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Tierheim öffnet Pforten: Mehr Luft für Vierbeiner

Von Die Besucher sehen die Enge im Haus mit eigenen Augen und äußern sich positiv über den neuen Standort am Plaul.
Irene Schimmelpfennig, die oft selber      Katzen in Pflege nimmt, schaute sich im Tierheim um. Doch Kater Prinz richtet den Blick nur geradeaus und scheint sich gar nicht für die Beobachterin zu interessieren. Foto: Hans Nietner Irene Schimmelpfennig, die oft selber Katzen in Pflege nimmt, schaute sich im Tierheim um. Doch Kater Prinz richtet den Blick nur geradeaus und scheint sich gar nicht für die Beobachterin zu interessieren.
Münster. 

Der Lotto-Jackpot wurde am Wochenende nicht geknackt, Hauptgewinner gab es dennoch: Beim Tag der offenen Tür des Tierheims zogen einige Vierbeiner das große Los. Sie eroberten die Herzen einiger Besucher und sicherten sich so ein neues Zuhause. Hunde, Katzen und auch einige Nager könnten bald ausziehen, erklärt Rosemarie Hippel, Vorsitzende des Tierschutzvereins Kelkheim, dem Kreisblatt. Zwar würden noch Einzelheiten bei den designierten Herrchen geprüft, doch sie sei zuversichtlich, dass die Vermittlung in einigen Fällen gelingen werde.

50 Helfer

Der Tag der offenen Tür war auch deshalb aus Sicht des Tierheims ein Erfolg – wenngleich das durchwachsene, leicht kühle Wetter vermutlich einige Besucher abhielt. Ein weiterer Grund zu Freude: Rosemarie Hippel konnte sich voll auf die Unterstützung ihrer Mitstreiter zählen. Dafür sei sie sehr dankbar. Die gut 50 Ehrenamtler, die im Einsatz waren, standen den Besuchern Rede und Antwort und kümmerten sich um die Verpflegung. Gelöchert wurden sie auch häufig mit Fragen über den neuen Tierheimstandort. Kein Wunder, sehen die Tierschützer doch jetzt ein Licht am Ende des Tunnels: Nach diversen Standort-Vorschlägen, gefassten und dann wieder in die Luft aufgegangenen Parlamentsbeschlüssen, soll die neue Unterkunft für Vierbeiner am „Plaul“ entstehen. Die Gemeinde Liederbach hat unterstrichen, sich an dem rund 250 000 Euro teuren Bau beteiligen zu wollen (siehe Text auf Seite 12).

„Die Stelle ist nicht so bekannt“, erklärt Rosemarie Hippel, deshalb hätten sich viele nach dem genauen Standort erkundigt. Wie dringend die ehrenamtlichen Tierpfleger eine neue Unterkunft an der Ecke Zeilsheimer Straße/Paul-Ehrlich-Straße für ihre Schützlinge benötigen, zeigte ein Rundgang beim Tag der offenen Tür: „Wir können im Moment keine Hunde mehr aufnehmen“, erklärt Rosemarie Hippel. Nach ihren Schilderungen ist die derzeitige Situation vor allem durch Provisorien geprägt. Vieles ist beschädigt oder funktioniert gar nicht. „Bei uns ist es einfach zu eng“, sagt die Vorsitzende. „Überall stößt man gegen irgendwas.“

Es fehlt an Platz. Sieben Hunde teilen sich drei Zwinger. Derzeit sind zudem etwa ein halbes Dutzend Katzen, ein Kaninchen und neun Meerschweinchen im Kelkheimer Tierheim untergebracht. Das hört sich nicht viel an, ist aber angesichts der teils nicht zu gebrauchenden Bauten, auch bei diesen relativ kleinen Dimensionen zu viel für den Verein.

Ein großes Problem: Der vorhandene Platz kann an vielen Stellen nicht durch defekte Technik und Baumängel genutzt werden. „Es ist alles behelfsmäßig“, klagt Hippel. So sei die Heizung an mehreren Stellen ausgefallen. Dies werde vor allem im Winter ein Problem, wodurch die Hunde auch wieder in das Haupthaus umquartiert werden müssten.

Arbeit in Wäschekammer

Zu eng ist es auch für die Ehrenamtler selbst: Sie müssen etwa das Futter für alle Tiere im Katzenhaus anrichten. Das bedeutet mehr Laufarbeit und wird immer dann zum echten hygienischen Risiko, wenn Tiere erkranken. So seien die Helfer manchmal darauf angewiesen, in eine Wäschekammer mit dem Futter auszuweichen, um die Ansteckungsgefahr etwa bei Durchfallerkrankungen von Hunden zu minimieren, erzählt Hippel. Die Tierheimchefin und ihre Mitstreiter hoffen, dass die neuen Räume heller und funktionaler werden, sprich besser gereinigt und genutzt werden können.

Wesentlich größer als das Tierheim jetzt ist, soll die neue Unterkunft nicht werden. Das heißt, dass die Anzahl der Tiere, die aufgenommen werden können, auf dem derzeitigen Niveau bleiben soll. Allerdings würde ein neuer Quarantäne-Raum für Hunde benötigt, der jetzt nicht vorhanden sei, berichtet Rosemarie Hippel.

Übrigens: Auch wenn am Wochenende einige Tiere neue Herrchen gefunden haben, ist das Heim voll. Denn neben den Vierbeinern, die bei geöffneten Türen von Besucher gesehen wurden, sind einige Hunde in privaten Pflegestellen untergebracht. Außerdem erwarten die Tierschützer bald einige Welpen, die ihnen schon angekündigt wurden.

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