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Nikoläuse spielen besinnliche Musik

Weihnachtliche Düfte wehten am Wochenende über die Märkte in Zeilsheim, Nied und Schwanheim. Wir haben uns umgeschaut an den Ständen mit Kunsthandwerk und Holzspielzeug, Glühwein und süßen Leckereien.
Das Höchster Blasorchester spielte beim Weihnachtsmarkt in Nied besinnliche Klänge unter dem Weihnachtsbaum.	Foto: Reuß Bilder > Das Höchster Blasorchester spielte beim Weihnachtsmarkt in Nied besinnliche Klänge unter dem Weihnachtsbaum. Foto: Reuß
Frankfurter Westen. 

Es duftet nach Krokant und Zucker am Stand der Gießener Familie Kügler, der die Besucher am Eingang zum Schwanheimer Weihnachtsmarkt begrüßt. Die beäugen die unbekannten Leckereien noch etwas kritisch. „Ich kenne das, es schmeckt sehr lecker und heißt in Tschechien Trdelník oder so ähnlich“, ermuntert Stefan Otto die anderen Besucher. „Und die Ungarn nennen es Kürtöskalács“, weiß Martin Kügler Es stammt aus Rumänien und heißt auf Deutsch „Baumstriezel“.

Das krebbelähnliche Gebäck gehörte zu den neuen Spezialitäten auf dem Markt. Ein paar Meter weiter versuchten sich Maria Marques und ihre Freundinnen mit portugiesischen Krapfen und Blätterteigtörtchen aus Lissabon. Auch das Kunsthandwerk war reichlich vertreten: Sebastian Büchner aus der thüringischen Rhön verkaufte Kreisel, Holzschalen und Sanduhren, Annerose Engelbach hatte kleine und große Krippen im Angebot.

Heiße Kartoffelpuffer

„Selbstgemachtes liegt bei uns weiterhin im Trend“, betont Willi Becker, Vorsitzender des Schwanheimer Vereinsrings, der den Weihnachtsmarkt ausrichtet. 90 von 96 Standplätzen konnten in diesem Jahr vermietet werden. Vergangenes Jahr waren es nur 80 Plätze, denn bei vielen Schwanheimer Vereinen und Gruppen fehlte es an Freiwilligen. Darüber konnte die Kerbegesellschaft Schwanheim nicht klagen: „Wir haben inzwischen wieder 15 Kerbeburschen, von denen uns acht beim Verkauf von Kartoffelpuffern und frisch angemachtem Kräuterquark unterstützen“, so Kerbevadder Jürgen Schwiglewski.

Wer, wie viele Schwanheimer, bei einem Weihnachtsmarkt etwas völlig Neues anbieten will, muss zunächst einiges investieren. „Wir waren in Wien und haben die Baumstriezel bei einem Abstecher über die ungarische Grenze kennengelernt“, erinnert sich Martin Kügler. Einige Meter weiter verkauften Elisabeth und Helge Homburg handgestickte Weihnachtsdeckchen. Die Muster und Motive entstammen noch eigenen Entwürfen. „Anfertigen lassen wir die Deckchen aus Kostengründen in China von Betrieben, die wir selbst ausgesucht und eingewiesen haben“, erklärt Helge Homburg.

Anders als bei professionellen Verkäufern geht es den Ehrenamtlichen um Spenden für den guten Zweck: Viele von ihnen unterstützen auch dieses Jahr wieder die Frühchenstation der Uniklinik Frankfurt, die auf ihrem Stand ebenso Selbstgestricktes anbot. Annerose Engelbach übergibt ihren Erlös an die Goldsteiner Dankesgemeinde. Und die Hundeschule am Schwanheimer Wald dachte mit Hundeplätzchen einer Rüsselsheimer Bäckerei auch an die Vierbeiner.

