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Nieder lehnen die Pläne ab

Die Initiative „Ideen für Nied“ warnt vor einer Verschärfung der Verkehrsprobleme rund ums Nieder Tor, wenn die Stadt bei ihren bisherigen Planungen bleibt.
Kreuzungsverkehr plus Straßenbahn und Busse – die Situation am Knotenpunkt „Nied Kirche“ ist verzwickt. Bilder > Kreuzungsverkehr plus Straßenbahn und Busse – die Situation am Knotenpunkt „Nied Kirche“ ist verzwickt.
Nied. 

Der Arbeitskreis Verkehr der Initiative „Ideen für Nied“ lehnt die Pläne für die Bebauung des „Nieder Lochs“ sowie zum Umbau der Mainzer Landstraße und zur Verkehrsberuhigung von Alt-Nied in ihrer vorliegenden Form ab. In einem offenen Brief an die Fraktionsvorsitzenden der Parteien im Römer, an den Ortsbeirat 6 (Frankfurter Westen) sowie an die zuständigen Dezernenten heißt es: „Aus unterschiedlichen Gründen wird mit den seit 2013 vorgestellten Komponenten der Neuplanungen das Ziel einer Aufwertung des Stadtteils nicht erreicht. Im Gegenteil werden die Maßnahmen zum Teil zu einer Verschärfung der bestehenden Probleme führen.“

Die Pläne zur Bebauung des „Nieder Lochs“ an der Straßenbahn-Wendeschleife hatten schon bei ihrer Vorstellung im November im Haus Nied kontroverse Diskussionen entfacht. Vorgesehen ist ein Neubaugebiet mit teilweise fünfgeschossiger Bebauung, das über die Mainzer Landstraße erschlossen werden soll. Die Mainzer Landstraße soll am „Nieder Tor“ – begrenzt auf eine Strecke von etwa 200 Metern – so umgebaut werden, dass die Straßenbahn in Mittellage zwischen den Fahrspuren liegt. Ein Kreisel soll Alt-Nied und den Nieder Kirchweg an die Mainzer Landstraße anbinden und die bisherige Kreuzung ersetzen (wir berichteten).

Der Arbeitskreis Verkehr der Initiative „Ideen für Nied“ erwartet, dass die bereits 2013 vorgestellten Pläne zur Verkehrsberuhigung für Alt-Nied den Druck auf die Straße eher noch verstärken. Mit dem vorgesehenen Wegfall von 15 Stellplätzen an der Mainzer Landstraße und etwa 10 Stellplätzen in Alt-Nied sowie der „unzureichenden Bereitstellung von lediglich 16 Besucherstellplätzen für 136 neue Wohnungen“, so der Arbeitskreis, werde sich der bereits bestehende Parkdruck erhöhen; es werde zu mehr Suchverkehr innerhalb des Quartiers kommen: „Und dies trotz eines jetzt schon bestehenden Überangebots ungenutzter Tiefgaragen, welches mit den zukünftig ungenutzt bleibenden Tiefgaragenanteilen des Neubaugebietes die Absurdität der Situation nochmals überspitzt“, argumentieren Martin Hinz, Ante Ljubas und Wolfgang Wels vom Arbeitskreis Verkehr.

„Nicht attraktiver“

Alt-Nied werde dadurch „weder zum Wohnen noch als historische Ortsmitte attraktiver“. Eine zusätzliche Anbindung der Mainzer Landstraße an den östlichen Altstadtbereich sei schon im ersten Bauabschnitt zwingend erforderlich. Und der Arbeitskreis geht noch weiter: „Daher sollte zudem auch die abendliche Sperrung Alt-Nieds für Nicht-Ortsansässige erwägt werden. Außerdem fordern wir die temporäre Zuführung von ungenutzten Tiefgaragen für kulturelle Nutzungen (Messezeiten der Gemeinden), um Belastungsspitzen für den Stadtteil zu mildern.“

Ideen unbeachtet

Trotz mehrfacher Anregungen des Arbeitskreises sei weder eine geänderte Linienführung noch eine Zusammenfassung der bislang räumlich getrennten Bushaltestellen Bestandteil der Planung. Die Mainzer Landstraße werde, so die Vertreter des Arbeitskreises, weiterhin zur räumlichen Trennung des Stadtteils beitragen; Gefahrensituationen, wie sie etwa die Querung der Straße zur Birminghamstraße darstellten, würden nicht entschärft. Ein schlüssiges Verkehrskonzept bestünde darin, den Verkehr aus Richtung Griesheim zur Leunabrücke zu führen, argumentiert der Arbeitskreis. Damit werde Alt-Nied und Nied-Süd drastisch entlastet. Zudem müsse die Breite der Mainzer Landstraße drastisch reduziert werden.

Die vorgestellte Platzgestaltung auf der südlichen Ecke Mainzer Landstraße / Alt-Nied gegenüber von St. Markus erscheint der Initiative ebenfalls ungeeignet und der vorgesehenen Einzelhandelsnutzung nicht dienlich. Der Arbeitskreis sieht die von ihm entwickelten Alternativlösungen bei den Planungen – etwa die Einrichtung einer gemeinsamen Bus- und Straßenbahn-Haltestelle in Insellage auf Höhe der Wendeschleife (wir berichteten) – „bislang ohne Angabe von Gründen“ ignoriert, „was gerade vor dem Hintergrund der intensiven städtischen Bemühungen um Bürgerbeteiligung für einiges Kopfschütteln am Stadtteil gesorgt“ habe. Auch die Verkehrsgesellschaft Frankfurt (VGF) müsse sich bei der Haltestellenplanung bewegen. Die Aufenthaltsqualität im öffentlichen Raum werde vernachlässigt, hatte der Arbeitskreis Verkehr schon im vergangenen Jahr in einem Brief an Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) beklagt.

Die Krux: Die Pläne der Nieder Initiative sind weitaus teurer als der Rahmen von knapp 1,6 Millionen Euro für den Umbau der Kreuzung und von 315 000 Euro für die Umgestaltung von Alt-Nied, den sich die Stadt gesetzt hat.

(hv)
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