt.
Kordula Foto: Laurence Chaperon Kordula
Bad Soden. 

Während ihres langjährigen Aufenthalts in Afrika hat Kordula Schulz-Asche viel Leid gesehen. Vor allem weiß die gesundheitspolitische Sprecherin der Grünen im Bundestag, wie gefährlich sich Infektionskrankheiten auswirken können. Daher ist ihre Meinung zum Thema Impfen ganz klar: Wenn nicht irgendwelche gesundheitlichen Bedenken bestehen, sollte sich jeder impfen lassen. Denn nur wenn in der Bevölkerung ein bestimmtes Level an Impfschutz erreicht sei, ungefähr 95 Prozent, könne sich eine Krankheit nicht mehr verbreiten. Auf diese Weise, durch weltweite Impfkampagnen, gelten seit 1972 die Pocken als ausgerottet, bei Polio gebe es nur noch Herde in Nigeria oder im Norden Pakistans. Auch den noch ungeimpften Kleinkindern biete man auf diese Weise „Herdenschutz“, genauso denen, die aus gesundheitlichen Gründen darauf verzichten müssten. Impfen: ein Akt der Solidarität.

Und so kann die Politikerin nur den Kopf schütteln, wenn sie von sogenannten Masernpartys hört, mit denen Eltern bewusst ihre Kinder mit dem gefährlichen Virus anstecken, der sogar eine tödliche Hirnhautentzündung auslösen kann. „In einigen Kreisen des Bildungsbürgertums gibt es tatsächlich die Meinung, es tue den Kindern gut, diese Krankheiten zu durchlaufen. Das stärke auf Dauer das Immunsystem.“ Auch Bürgermeisterkandidat der Grünen, Harald Fischer, der als stellvertretender Pflegedirektor in einem Kinderkrankenhaus arbeitet, kann das nicht nachvollziehen. „Wer einmal gesehen hat, was eine solche Krankheit anrichtet, kann das nicht befürworten.“ Dennoch sei er gegen eine Impfpflicht, wie sie im Zuge der jüngsten Masernepidemie in Berlin von einigen Politkern gefordert worden war. Aufklärung statt Impfpflicht, so sein Motto. Dazu sollte auch die Diskussion im Badehaus beitragen, zu der die Bad Sodener Grünen jetzt Schulze-Asche eingeladen hatten, leider mit nicht allzu großer Resonanz.

Schade eigentlich, denn immerhin hat die Abgeordnete in Berlin hautnah mitbekommen, wie die Masernepedemie Anfang des Jahre um sich gegriffen hatte, ausgehend von einer Flüchtlingsunterkunft. Dadurch erst sei klar geworden, dass auch bei vielen Erwachsenen hierzulande kein Impfschutz bestehe, oft sogar unwissentlich.

Von Impfpflicht dagegen – wie in der DDR üblich – hält auch sie nichts. Stattdessen solle man – wie im Präventionsgesetz vorgesehen – Aufklärung betreiben. Dabei auch Hausärzte und Apotheker in die Pflicht nehmen. „Wenn eine Reise ansteht, kann der Apotheker doch einfach mal fragen, ob man denn überhaupt den Impfschutz überprüft habe.“ Ein Hausarzt könne seine Patienten erinnern. Bei Impfgegnern ziehe am ehesten das Argument der Solidarität. „Wenn religiöse Gründe vorliegen, ist das schwieriger.“ Natürlich sei es auch wichtig, dass die Voraussetzungen stimmten. In Berlin habe das Gesundheitsamt personelle Probleme, dem Impfschutz in Flüchtlingsunterkünften nachzukommen. Aber das sei von Stadt zu Stadt verschieden.

Im Badehaus sind sich Referentin und Besucher einig, dass Impfschutz wichtig ist. Bürgermeisterkandidat Harald Fischer versprach, dass er sich dafür einsetzen wolle, dass man in den Sodener Kindergärten Aufklärungsabende zum Thema anbiete.

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