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Mit Leib und Seele am Taktstock

Schon als 13-Jähriger führt er die Knabengruppe, mit 17 springt er bei den Erwachsenen ein – und hat noch heute viel Spaß an seiner Position.
Er dirigiert mit vollem Elan: Wolfgang Jacob am Sonntag beim Konzert "1000 Jahre Musica Sacra" in der Kelkheimer Klosterkirche.	Foto: Hans Nietner Er dirigiert mit vollem Elan: Wolfgang Jacob am Sonntag beim Konzert "1000 Jahre Musica Sacra" in der Kelkheimer Klosterkirche. Foto: Hans Nietner
Kelkheim. 

Dass ein Chor immer nur so gut ist wie sein Leiter, lässt sich am Beispiel der Sänger von St. Martin und St. Franziskus gut erkennen. Seit mittlerweile mehr als 50 Jahren gibt Wolfgang Jacob nun schon bei den Kelkheimern den Ton an, seinen Einstand feiert er im November 1961 im Gottesdienst zur Einführung des neuen Kaplans. "Da wurde es offiziell, weil ich von da an mein Gehalt bekommen habe. Das mit dem Geld dauert bei der Kirche immer etwas länger", erzählt Jacob mit einem Lächeln.

Doch auch schon vorher sammelt er fleißig Erfahrungen in seinem späteren Beruf. So übernimmt Jacob, der bereits mit vier Jahren Geigenunterricht vom Vater bekommt, als 13-Jähriger die Führung im Knabenchor. Und mit 17 springt er beim Kirchenchor, zu dem er vom Onkel mitgenommen wird, immer mal wieder für den damaligen Leiter Klarmann ein. Aufgeregt ist er daher nicht, als er später dessen Nachfolge antritt.

Musik in ganz Europa

Sofort beginnt der aufstrebende Chorleiter damit, ein beachtliches Repertoire an Liedern zusammen zustellen. Bis heute umfasst es über 400 Werke von verschiedenen Komponisten – von der Renaissance bis zur Moderne. Vom einfachen Choral über vier- bis achtstimmige Motetten bis zu doppel- und dreifachchörigen Stücken – Jacob beherrscht das ganze Spektrum der Kirchenmusik.

Doch nicht nur seine musikalische Bandbreite erweist sich als Segen für St. Martin und St. Franziskus. Über seine Kontakte zu anderen Organisten und Chorleitern im In- und Ausland kann der Chor auch über die Grenzen Kelkheims hinaus auftreten. Es folgen unter anderem Gastspiele im Frankfurter und Limburger Dom sowie in Lyon, Paris, Brügge oder Gent. Ein besonderer Kontakt entsteht nach Wolgograd, ehemals Stalingrad. Knapp 15 Jahre nach Kriegsende wird ein Ensemble um den russischen Dirigenten und Komponisten Professor Oleg Jantschenko eingeladen – und es beginnt eine bis heute währende Freundschaft. Sogar ein Konzert mit zwei fünfstimmigen Chören, Orgel und Bläserquintett veranstaltete Jantschenko zu Ehren von Jacob und seiner Ehefrau Annemarie. Diese steht übrigens noch heute mit dem Gatten gemeinsam auf der Bühne. So etwa am Sonntag beim Konzert in der Klosterkirche von St. Franziskus.

Unter dem Titel "1000 Jahre musica sacra" wurde dem Publikum A-cappella-Gesang aus Gregorianik, Renaissance, Romantik und Moderne geboten. Neben Stücken wie Mendelssohns "Herr, nun lässest du deinen Diener" waren aber auch bewusst weniger bekannte Werke im Programm. "Es gibt so viel tolle, qualitativ hochwertige Kirchenmusik, die leider kaum jemand kennt", erklärt Jacob. "Sie wurde für die Messfeier oder das Stundengebet komponiert und nicht für den Konzertsaal. Doch aufgrund anderer liturgischer Verhältnisse ist im heutigen Gottesdienst kein Platz mehr dafür."

Dass diese Musik es aber auch heute noch wert ist, gesungen und vor allem gehört zu werden, hat der Chor im Kloster eindrucksvoll bewiesen. Mit lautem Applaus bedankten sich die zahlreichen Zuhörer nach dem anderthalbstündigen Konzert bei den Sängern von St. Martin/St. Franziskus, St. Antonius aus Rödelheim und dem Frauenkammerchor "Vox electa". Auch Jacob zeigt sich zufrieden – "obwohl der ein oder andere Ton nicht hundertprozentig gesessen hat, aber das ist normal".

Er ist fit und macht weiter

Ans Aufhören denkt er übrigens auch nach über 50 Jahren nicht. "Ich mache weiter, solange ich fit bin. Und das bin ich." Sehr zur Freude der Kelkheimer Chorsänger, die in diesem Jahr noch einige Konzerte eingeplant haben (siehe "Info" rechts").

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