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Polititk: Michael Müller zieht als Direktkandidat der Linken in den Landtagswahlkampf

Von Prognosen für die Landtagswahl am 28. Oktober sind schwierig. Fest steht aber, dass aus jedem Wahlkreis ein Vertreter direkt ins Hessen-Parlament einziehen wird. Wir stellen für die beiden Main-Taunus-Wahlkreise die Direktkandidaten der im Hessischen Landtag vertretenen Parteien vor. Heute: Michael Müller (Die Linke, Wahlkreis 32 – Main-Taunus I).
Der grüne Bildhintergrund täuscht: Michael Müllers Herz schlägt ganz weit links. Foto: Knapp Der grüne Bildhintergrund täuscht: Michael Müllers Herz schlägt ganz weit links.
Main-Taunus. 

Politische Fragen, die sich in Frankfurt stellen, stellen sich nach Ansicht von Michael Müller auch in der Region. Deshalb war er sofort bereit, als die Main-Taunus-Linke ihn fragte, als Direktkandidat im westlichen Main-Taunus-Kreis in den Landtagswahlkampf zu gehen – zumal er die Gegend kennt. Dass er im eher konservativ geprägten Main-Taunus-Kreis keine große Chance hat, das Direktmandat zu gewinnen, stört den Frankfurter nicht. „Man bewegt auch etwas, wenn man politisch die richtigen Fragen stellt“, sagt Müller, „ich bin aus Überzeugung politisch aktiv“.

„Die soziale Frage“

Er will im Wahlkampf Akzente setzen. Das brennendste Thema sei der Wohnungsbau, „die soziale Frage unserer Zeit“. Viele Menschen litten darunter, dass die Landesregierung es versäumt habe, den sozialen Wohnungsbau zu fördern. Es räche sich nun, dass das Thema dem freien Markt überlassen wurde. „Der freie Markt baut keine Sozialwohnungen.“

Im Main-Taunus-Kreis müsse der geförderte Wohnraum Vorrang bekommen. „Dafür gibt es breite Zustimmung“, ist sich der Linken-Kandidat sicher. Ein Bürger sollte nicht mehr als ein Drittel seines Einkommens für Miete ausgeben. Das andere wichtige Thema ist für Michael Müller der Öffentliche Personen-Nahverkehr (ÖPNV). Rund 70 Prozent der arbeitenden Menschen in der Region pendeln.

Bergwandern und Gartenarbeit sind seine Hobbys

Michael Müller:   ist 38 Jahre alt.   Aufgewachsen ist er auf einem Bauernhof in einem 1000-Seelen-Ort im bayerischen

clearing

Allein nach Eschborn kommen täglich 22 000 Menschen von außerhalb, die meisten mit dem Auto. „Weg von der Privilegierung des Autoverkehrs“, fordert Müller. Die bisherigen Konzepte seien „von vorgestern“. Seine Lösungsansätze: Die „Querverbindungen“, zum Beispiel zwischen Hofheim und Bad Soden, müssten attraktiver werden. Vor allem müsse der Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) die Preise senken. Als Perspektive sieht der 38-Jährige den Nulltarif. Dann stiegen viele Menschen vom Auto in Bus und Bahn um.

Auch das Thema Flugverkehr beschäftigt Müller, auch wenn der Fluglärm in seinem Wahlkreis keine allzu große Rolle spielt. Die Zahl der innerdeutschen Flüge sei auf Null zu senken und es seien mindestens acht Stunden Nachtruhe nötig. Zur Sozialpolitik: Gerade im „Wohlstandswahlkreis“ MTK mit dem nach dem Hochtaunus zweithöchsten durchschnittlichen Bruttoeinkommen in Hessen müssten Fragen gestellt werden; zum steigenden Anteil der SGB 2-Empfänger und zur zunehmenden Altersarmut. Der Osten des Kreises sei längst nicht für alle ein Wohlfühlwahlkreis. „Wir Linken haben Antworten“, sagt Michael Müller. Eine davon sei die Grundsicherung zur Vermeidung von Armut.

Auch ein Mindestlohn von 12 Euro könne Altersarmut vorbeugen. Und grundlose Befristungen von Arbeitsverhältnissen seien „Mist“, sagt Müller. Das Leben müsse für die Menschen planbar sein. Viele seien jedoch verunsichert und das sei häufig ein Hindernis bei der Familiengründung. Grundsätzlich sei der Reichtum ungleich verteilt. Superreiche müssten stärker zur Kasse gebeten werden. Müller plädiert dafür, ihr Vermögen entsprechend zu besteuern.

An Haustüren klingeln

Seine Vorstellungen will der Linken-Kandidat den Bürgern über direkte Ansprache näherbringen. Er plant einen Haustürwahlkampf, bei dem er gezielt in Gegenden geht, in denen Menschen mit weniger als 2500 Euro Bruttoeinkommen leben. Dazu soll es einen Online-Wahlkampf geben, zudem will er an Infoständen der Linken mit den Bürgern ins Gespräch kommen.

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