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Möbelstadt Hornau: Neue Parkplätze kommen: Das Kreuz soll wandern

Der Platz an der Hornauer Straße soll im Zuge der Sanierung der Verkehrsader umgestaltet werden. Die Bürger sind sich dabei weitgehend einig.
Ortstermin zwischen Hornauer Straße und Vereinshaus: Die Fläche wird wahrscheinlich im nächsten Jahr umfangreich umgestaltet. Das Sandstein-Kreuz soll dann umziehen. Foto: Hans Nietner Ortstermin zwischen Hornauer Straße und Vereinshaus: Die Fläche wird wahrscheinlich im nächsten Jahr umfangreich umgestaltet. Das Sandstein-Kreuz soll dann umziehen.
Hornau. 

Es gibt doch noch Rätsel in der Möbelstadt, die bisher niemand ergründet hat. An der Ecke Hornauer Straße/Rotlintallee steht ein solches Geheimnis in Sandstein gemeißelt. Das mächtige Jesus-Kreuz trägt zwar eine Inschrift, die besagt, dass Peter Schmitt und Anna-Maria Schmittin es 1819 gestiftet haben. Warum – das weiß aber selbst der Ur-Hornauer Friedel Bender nicht. „Es war sehr wahrscheinlich ein fröhliches Ereignis, aus Dankbarkeit“, überlegt der Heimatforscher. Er glaubt indes, dass die Familie der Freiherrn von Gagern im benachbarten Hofgut dem Ehepaar die Erlaubnis zum Aufstellen des Kreuzes gegeben hat.

Auf einer Ebene pflastern

Da das Kreuz eine besondere, fast 200 Jahre alte Tradition hat, möchte es Friedel Bender am liebsten an dieser Stelle belassen. Doch vermutlich wird es anders kommen. Bei einem Ortstermin zur Neugestaltung der Fläche zwischen Hornauer Straße und Vereinshaus spricht sich die Mehrheit dafür aus, dem Denkmal einen neuen Platz zu geben. Das Kreuz soll auf den ersten Parkplatz gleich links in die direkte Nachbarschaft des bunten Bücherschranks ziehen, so die Meinung der vielen Hornauer beim Lokaltermin mit dem Bau- und dem Verkehrsausschuss sowie interessierten Bürgern.

Was genau an der Stelle gemacht werden könnte, das erläutert Bauamtsleiter Patrick Büttner anhand eines Plans. Da die Bushaltestelle barrierefrei umgebaut wird, muss sie zum besseren Einstieg näher an die Straße verlegt werden, die bis 2018 saniert wird. Die Haltebucht fällt weg, im schlimmsten Fall versperren künftig zwei Busse für einen Moment die Straße. Dadurch, dass der dann erhöhte Bordstein an die Straße rückt, ist dahinter mehr Raum für eine kleine Platzgestaltung. Die Parkplätze sollen in Schrägaufstellung erhalten bleiben, vorne fällt einer dem Kreuz wohl zum Opfer, ganz am Ende könnte er aber auf einem kleinen Grünfeld gerettet werden. Zudem sollen in Richtung Straße vier neue, längs angeordnete Parkplätze entstehen. Die Fläche will die Stadt auf eine Ebene bringen, aber farblich unterschiedlich pflastern. Die Durchfahrt soll weiterhin möglich sein.

Die Baumscheibe an der Linde soll vergrößert werden, denkbar ist eine Rundbank dort. Der Schaukasten der Vereine soll und kann auch nach Einschätzung der Hornauer dort abgebaut werden. Damit soll die derzeit nicht wirklich ansehnliche Fläche zwischen Stromkästen, einem Bushaltehäuschen und einem Altkleidercontainer deutlich aufgewertet werden. Doch Bürgermeister Albrecht Kündiger macht auch deutlich, dass Hornau eigentlich schon genug Treffpunkte habe. „So viele Plätze, wie wir hier haben, die haben wir selten in einem Ort.“ Daher sei es zumindest fraglich, ob das zwingend ein neuer Anziehungspunkt werden müsse.

Ein Motor der Gestaltung sind die „Bürger für Hornau“. Der Verein hat sich schon vor Jahren Gedanken um den Platz gemacht. Jetzt wird die Hornauer Straße grundlegend saniert – da kann dann in direkter Nachbarschaft gebuddelt werden. Daher drückt Kündiger beim Zeitplan aufs Tempo, wünscht sich jetzt weitere Ideen und Vorschläge. Die kommen, mit Ausnahme des Kreuzes, beim Ortstermin nicht. Den Standort des Denkmals haben die „Bürger für Hornau“ bei ihrer Jahreshauptversammlung (siehe „Info“) jetzt bekräftigt, sagt Vorsitzender Michael Jung. Er geht davon aus, dass die Verlegung kommen wird. Details wie die Ausrichtung und der Schnitt der Hecke daneben könnten später geklärt werden. Ein Argument für einen Umzug des Kreuzes liefern die Teilnehmer des Ortstermins selbst: Unter der Linde sei der Sandstein stets dem herabfallenden Grün ausgesetzt – entsprechend angegriffen sieht er schon aus und bröckelt zudem. Das Kreuz soll daher auf jeden Fall von einem Steinmetz saniert werden. Der Fachmann habe geraten, einen neuen Standort zu suchen, weiß Jung. Die Runderneuerung würden die „Bürger für Hornau“ ebenso zahlen wie eine Bank an der Linde. Den Platzumbau übernimmt die Stadt. Im Haushalt sind 140 000 Euro für 2018 als Verpflichtungsermächtigung eingestellt. (wein)

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