Kreativ und zudem besinnlich gestaltete auch der Nieder Vereinsring seinen Weihnachtsmarkt, den die Niddaschüler mit Rolf Zuckowskis „Weihnachtsbäckerei“ eröffneten: Hier versuchten sich 110 Kinder und Erwachsene beim Kerzenfärben am Stand der evangelischen Stadtmission Nied. Ein bunter Spaß mit Wachs, Farbe und Tiefgang: „Wichtig ist uns natürlich, dass Christus das Licht der Welt in der Adventszeit ist“, betont Pastor Thomas Koschinski.

Hier tummelten sich 1200 Besucher an 23 Ständen, die seit zwölf Jahren die zentrale Lage in Alt-Nied gegen die heimelige Atmosphäre am Neumarkt in der Eisenbahnersiedlung eingetauscht haben. „Das Gelände eignet sich besser für Rundläufe, ohne dass der Verkehr in die Quere kommt“, erklärt der Vorsitzende des Vereinsrings Helmut Grohmann. Auf diesem Markt sind nur Vereine und Einzelverkäufer zugelassen, die ihren Erlös spenden: So wie Stefanie Oppliger und Christoph Schneider, die kürzlich die Gaststätte „Alte Schmiede“ übernommen haben und das Tierheim in Nied unterstützen.

Eine ganze Palette von selbstgekochter Marmelade und Weihnachtskarten bis zu Kerzenständer aus Keramik hatte die Panoramaschule zu bieten. „Es ist wichtig, verschiedene Arbeitstechniken zur Herstellung zu vermitteln“, sagt Daniela Franz, Lehrerin an der Förderschule für geistige Entwicklung. Eine größere Bücherauswahl zur Nieder Geschichte gab es beim Heimat- und Geschichtsverein, der Verein Westkunst Nied zeigte Gemälde und Fotografien von Nachwuchstalenten wie Sanja Aleckovic und Brunhilde Fleischer.

Zwischen 15 Ständen auf dem Platz vor der Stadthalle in Zeilsheim war am späten Nachmittag kaum noch ein Durchkommen. Der Kinderchor der evangelischen Gemeinde sang Lieder aus dem Musical, der Nikolaus schaute vorbei und die Höchster Blechbläser sowie der MGV Eintracht stimmten weihnachtliche Klänge an. Die Besucher hörten zu, nippten an heißen Getränken, deckten sich mit Plätzchen und Handgemachtem ein oder ließen sich mit Nikolausmütze am Stand der evangelischen Gemeinde fotografieren. Die Bilder konnten dann als Weihnachtsgrußkarten versandt werden. „Der Erlös ist für unseren Kirchenchor“, erklärte Felix Meurer vom Kirchenvorstand.

Feuerzangenbowle

Auch die Frankfurter Karnevalgesellschaft „Die Eulen“ aus Bornheim war zu Gast – kommen die meisten Mitglieder der Kindertanzgruppe doch aus Zeilsheim. „Wir trainieren auch hier und engagieren uns gerne im Stadtteil“, sagte der Vorsitzender Axel Heilmann. An den Ständen der Vereine trafen sich die Mitglieder, beim „Verein zur Wahrung der Feuerzangenbowlentradition“ bewunderten sie den brennenden Zuckerhut. „Wir wollen dem billigen Massen-Glühwein etwas entgegensetzen“, erklärte Stefan Schneider aus Zeilsheim. Der VfL Zeilsheim, die Freiwillige Feuerwehr, die Kleintierzüchter und die freie evangelische Gemeinde waren ebenfalls mit von der Partie.

In der Stadthalle hatte sich der Kreativmarkt ausgebreitet. An 20 Ständen verkauften dort die Zeisheimer selbst gebastelte Kleinigkeiten. Für Kinder gab es viele Gelegenheiten, Bastelarten auszuprobieren, vor allem Varianten des Malens von der Holzbrennmalerei über das Bemalen von Gipsfiguren und Keilrahmen bis hin zur Ebru-Papierherstellung.

(got, hno)
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