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Neue Steine für alte Dorfwaage

Mitte Oktober soll es fertig sein. Die „Bürger für Hornau“ planen unterdessen bereits den nächsten Treffpunkt, der an die alte Schule erinnern soll.
Teamarbeit: Simon Menke befördert den Splitt per Bagger an die Steinstufen, wo das Material von Bastian Thomsen verteilt wird. So wird der Platz an der Platane am Liederbach langsam umgestaltet. Rechts sind die Mauerreste des ehemaligen Hofguts zu sehen.	Foto: Matthias Knapp Teamarbeit: Simon Menke befördert den Splitt per Bagger an die Steinstufen, wo das Material von Bastian Thomsen verteilt wird. So wird der Platz an der Platane am Liederbach langsam umgestaltet. Rechts sind die Mauerreste des ehemaligen Hofguts zu sehen. Foto: Matthias Knapp
Hornau. 

Der Entwurf stammt von Joachim Menke - und sein Sohn Simon ist nun als Meister eines Gartenbauunternehmens dabei, ihn umzusetzen. Mit dem Bagger befördert er den Splitt an den Liederbach, wo ihn Azubi Bastian Thomsen zwischen den großen Steinstufen verteilt. So langsam nimmt der neue Platz an der ehemaligen Hornauer Dorfwaage Form an. Wie berichtet, sollen die Mauerreste des alten Hofguts dort zur Geltung gebracht, Steinstufen am Bach angelegt und die Fläche vor der Platane mit einem Horn-Mosaik gepflastert werden.

Anfang September war Baubeginn, Mitte Oktober soll das Vorhaben abgeschlossen sein. Gut 40 000  Euro wird das Vorhaben kosten, wobei sich die Stadt und die „Bürger für Hornau“ den Löwenanteil teilen. Stolz ist der Vorsitzende bereits auf viele Sponsoren. Wer sich bis zum 15. Oktober meldet und mindestens 500 Euro spendet, wird außerdem auf einer edlen Messingtafel als Unterstützer verewigt, kündigt Dieter Trippe, Vorsitzender des Vereins „Bürger für Hornau“, an. Gelder seien weiterhin willkommen, zumal noch offen ist, wie viele Bänke und ob ein Tisch dort aufgebaut werden soll. So hat die aktive Kassenwartin Hiltrud Bracht auch mit diesem Projekt noch alle Hände voll zu tun.

 

Kein Muschelkalk

 

Sie wird vermutlich auch einige Mehrkosten verbuchen müssen. Menkes Entwurf sah nicht nur das „goldene Horn“ auf dem Platz vor der Platane vor, sondern auch drei Steinstufen aus Muschelkalk in Bachnähe. Doch bei diesem Material hat die Obere Wasserschutzbehörde laut Trippe ihr Veto eingelegt, weil es im Gegensatz zum Taunusschiefer in dem Rinnsal nicht vorkomme. „Das ist ziemlich kleinlich“, findet der Vereinschef - zumal die Stufen gar nicht in den Bach hineinreichen. So mussten sich die Planer im Fischbacher Steinbruch nach neuem Material umsehen. Die Steine sind etwas flacher, daher seien vier statt drei Stufen geplant. Immerhin: Trippe ist „sehr zufrieden“ mit dem Zeitplan, der Absprache und Überwachung.

Das Bild aus den 50er Jahren zeigt Franziskaner-Pater Frumenz Weiler (ganz vorne) mit der Frauen- und Müttergemeinschaft.	Foto: BfH
INFO

Vom „schnellen Pater“ und dem „Tempo“-Bäcker

clearing

 

Ein anderes Projekt des Vereins ist dagegen Zukunftsmusik. Drei Schulen gab es einmal im Stadtteil. Sie wurden alle abgerissen, nichts erinnert mehr an diese wichtigen Gebäude, in denen viele Hornauer früher das kleine Einmaleins lernten. „Das ist eine Sünde für Hornau“, findet Trippe. Mit seinen Kollegen und der Stadt möchte er diese Lücke nun ein wenig schließen. Zwischen Vereinshaus und Hornauer Straße soll ein kleiner Platz entstehen, der an das ehemalige Schulhaus erinnern könnte. Denn genau dort, wo ein Steinkreuz und die 1947 gepflanzte „Hungerlinde“ stehen, ist ein Treffpunkt für Jung und Alt geplant. Der Name dieses Platzes könnte an den ehemaligen Schulhof erinnern, der an dieser Stelle gewesen sei, berichtet Trippe.

 

Container in die Erde

 

Als Vorbote dieses Projektes freuen sich die „Bürger für Hornau“ nun darauf, dass die wenig ansehnlichen Müllcontainer noch in diesem Jahr verschwinden werden. Sie werden an den rechten Rand der Fläche unter die Erde verlegt. Die Unterflurcontainer seien schon lange vorgesehen und nun endlich bestellt, freut sich Trippe. Wann der Platz mit Bänken und Bäumen angelegt werden kann, hängt von der Finanzlage der Stadt ab. Ganz billig wird das nicht, deswegen wurde das Vorhaben vorerst zurückgestellt. Ein Plan existiert aber, darin ist geplant, das Steinkreuz etwas nach hinten zu versetzen und ansprechend darzustellen. Auch die Bushaltestelle soll verlegt werden. Die „Bürger von Hornau“ würden sich finanziell beteiligen und hoffen, dass dieses Projekt in den nächsten Jahren umgesetzt werden kann. „Das ist so wichtig. Das Ganze hätte schon Niveau“, findet Trippe.

Erleichtert ist der Verein darüber, eine Bleibe für das neue Hornauer Straßenmodell gefunden zu haben. Es zeigt den Ort um 1873 und wurde im vergangenen Jahr von der Kelkheimer Firma IFA erstellt. Dort lagerte das Modell nach der Präsentation wieder eine Weile, bis die Lösung in Sicht kam. Trippe nahm Kontakt mit Adolf Guba von der Firma Blei & Guba im Gewerbegebiet Münster auf. Da es ohnehin regelmäßige Kunstausstellungen gibt, wurde das Modell nun dort in die Präsentation integriert. Guba habe für solche „Sachen etwas übrig“, freut sich Trippe. So können sich Interessenten nun während der Öffnungszeiten der Ausstellung (siehe „Heute“-Rubrik im Kreisblatt) auch das alte Hornau anschauen. Mittelfristig soll das Modell aber einen Platz im neuen Stadtmuseum nach dessen Umzug an die Hauptstraße erhalten, weiß der Clubchef.

 

Alte Weide ersetzen

 

Was die „Bürger von Hornau“ so alles getan haben und noch planen  - das wird in einer Broschüre zu lesen sein, die Mitglied Bernhard Paha gerade erstellt. Anlass dafür ist das Projekt an der alten Dorfwaage, das in dem Heft im Mittelpunkt steht. Dort erfahren Interessenten zudem, dass der Verein an der Ecke Liederbachstraße/Dingesweg drei neue Bäume für eine alte kranke Weide pflanzen will.

Oder dass eine Art Gedenkstein vor der katholischen Kirche St.  Martin in Erinnerung an die Aufbauhelfer ein Zukunftsprojekt sein könnte. Und es wird sicher ein Dankeschön für alle aktiven Mitglieder und Spender geben, die sich engagieren - so wie beim Fest „Hornau feiert“.

(Frank Weiner)
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