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Mönch und Marxist

Von Martin Herndlhofer rückt für die Linken in die Stadtverordnetenversammlung nach. Der Neu-Parlamentarier hat eine schillernde Biografie.
Eschborn. 
Martin F. Bild-Zoom
Martin F.

Mitarbeiten will er zunächst im Ausschuss für Jugend, Soziales und Sport, ansonsten die Themen auf sich zukommen lassen. Da er seit einer Weile oft an den Fraktionssitzungen der Linken teilnimmt, ist die Eschborner Kommunalpolitik für Martin Herndlhofer kein Neuland. Aber zu Anfang soll es schon eine Orientierungsphase geben, ein konkretes Projekt hat er noch nicht im Auge. Das erfährt das Kreisblatt von Herndlhofer, der Fritz-Walter Hornung ersetzt (siehe auch „Info“ unten).

Herndlhofer rechnete nicht damit, ins Stadtparlament einzuziehen, und zögerte, das Mandat anzunehmen. Vor ihm winkten bereits mehrere Nachrücker aus verschiedenen Gründen ab (Ex-Stadtrat Wolfgang Vorhagen, Helge Wagner, Anil Alpay, Ursula Voigt). Schließlich sagte der Neuling zu.

Einsatz gegen Unterdrückung

Bislang war eher die große Politik das Tätigkeitsfeld des gebürtigen Niederösterreichers. 20 Jahre lang war er Referent für Globalisierungsfragen bei Pax Christi, er hat Attac-Deutschland mitgegründet und ist dort heute noch aktiv. Frieden und Gerechtigkeit im internationalen Maßstab, das waren und sind seine Themen. Berührungspunkte zur Kommunalpolitik sieht er durchaus. Wie weit ist man mitverantwortlich für Dinge, die andernorts passieren, wenn man in Eschborn lebt? Diese Frage stellt sich für ihn schon. „Man muss sich schon als Teil des Ganzen sehen“, ist er überzeugt. Als Mönch – im Alter von 20 Jahren trat er bei den Zisterziensern ein, die er mit 28 wieder verließ – und Marxist bezeichnet er sich. Das passt für ihr durchaus zusammen. „Der Widerspruch ist nur da, wenn man ihn konstruiert“, sagt Herndlhofer, der Philosophie, Theologie, Soziologie und Erziehungswissenschaften studierte. Sich gegen Unterdrückung und Ungerechtigkeit einzusetzen, das gebietet für ihn die christliche wie auch die marxistische Orientierung.

Die Linken

Die Linken sind erstmals bei der Kommunalwahl 2006 in die Eschborner Stadtverordnetenversammlung gewählt worden. Damals erreichten sie 4,3 Prozent und sicherten sich zwei Sitze.

clearing

Herndlhofer, Jahrgang 1942 , hat also mit seinem politischen Engagement also genug zu tun, beschränkt sich darauf aber nicht. Seit 1990 spielt er Theater bei der Interkulturellen Bühne in Frankfurt – als Amateur, wie er betont, aber nach all den Jahren nicht mehr laienhaft. In der Eschborner Kommunalpolitik freilich will er keine Rolle spielen, sondern er selbst sein – wenn es auch eine Funktion wahrzunehmen gilt, nämlich die des Oppositionspolitikers.

Außerdem wandert Herndlhofer gerne – am liebsten in den Bergen. Wenn er gemeinsam mit seiner Frau die Reisekoffer packt, dann geht es besonders gerne nach Südfrankreich.

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