E-Paper Abo & Service Immo Stellen Trauer
Anzeige Hofheim am Taunus 32°C

Mitstreiter gesucht

Die Adressaten eines Infotages über ehrenamtliches Engagement, die Einwohner von Hattersheim, waren nur spärlich vertreten. Doch dies war wohl an diesem Tag vor allem dem Wetter geschuldet, nicht aber dem Thema an sich.
Eine Gemeinschaft ist stärker als ein Mensch alleine. So verhält es sich auch mit der ehrenamtlichen Vereinsarbeit, für die immer öfter geworben wird. Eine Gemeinschaft ist stärker als ein Mensch alleine. So verhält es sich auch mit der ehrenamtlichen Vereinsarbeit, für die immer öfter geworben wird.
Okriftel. 

Vereine leben vom ehrenamtlichen Engagement ihrer Mitglieder. Um ortsansässigen Institutionen die Möglichkeit zu bieten, über ihre Arbeit und ihre Projekte zu informieren, organisierte die Stadt Hattersheim erstmals eine Ehrenamtsmesse, die mit einem Neubürgertreffen verknüpft wurde. Im Haus der Vereine in Okriftel hatten rund 30 Organisationen ihre Stände aufgebaut, Plakate aufgehängt und Informationsmaterial bereitgelegt, um den Besuchern ihre Tätigkeiten zu erklären..

Infos aus erster Hand

Sportvereine, Gesangsgruppen und gemeinnützige Organisationen waren vertreten, darunter auch die Bürgerinitiative für Umweltschutz Eddersheim (BfU), die sich unter anderem gegen einen weiteren Ausbau des Frankfurter Flughafens engagiert. BfU-Pressesprecher Frank Wolf erklärte: „Wir suchen ständig Mitstreiter, daher ist diese Messe für uns eine gute Gelegenheit, um mit Menschen ins Gespräch zu kommen. Besonders auf dem Gebiet Luftverschmutzung besteht personeller Bedarf, aber im Grunde ist jeder bei uns willkommen.“ Zwar kamen nur wenige Besucher zur ersten Ehrenamtsmesse. Doch Frank Wolf war dennoch positiv gestimmt. Die Vereinsmitglieder bekämen dadurch auch die Gelegenheit, sich einmal „gegenseitig zu beschnuppern“, daher sei die Messe eine „wunderbare Idee“. Den Neubürgern biete sie außerdem die Möglichkeit, sich sozusagen aus erster Hand über ehrenamtliche Tätigkeiten in ihrer Stadt zu informieren.

Ulrike Kreling vom katholischen Kirchenchor Sankt Martinus war ähnlicher Meinung: „Wenn die Stadt eine solche Veranstaltung anbietet, sollte man sie als Verein auch nutzen.“ Der Chor habe sich für November die Aufführung eines Bartholdy-Oratoriums vorgenommen und sei nun noch auf der Suche nach Gastsängern. Noch lieber seien dem Kirchenchor natürlich feste Mitglieder.

Am Stand der Freiwilligen Feuerwehr ging es den Brandschützern vor allem darum zu zeigen, wie viele Aufgabenbereiche es in einer Feuerwache gibt. Andreas Weber, selbst ehrenamtliches Mitglied der Wehr, erklärte: „Die meisten Menschen assoziieren die Arbeit bei der Feuerwehr unweigerlich mit dem Löschen von Bränden. Wir möchten darüber aufklären, dass auch Unterstützung in den Bereichen Technik, Verwaltung, Presse, Betreuung von Jugendgruppen und vielen weiteren gebraucht wird.“ Bei nur zwei fest angestellten Arbeitskräften würde die Wichtigkeit der ehrenamtlichen Helfer deutlich, findet Andreas Weber. Die Resonanz von den Hattersheimern habe man etwas größer eingeschätzt, aber die Veranstaltung müsse sich vermutlich erst einmal etablieren.

Freizeit oder Ehrenamt

Katja Skibinski und Ellen Glück vom Tierschutzverein sahen die Ursache für die geringe Besucherzahl vor allem darin, dass solch ein gebündeltes Informationsangebot womöglich nur wahrnehme, wer sich ohnehin für ein Ehrenamt interessiere. Beide lobten aber gleichzeitig ausdrücklich den Impuls der Stadt Hattersheim, diesem Thema eine Plattform zu bieten. Skibinski erläuterte: „Viele Menschen schrecken vor einem Ehrenamt zurück und bangen um ihre Freizeit, gerade heute, wo beruflich immer mehr gefordert wird. Aber eine solche Tätigkeit kann auch eine Bereicherung sein.“ Der Tierschutzverein wolle verstärkt auf zu vermittelnde Tiere aufmerksam machen, aber auch auf die Bedeutung der Fördermitglieder. Ellen Glück erinnerte sich: „Vor etwa 25 Jahren hatten wir noch 700 Mitglieder, heute ist die Zahl auf 400 geschrumpft. Trotzdem müssen wir die Kosten für Futter, Unterbringung und Tierärzte weiterhin tragen.“ Wenn man zwei oder drei Menschen mehr für ein Engagement gewinnen könne, ergänzte Katja Skibinski, sei das schon eine gute Sache.

Zur Startseite Mehr aus Main-Taunus

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutz Über unsere WerbungRSS

© 2018 Frankfurter Neue Presse

Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen