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10. Klassen haben schulfrei: Nach Maser-Alarm: Schulbetrieb auf Sparflamme

Von Eltern kritisieren, dass das Gesundheitsamt des Kreises bei der Überprüfung des Impf-Status an der Brühlwiesenschule vor einigen Wochen nicht auch gleich die Schüler und Lehrer der Main-Taunus-Schule (MTS) kontrolliert hat.
Eltern kritisieren, warum der Impf-Status an der Main-Taunus-Schule nicht gleich mit der Kontrolle an der Brühlwiesenschule überprüft wurde. Eltern kritisieren, warum der Impf-Status an der Main-Taunus-Schule nicht gleich mit der Kontrolle an der Brühlwiesenschule überprüft wurde.
Hofheim. 

„Die Erkrankung eines Schülers oder einer Schülerin der Main-Taunus-Schule war doch nur eine Frage der Zeit gewesen. Die Brühlwiesenschule teilt sich mit der MTS sogar die Cafeteria. Da war die Übertragung doch zu erwarten“, machte gestern ein erboster Familienvater seinem Ärger in einer Mail an das Kreisblatt Luft. Außerdem sei ja bekannt, dass es zwischen den beiden Schulen einen engen Kontakt gibt.

Kreisbeigeordneter Wolfgang Kollmeier erklärte dazu, die Kontrolle auf die Main-Taunus-Schule zu erweitern, sei aus medizinisch-fachlicher Sicht nicht nötig gewesen. Der vor einigen Wochen an der Brühlwiesenschule erkrankte Schüler habe in seiner Ansteckungsphase keinen Bereich betreten, in dem er MTS-Schüler hätte anstecken können.

Gestern machte unter Schülern und auch Eltern das Gerücht die Runde, nicht nur die Unterstufenschülerin, die die Impf-Kontrolle an der MTS ausgelöst hatte, sei an Masern erkrankt, sondern auch deren Lehrerin. Davon sei ihr überhaupt nichts bekannt, sagte auf Nachfrage Schulleiterin Sabine Buse-Stephan. Da Masern eine meldepflichtige Krankheit seien, wäre sie davon informiert, wenn dem so wäre.

Die Schulleiterin konnte gestern jedoch die Zahlen der Schüler, deren Impfschutz gegen Masern nach der Kontrolle am Vortag unzureichend oder unklar war, von 147 auf 92 nach unten korrigieren: Bei der Kontrolle hätten sich einige Fehler eingeschlichen, konnte sie am Mittag vermelden. Allerdings bleibt es dabei, dass 50 Lehrern vorerst der Besuch der Schule verboten ist.

Einige von ihnen sind noch am Mittwoch gleich zum Arzt gegangen, um mit einer Blutuntersuchung nachweisen zu lassen, dass sie immun sind. Diese Kollegen wollen am Freitag wieder zurückkehren, sagt die Schulleiterin und hofft, dass sich dann vielleicht die personelle Situation wieder etwas entspannt.

Derzeit hat der Ausfall der 50 Lehrkräfte „tiefgreifende Maßnahmen“ für den Schulbetrieb zur Folge: Die neun Klassen der Jahrgangsstufe 10 haben bis nächsten Donnerstag schulfrei, das gilt auch für die Stufen E und Q2, die allerdings wie geplant ihre Klausuren schreiben sollen. Für alle Schüler entfällt bis 15. März der Nachmittagsunterricht komplett. Die Klassen 5 bis 9 haben Regel- oder Vertretungsunterricht.

Priorität hat der Unterricht zur Abiturvorbereitung. „Die Kurse finden statt, soweit die Lehrkräfte anwesend sind“, so Buse-Stephan. Im übrigen sei für die Klausuren nur der Lehrstoff von Q1 bis Q3 relevant, sodass sich die Schüler trotz Unterrichtsausfall auf die Klausuren vorbereiten könnten. Die ersten Abi-Klausuren sollen am 16. März geschrieben werden.

Das Gesundheitsamt des Main-Taunus-Kreises rät nach wie vor dringend zur Impfung gegen Masern. Bei der Lehrergewerkschaft GEW ist das Thema Impfung bisher noch kein Thema. Angesichts der aktuellen Fälle könnte es jedoch bei der nächsten Vorstandssitzung am 20.März angesprochen werden, so die Vorsitzende des GEW-Kreisverbandes, Inge Druschel-Lang.

Übrigens: Erwachsene können sich nachimpfen lassen, der Impfschutz beginnt nach 14 Tagen. Aber wirklich auf der sicheren Seite ist man erst nach vier Wochen.

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