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Nicht mal zum Planschen geeignet

Von Manches Grundwasser ist dermaßen mit Schadstoffen belastet, dass es noch nicht einmal für zum Gießen von Pflanzen geeignet ist. Nicht nur deshalb sollten das Nass aus privaten Brunnenanlagen regelmäßig kontrolliert werden.
Wer in seinem Garten einen Brunnen gebohrt und das daraus geförderte Wasser zum Gießen von Pflanzen oder zum Füllen von  Pools nutzen möchte, sollte das Grundwasser in regelmäßigen Abständen kontrollieren lassen. Wer in seinem Garten einen Brunnen gebohrt und das daraus geförderte Wasser zum Gießen von Pflanzen oder zum Füllen von Pools nutzen möchte, sollte das Grundwasser in regelmäßigen Abständen kontrollieren lassen.
Flörsheim. 

Auch wenn das derzeitige Wetter nicht die Erwartungen an den Sommer erfüllt, bleiben sonnige Abschnitte nicht aus. Dann wünschen sich vor allem Kinder eine Erfrischung im kühlen Nass. Das Wasser, das aus dem Gartenschlauch sprudelt, ist aber nicht immer zum Befüllen des Planschbecken geeignet. Aufgrund aktueller Ergebnisse empfiehlt der VSR Gewässerschutz, die Qualität von regelmäßig Brunnenwasser prüfen zu lassen.

Anlass für Bedenken geben die Ergebnisse der jüngsten Untersuchung aus der Region: Der VSR untersuchte im Mai und Juni 25 Proben aus dem Raum Flörsheim und Rüsselsheim. Der Verein kommt zu dem Schluss, dass nur etwa 70 Prozent des eingereichten Grundwassers für die Nutzung im Planschbecken in Frage kommt.

Mehr als der Durchschnitt

„Bei einigen Brunnen mit erhöhten Eisenkonzentrationen muss man auf eine geeignete Filtertechnik achten“, erklärt Diplom-Oecotrophologin Susanne Bareiß-Gülzow, Vorsitzende des VSR Gewässerschutz. Ein häufiger Ausschlussgrund war hingegen die hohe bakteriologische Belastung mit coliformen Keimen und Kolibakterien. Die VSR-Prüfer fanden so hohe Konzentration, dass man das Wasser selbst bei der Verwendung von Desinfektionsmitteln nicht zum Befüllen eines Planschbeckens nutzen sollte. Hiervon waren vier der untersuchten Brunnen betroffen.

Wegen möglicher Belastungen des Brunnenwassers durch landwirtschaftliche Pestizide oder Altlasten soll das Wasser von weiteren drei der untersuchten Brunnen nicht im Planschbeckens genutzt werden. Die Verunreinigung von vier Brunnen – rund 16 Prozent der Proben – mit Kolibakterien sei eine hohe Zahl, erläutert Diplom-Physiker Harald Gülzow vom VSR. Normalerweise seien nur etwa zehn Prozent der Proben betroffen. Als mögliche Ursache komme eine defekte Abwasserleitung im Boden in Frage. Denkbar sei auch, dass den betroffenen Brunnen eine ausreichende Abdichtung nach oben fehle, so Gülzow.

Wechsel nach drei Tagen

Im Gegensatz zu den Bakterien stelle eisenhaltiges Grundwasser keine Gesundheitsgefahr dar, teilt der VSR mit. Das Eisen könne die Funktion von Filtern aber erheblich einschränken. Ob das Wasser für Planschbecken geeignet sei, hänge von der Häufigkeit der Wasserwechsels und von der Art der Filter ab. VSR-Chefin Susanne Bareiß-Gülzow empfiehlt, selbst gefördertes Brunnenwasser mindestens alle drei Jahre überprüfen lassen. „Das Grundwasser bleibt nicht starr an einer Stelle, sondern fließt langsam weiter“, erklärt sie die Notwendigkeit regelmäßiger Untersuchungen. Auch Belastungen aus weiten Entfernungen können irgendwann im eigenen Brunnenwasser ankommen.

Grundsätzlich empfiehlt der VSR die Verwendung von Brunnen, da auf diesem Weg Trinkwasser gespart wird. Der Gewässerschutz rät dazu, kleine Planschbecken zu kaufen. Statt Desinfektionsmittel zu verwenden, solle das Wasser je nach Temperatur und Nutzung nach maximal drei Tagen gewechselt werden. Das genutzte Nass könne anschließend zum Gießen verwendet werden. Damit es nicht mühselig mit der Gießkanne aus dem Planschbecken geschöpft werden muss, empfiehlt der VSR eine Schmutzwasserpumpe aus dem Baumarkt. „Wenn allerdings im Planschbecken Biozide wie Desinfektionsmittel oder Mittel zur Algenbekämpfung eingesetzt wurden, kann man das Wasser nicht mehr zum Bewässern seiner Pflanzen nutzen“, so Susanne Bareiß-Gülzow. Behandeltes Wasser muss in die Kanalisation geleitet werden, weil das Grundwasser sonst belastet würde.

Keine genaue Zahl

Laut Harald Gülzow liegen viele der Flörsheimer Brunnen entlang des Mains. Dort existiert unter anderem eine Kleingartenanlage zwischen dem Maindamm und der Straße nach Eddersheim. Die Verteilung der Brunnen reiche aber bis nach Wicker, sagt der Fachmann. Wie viele Brunnen es im Flörsheimer Stadtgebiet gibt, kann Harald Gülzow nicht genau sagen. Der VSR-Mitarbeiter geht jedoch von einer sehr hohen Zahl aus. Die Erfahrung habe gezeigt, dass auf drei Kleingärten zwei Brunnen kommen, so Gülzow.

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